Mittelklasse-Kombis 2012: BMW 3er Touring, Mercedes C-Klasse T-Modell, VW Passat Variant BMW 320d Touring | Mercedes C 220 CDI T-Modell | VW Passat Variant 2.0 TDI

04.10.2012
Inhalt
  1. Karosserie
  2. Fahrkomfort
  3. Motor und Getriebe
  4. Fahrdynamik
  5. Umwelt und Kosten
  6. Fazit

Die fünfte Generation des BMW 3er Touring ist größer und komfortabler geworden. Auf dem Weg an die Spitze der Kombi-Mittelklasse trifft sie auf die Altmeister VW Passat Variant und Mercedes C-Klasse T-Modell

"Design in seiner modernsten Form“ – wenn es nach dem Werbeslogan für den neuen Dreier Touring von BMW geht, könnte man meinen, den Käufern von Lifestyle-Kombis ginge es vor allem um einen schicken Auftritt. Ohne Frage hat das Team um Chefdesigner Adrian van Hooydonk bei dem jüngsten Modell ganze Arbeit geleistet. Der Mittelklässler sieht jetzt genauso dynamisch und gefällig aus wie der größere Fünfer und präsentiert sich im Testfeld tatsächlich am modischsten.

Doch der eigentliche Fortschritt des intern als Baureihe F30 bezeichneten 3er zum Vorgänger E90 liegt woanders. Hatte der Alte vor allem bei Alltagsnutzen, Platzangebot und Federungskomfort das Nachsehen zur Konkurrenz, kann der Neue hier richtig punkten. Er ist größer, variabler und komfortabler. Und damit schließt er prompt zu seinen engsten Konkurrenten Mercedes C-Klasse und VW Passat auf. Der erste Vergleichstest der starken Zweiliter-Dieselklasse wird also spannend.

 

Karosserie

Zehn Zentimeter mehr Außenlänge als der Vorgänger und fünf Zentimeter beim Radstand zeigen auch im Innenraum deutliche Wirkung. Vor allem die Mitfahrer in der zweiten Reihe brauchen sich nun nicht mehr vor langen Touren im BMW zu fürchten, sie haben jetzt genug Raum für Beine und Schultern.

Auch wenn es auf der Rückbank des VW noch luftiger zugeht, bietet der 3er hinten nun mehr Platz als das C-Klasse T-Modell. Zusätzlich ist auch der Kofferraum deutlich gewachsen. Mit 495 bis 1500 Liter Platz im Heck dürfte das Haareraufen vor dem Baumarkt Geschichte sein. Der Mercedes (485 bis 1500 l) hat da auch nicht mehr zu bieten.

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Dennoch ist der deutlich längere VW Passat (4,77 Meter) in dieser Hinsicht immer noch das Maß der Kombiszene. Sein 603 Liter großes Frachtabteil ist breiter und höher als das der anderen und lässt sich zudem auf enorme 1731 Liter erweitern. Obendrein gibt es für 91 Euro extra einen vollständig umklappbaren Beifahrersitz. Der Wolfsburger verträgt zudem die mit Abstand höchste Zuladung. Mehr als 600 Kilogramm sind kein Problem für den Alltagsprimus, ebenso wenig wie 1,8 Tonnen Anhängelast. Das schafft sonst nur die C-Klasse.

Der neue 3er verträgt maximal 1600 kg am Haken. Im Gegenzug kontert der BMW als einziger mit einer serienmäßig dreiteilig umklappbaren Rücksitzbank – und bei der Heckklappe haben sich die Münchner besonders viel Mühe gegeben. Nicht nur dass sich die Heckscheibe separat öffnen lässt, die Heckklappe öffnet und schließt serienmäßig elektrisch und für 570 Euro Aufpreis sogar berührungslos per Fußbewegung unter der Heckschürze. Ein Feature, das nur noch der Passat bietet (960 Euro).

Bei der Sicherheitsausstattung haben die Bayern ebenfalls ordentlich nachgelegt. Ein Presafe-System (350 Euro) gibt es jetzt ebenso wie Abstandsradar (1550 Euro), Spurhalte- und -wechselssistent (zusammen 1080 Euro) sowie eine Frontkamera für die Tempolimiterkennung (320 Euro). Was die Verarbeitung betrifft, kann leider auch dieser BMW dem eigenen Premiumanspruch nicht ganz gerecht werden. Die Detailqualität – schlampig aufgebrachte Dichtnähte oder die offen liegende Mechanik des Kofferraumscharniers – lässt zu wünschen übrig.

KarosserieMax. PunkteVW Passat Variant 2.0 TDI BlueMotion TechnologyMercedes C 220 T-Modell BlueEFFICIENCYBMW 320d Touring BluePerformance
Raumangebot vorn100797578
Raumangebot hinten100756973
Übersichtlichkeit70353635
Bedienung/ Funktion100848487
Kofferraumvolumen100654850
Variabilität100464052
Zuladung/ Anhängelast80473831
Sicherheit150109114107
Qualität/ Verarbeitung200180183176
Kapitelbewertung1000720687689

 

Fahrkomfort

Alle drei Kombis treten mit optionalen adaptiven Dämpfern zum Test an. Am gekonntesten hält dabei der VW Passat Unebenheiten von den Insassen fern. Seine Feder-Dämpfer-Elemente sprechen sensibel an, und dank der längsten Federwege steckt er auch heftige Bodenwellen problemlos weg. Spürbar straffer ist die mit dem Fahrdynamik-Paket ausgerüstete C-Klasse abgestimmt. Zwar gibt auch sie keinen Grund zur Klage und gefällt mit auffallend geringen Karosseriebewegungen, von einem Mercedes würden wir aber etwas mehr Sanftmut erwarten.

Genau dazwischen rangiert der 3er Touring. Das Fahrwerk filtert die meisten Unebenheiten gekonnt, der Abrollkomfort wird durch die 18-Zoll-Räder allerdings etwas geschmälert. Dafür entschädigt der Bayer mit den besten Sitzen. Die 630 Euro teuren Sportsitze offerieren tollen Seitenhalt und warten mit einer einstellbaren Oberschenkelauflage auf. Den VW kostet die sehr hohe Sitzposition Punkte, während das Gestühl im Mercedes für korpulente Personen eine Spur zu klein ausfällt. Im Fond sitzen die Passagiere im Passat Variant auf der großen und bequem gepolsterten Rückbank am komfortabelsten, im BMW und im Mercedes müssen die Insassen wegen der tiefen Sitzbänke die Knie dagegen stärker anwinkeln.

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Was den Geräuschkomfort angeht, hat Volkswagen den größten Aufwand betrieben. Der Diesel ist nur dezent zu hören, auch die Windgeräusche bei hohen Geschwindigkeiten fallen bei ihm am geringsten aus. Im Benz stört der im Stadtverkehr sehr präsent nagelnde Motor, während im BMW bei schneller Fahrt laute Windgeräusche zu vernehmen sind.

FahrkomfortMax. PunkteVW Passat Variant 2.0 TDI BlueMotion TechnologyMercedes C 220 T-Modell BlueEFFICIENCYBMW 320d Touring BluePerformance
Sitzkomfort vorn150100104109
Sitzkomfort hinten100676064
Ergonomie150125122125
Innengeräusche50323532
Geräuscheindruck100848281
Klimatisierung50343835
Federung leer200143138141
Federung beladen200142138139
Kapitelbewertung1000727717726

 

Motor und Getriebe

184 PS leistet der Zweiliter-Turbodiesel im BMW 320d und übertrumpft die Mercedes- und VW-Triebwerke damit um 14 Pferdestärken. Diesen Vorteil kann er nicht nur in die besten Fahrleistungen ummünzen, mit 6,0 Litern pro 100 km verbraucht der BMW zudem etwas weniger als die Konkurrenz. Auch seine Achtstufen-Automatik markiert in diesem Feld die Spitze. Sie wechselt die Gänge gleichermaßen schnell wie geschmeidig und hält stets die passende Übersetzung parat.

Im Vergleich dazu agiert das Getriebe im Mercedes deutlich träger, zudem neigt es beim Heranrollen an eine Ampel zum Rucken. Dem blitzschnell schaltenden Doppelkupplungsgetriebe (DSG) im Passat fehlt schlicht eine Fahrstufe, weshalb das Drehzahlniveau auf der Autobahn relativ hoch ist. Dafür läuft der 2.0 TDI angenehm kultiviert und dreht nach einer leichten Anfahrschwäche engagiert hoch. Anders der 2,1-Liter-CDI: Dank seiner Stufenaufladung macht er bereits im Drehzahlkeller ordentlich Druck, jenseits der 3000 Touren wirkt er allerdings angestrengt. Den harmonischsten Eindruck hinterlässt da der BMW-Diesel: Ungemein drehfreudig und bereits untenherum antrittsstark, macht er den Bayerischen Motorenwerken alle Ehre.

Motor und GetriebeMax. PunkteVW Passat Variant 2.0 TDI BlueMotion TechnologyMercedes C 220 T-Modell BlueEFFICIENCYBMW 320d Touring BluePerformance
Beschleunigung150113133121
Elastizität100
Höchstgeschwindigkeit150686772
Getriebeabstufung100838290
Kraftentfaltung50333538
Laufkultur100636062
Verbrauch325266262268
Reichweite25241819
Kapitelbewertung1000650657670

 

Fahrdynamik

Auch wenn der BMW auf dem Handlingparcours die schnellste Rundenzeit in den Asphalt brennt, zeigt sich das Fahrverhalten doch erstaunlich unentschlossen: Zackiges Einlenken quittiert der 3er mit vergleichsweise starkem Untersteuern, auf Lastwechsel reagiert der Touring hingegen mit einem vernehmlich nach außen drängenden, aber jederzeit gut kontrollierbaren Heck. Die elektro-mechanische Lenkung ist zwar sehr direkt und präzise, gibt dem Fahrer aber wenig Rückmeldung darüber, wie nahe die Vorderräder an der Grenze zur Gleitreibung sind.

Besonders der Mercedes C 220 CDI T-Modell liegt im Vergleich wie das sprichwörtliche Brett und vermittelt dem Fahrer auch dank der feinfühligen hydraulischen Sport-Lenkung mehr Vertrauen. Allerdings regelt sein ESP spürbar früher und rigider als bei den Rivalen. Der Passat zeigt sich ebenfalls lammfromm und beschränkt sich auf sicheres Untersteuern, ist dabei aber erstaunlich flink. Im Slalom kann er sogar die Bestzeit setzen. In engen Kehren hat er allerdings am stärksten mit der Traktion zu kämpfen, und sein Bremspedal vermittelt am wenigsten Gefühl. Zwar lässt sich die Bremse im BMW 320d Touring am feinsten dosieren, die längsten Bremswege bescheren ihm in diesem Kapitel allerdings nur Rang drei.

FahrdynamikMax. PunkteVW Passat Variant 2.0 TDI BlueMotion TechnologyMercedes C 220 T-Modell BlueEFFICIENCYBMW 320d Touring BluePerformance
Handling150706973
Slalom100787371
Lenkung100727875
Geradeauslauf50434341
Bremsdosierung30171821
Bremsweg kalt150859573
Bremsweg warm15010010081
Traktion100434848
Fahrsicherheit150132130126
Wendekreis20111513
Kapitelbewertung1000651669622

 

Umwelt und Kosten

Die starken Vierzylinder-Diesel mit Automatik- oder Doppelkupplungsgetriebe (VW) lassen sich alle Hersteller gut bezahlen. Und so geht selbst der Passat als Günstigster im Test für knapp 35.500 Euro nicht gerade als Schnäppchen durch. Für die süddeutschen Konkurrenten müssen aber nochmal gut 5000 Euro draufgelegt werden. In der Grundversion sind dafür allerdings alle Kandidaten recht gut ausgestattet. Jedoch umfassen die Aufpreislisten mittlerweile auch in der Mittelklasse gut 40 Seiten. Mit unzähligen Luxus- und Sicherheitsextras kann der Fahrzeugpreis – so wie in der Oberklasse – fast verdoppelt werden.

Weil für die C-Klasse traditionell auch die höchsten Werkstatt- und Versicherungskosten einkalkuliert werden müssen, verliert der Stuttgarter dieses Kapitel. Der 3er punktet mit dem niedrigsten Verbrauch und wegen des Blue-Performance-Pakets (1190 Euro) mit den saubersten Abgaswerten (Euro 6). Bis 2013 erhält er damit einen einmaligen Steuerbonus von 150 Euro.

Kosten/UmweltMax. PunkteVW Passat Variant 2.0 TDI BlueMotion TechnologyMercedes C 220 T-Modell BlueEFFICIENCYBMW 320d Touring BluePerformance
Bewerteter Preis675162140142
Wertverlust50171516
Ausstattung25191617
Multimedia50
Garantie/Gewährleistung50282720
Werkstattkosten20161315
Steuer10878
Versicherung40
Kraftstoff55444344
Emissionswerte25878991
Kapitelbewertung1000381350353

 

Fazit

Zählt man alle Punkte zusammen, gewinnt der Altmeister VW Passat Variant unterm Strich überraschend deutlich. Seine Stärken liegen auf der Hand: Er ist geräumig, sehr komfortabel, dabei alles andere als träge und obendrein rund 5000 Euro günstiger als die beiden Premium-Kombis. Der neue BMW 3er Touring begeistert mit seiner spritzigen und gleichermaßen sparsamen Antriebseinheit, die Automatik sucht ihresgleichen. Auch das Platzangebot sowie der Komfort überzeugen, die Variabilität ist sogar die beste. Verarbeitungsschwächen sowie die schwache Bremsleistung vereiteln jedoch eine bessere Platzierung. Somit teilt er sich den zweiten Platz mit dem Mercedes C-Klasse T-Modell. Der Stuttgarter präsentiert sich sehr ausgereift: Sicherheitsausstattung, Verarbeitung und die Bremsleistung sind vorbildlich. Bei den klassischen Kombi-Tugenden wie Platzangebot und Variabilität hat der vergleichsweise eng geschnittene Benz allerdings das Nachsehen.

Gesamtbewertung

Max. PunkteVW Passat Variant 2.0 TDI BlueMotion TechnologyMercedes C 220 T-Modell BlueEFFICIENCYBMW 320d Touring BluePerformance
Summe5000312930803060
Platzierung123

Tags:
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