Cabrio-Vergleichstest: BMW 335i gegen Mercedes E 400 Facelift 2013 Open-Air-Fest

23.08.2013
Inhalt
  1. Karosserie
  2. Fahrkomfort
  3. Motor und Getriebe
  4. Fahrdynamik
  5. Umwelt und Kosten
  6. Fazit

Offen und herrlich: BMW 335i und Mercedes E 400 bieten im Vergleichstest jede Menge Frischluftvergnügen mit Stil

Wie schon die Limousine und der Kombi kam auch das E-Klasse Cabriolet jüngst in den Genuss umfangreicher Modellpflegemaßnahmen. Eine frischere Optik und erweiterte Assistenzsysteme bilden den Kern des Facelifts. Dazu spendierte Mercedes dem eleganten Viersitzer einen neuen Biturbo-Sechszylinder mit 333 PS. Als potenter Gegner für ein Duell mit dem Stuttgarter empfiehlt sich das 306 PS starke BMW 335i Cabriolet. Der Bajuware ist mit einer Produktionslaufzeit von sieben Jahren zwar nicht mehr ganz taufrisch, doch seine Qualitäten sind immer noch unbestritten. In welchem der erlesenen Cabrios schmeckt der Sommer besser?

 

Karosserie

In beiden Kontrahenten ist der Platz an der Sonne klar in der vorderen Reihe zu suchen. Hier bieten sie in der Breite und in der Höhe viel Raum. Das sieht im Fond ganz anders aus: Sowohl der BMW als auch der Mercedes sind trotz ihrer nicht gerade zierlichen Abmessungen hinten sehr eng geschnitten. Erwachsenen möchte man die Fondnischen nur in absoluten Ausnahmefällen für längere Zeit zumuten – zumal sie nur recht unbequem zu erreichen sind.

Bei geschlossenen Dächern stellen die Gepäckräume beider Kandidaten ausreichend viel Stauraum zur Verfügung. Das Bild ändert sich mit dem Öffnen der Dächer eklatant: Während der Mercedes auch dann noch ausreichend Platz (300 Liter) bietet, schrumpft der Kofferraum des BMW auf eine flache Höhle mit einem Volumen von gerade mal 210 Litern zusammen, in der sich nur kleinteiliges Transportgut unterbringen lässt. Dieser Umstand geht klar auf das Konto des sperrigen Metallklappdachs, das immerhin eine große Heckscheibe beherbergt. Dadurch ist der 3er nach hinten etwas übersichtlicher als das E-Klasse Cabrio. Weitgehend Einigkeit herrscht bei der Verarbeitung und der Materialgüte. Weder der BMW noch der Mercedes leisten sich in dieser Disziplin dieses Mal Schwachstellen.

KarosserieMax. PunkteMercedes E 400 CabrioletBMW 335i Cabriolet
Raumangebot vorn1007772
Raumangebot hinten1002426
Übersichtlichkeit704145
Bedienung/ Funktion1008185
Kofferraumvolumen1002315
Variabilität10063
Zuladung/ Anhängelast803526
Sicherheit1508971
Qualität/ Verarbeitung200177176
Kapitelbewertung1000553519

 

Fahrkomfort

Der Stuttgarter spielt im Komfort einmal mehr seine Stärken aus. Die Federung spricht sensibel an und lässt sich auch bei maximaler Beladung nicht aus der Ruhe bringen. Gerade Letzteres sieht beim Münchener etwas anders aus. Bei voller Beladung neigt die Hinterachse auf groben Pfaden nur allzu gern dazu durchzuschlagen, und auch auf kleineren Anregungen kommt der Aufbau des 335i schnell ins Zittern. Fairerweise sollte indes erwähnt werden, dass der Mercedes E 400 diesen Vergleich mit optionalen adaptiven Dämpfern antritt, während der BMW mit einem konventiollen Fahrwerk bestückt ist.

Die Kontrahenten verfolgen bekanntlich gegensätzliche Philosophien, was das Verdeck angeht. Der Mercedes ist mit einer klassischen Stoffmütze, der BMW 335i mit einem Klappdach ausgerüstet. Nennenswerte Vorteile verschafft dem Münchener das feste Dach nicht. Das Verdeck des Mercedes sperrt Windgeräusche mindestens genauso wirkungsvoll aus. Lediglich Umgebungsgeräusche, beispielsweise durch vorbeiziehende Lkw auf der Autobahn, dringen etwas ungefilterter in den Innenraum als beim BMW. Dafür ist dessen Motorgeräusch stets präsenter – was bei dem tollen Klang jedoch keinesfalls von Nachteil ist.

FahrkomfortMax. PunkteMercedes E 400 CabrioletBMW 335i Cabriolet
Sitzkomfort vorn150132131
Sitzkomfort hinten1003028
Ergonomie150118120
Innengeräusche504134
Geräuscheindruck1008280
Klimatisierung503831
Federung leer200136132
Federung beladen200136129
Kapitelbewertung1000713685

 

Motor und Getriebe

Spontane Gasannahme, überragende Laufkultur, ausgeprägte Drehfreude und ein emotionales Klangbild: Der Reihensechser des BMW ist jedes Mal aufs Neue ein Quell der Freude. Der Dreiliter-Mono-Turbo beschleunigt den immerhin 1846 Kilogramm schweren 3er in glatten sechs Sekunden auf 100 km/h. Das Siebengang-Doppelkupplungsgetriebe (2400 Euro) passt bestens zum sportlichen Charakter des Motors. Es wechselt die Gänge schnell und ohne Zugkraftunterbrechung.

Das neue Mercedes-Triebwerk, ebenfalls mit drei Liter Hubraum gesegnet, erfreut mit seinem bulligen Antritt. Der Biturbo schöpft aus drei Liter Hubraum satte 333 PS und wuchtet ein maximales Drehmoment von 480 Newtonmetern auf die Kurbelwelle. Damit spurtet der Mercedes E 400 noch vehementer nach vorn als der BMW 335i.

Die Verbrauchswerte beider Direkteinspritzer gehen für die Leistungsklasse in Ordnung. Bei zurückhaltender Fahrweise sind Verbräuche von unter zehn Litern möglich. Im Mittel genehmigen sich die Triebwerke jedoch etwas mehr, nämlich 10,9 (BMW) beziehungsweise 10,6 (Mercedes) Liter.

Motor und GetriebeMax. PunkteMercedes E 400 CabrioletBMW 335i Cabriolet
Beschleunigung150128128
Elastizität100
Höchstgeschwindigkeit1509090
Getriebeabstufung1008588
Kraftentfaltung504546
Laufkultur1008688
Verbrauch325180174
Reichweite25119
Kapitelbewertung1000625623

 

Fahrdynamik

Eine Sternstunde für den Mercedes: Der E 400 enteilt dem 335i auf dem Handlingkurs um fast zwei Sekunden, was zum Teil auch an den sehr gut verzögernden Bremsen liegt. Allerdings offenbart er bei abgeschalteten Fahrsicherheitssystemen eine ausgeprägte Tendenz zum Übersteuern. Die Hinterreifen kapitulieren gerade beim Herausbeschleunigen aus engen Kurven früh vor den Kräften des Motors. Das ausschwenkende Heck lässt sich allerdings leicht mit einer gezielten Lenkkorrektur wieder einfangen.

Die Traktion des BMW ist etwas besser entwickelt, sein Heck lässt sich nur mit Vorsatz zum Auskeilen bewegen. Dennoch beginnt der Grenzbereich des 3er grundsätzlich früher, was sich logischerweise negativ auf die Rundenzeit auswirkt. Dafür besitzt der BMW die rückmeldungsfreudigere und spontaner agierende Lenkung, auch wenn sie recht schwergängig ist.

FahrdynamikMax. PunkteMercedes E 400 CabrioletBMW 335i Cabriolet
Handling1508679
Slalom1006058
Lenkung1008688
Geradeauslauf503835
Bremsdosierung302123
Bremsweg kalt15010889
Bremsweg warm15011288
Traktion1004448
Fahrsicherheit150128130
Wendekreis201111
Kapitelbewertung1000694649

 

Umwelt und Kosten

Für sparsame Naturen ist keines der beiden Cabrios geeignet. Einen leichten Vorteil im Kostenkapitel sichert sich der Mercedes durch seine umfassenderen Garantieleistungen. In beiden Fällen schützt der hohe Einstandspreis nicht vor massivem Wertverlust.

Kosten/UmweltMax. PunkteMercedes E 400 CabrioletBMW 335i Cabriolet
Bewerteter Preis67599103
Wertverlust50910
Ausstattung252323
Multimedia503024
Garantie/Gewährleistung502720
Werkstattkosten201114
Steuer1088
Versicherung403131
Kraftstoff553029
Emissionswerte252121
Kapitelbewertung1000289283

 

Fazit

Sicherlich bringt das feste Dach des BMW im Alltag einige Vorteile mit sich. Dennoch merkt man dem Mercedes an, dass er das jüngere Auto ist. Die offene E-Klasse lässt dem 3er in keiner Disziplin eine echte Chance und punktet sogar in der Fahrdynamik. Der BMW hingegen begeistert immer noch mit seinem faszinierenden Motor samt Gänsehaut-Klang und der gefühlvollen Lenkung.

Gesamtbewertung

Max. PunkteMercedes E 400 CabrioletBMW 335i Cabriolet
Summe500028742759
Platzierung12

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