Neue deutsche Limousinen: BMW 2er & Mercedes A-Klasse Stufenplan

03.11.2014

Überraschung: BMW und Mercedes arbeiten an neuen Stufenheck-Limousinen – und die ersten Prototypen fahren schon. Wir vergleichen die beiden Konzepte: die 2er-Limousine mit der A-Klasse-Limousine

Ein neuer Trend geht um in der Kompaktklasse: Die Stufenheck-Limousinen kommen zurück. Natürlich wird das durch die klassischen Limousinen-Märkte USA und China gefördert, doch auch bei uns scheint es Interessenten zu geben. Brave Formen sind aber out: Audi hat hier mit der sehr schnittigen A3 Limousine den mutigen Anfang gemacht – und jetzt stehen auch BMW und Mercedes in den Startlöchern.

 

Kompaktklasse-Limousinen: BMW 2er und Mercedes A-Klasse

Dabei ist das Stufenheckmodell der Münchner, das am Ende schlicht 2er heißen wird, defi nitiv am weitesten gediehen. Das Auto zeigt eine eigenständige, reizvolle Linie, fein angesiedelt zwischen limousinenhaftem 3-Box-Layout und Coupé. Hinten gibt es dann keine große Hecktür, sondern einen normalen Kofferraumdeckel. Genutzt wird hier die neue BMW-Frontantriebs-Allradplattform, die wir schon vom neuen BMW-Van 2er Active Tourer und von der neuen Mini-Generation kennen.

Die Stufenheck-Limousine wird jedoch mit rund 4,48 m etwa 15 cm länger als der 1er mit Schrägheck. Ihr Kofferraumvolumen dürfte bei mindestens 420 Litern liegen, die Rücksitzlehnen sind im praktischen Verhältnis 40:20:40 umlegbar. Nach aktuellem Stand der Dinge wird das Auto schon im März auf dem Genfer Salon gezeigt, in den USA und China soll es Anfang 2016 starten und später zu uns kommen. Technisch und speziell motorisch kann sich die Limousine beim neuen Active Tourer bedienen.

Das beginnt beim Motorenprogramm: Für Amerika ist garantiert der Vierzylinder-Turbo mit 231 die erste Wahl. Bei uns hingegen werden es eher die sparsamen Vierzylinder-Diesel mit 116, 150 und 190 PS sowie der neue dreizylindrige Turbobenziner mit zum Beispiel 136 PS. Hinzu kommen sämtliche Assistenzsysteme, Head-up-Display inklusive. Und natürlich auch ein LTE-Hotspot fürs Highspeed-Internet und Musikstream sowie der komplett vernetzende Connected-Drive-Service der Bayern mit allen Navi- und Reisediensten oder Bluetooth-Office.

Das Konzept der Stuttgarter ist grundsätzlich ähnlich. Aber der Reihe nach. Mit der neuen Kompakt-Familie hat Mercedes nämlich ein richtiges Fass aufgemacht. Ob sportliche A- oder geräumige B-Klasse, ob eleganter CLA oder allradelnder GLA – das Geschäft mit den für Mercedes-Verhältnisse kleinen Autos ist groß. Vorteilhaft für die Schwaben ist die Tatsache, dass viele Käufer quasi Ersttäter sind, also nie zuvor einen Mercedes besessen haben. Mancher wird nämlich später den Aufstieg versuchen und sich eine C- oder E-Klasse vors Haus stellen. Logisch ist auch, dass Mercedes noch die kleinste Lücke in diesem Kompaktprogramm schließen will.

Im Jahr 2018 beginnt die sukzessive Erneuerung der heute schon erhältlichen A-Klasse-Palette, die übrigens Anfang 2015 noch in Gestalt des CLA Shooting Brake um einen höchst attraktiven Designerkombi komplettiert wird. Neu ins Programm kommen eine dreitürige Coupé-Version und eine waschechte Stufenheck-Limousine. Und genau diese soll die kleine Lücke zwischen dem modischen, im Fond allerdings etwas knapp geschnittenen CLA und der mittlerweile sehr erwachsenen C-Klasse füllen.

Sie wird speziell von US-amerikanischen und chinesischen Händlern gefordert und ist auch für das sehr wichtige Dienstwagengeschäft in Deutschland interessant. Mehr noch: Mit einem Einstiegspreis von weniger als 27.000 Euro dürfte Daimlers neuer Baby-Benz auch für Selbstzahler äußerst attraktiv sein. Technisch basiert die Limousine wie alle Derivate der nächsten A-Klasse-Familie auf einer neuen, in Zusammenarbeit mit Renault/Nissan/Infiniti geplanten Kompaktarchitektur für Front- und Allradantrieb, die gegenüber der heutigen, im Kern noch mit Chrysler entwickelten Plattform über etwas mehr Radstand und Spurweite verfügen soll.

Die Länge dürfte mit rund 4,60 Metern den nötigen Abstand zur C-Klasse (4,69 m) wahren. In puncto Radstand werden sich die neue Limousine und die zweite CLA-Generation übrigens unterscheiden. Das Volumen des durch Vorklappen der Rücksitzlehnen erweiterbaren Gepäckraums dürfte mit 450 Litern recht üppig bemessen sein. Feinheiten wie Luftfederung gibt es hier nicht, dafür aber erstmals adaptive Dämpfer.

Die noch jungen Motoren der Gegenwart sind voll zukunftsfähig und werden ein Leistungsspektrum von 109 bis über 360 PS abdecken, denn auch für eine A 45 AMG Limousine ist auf den Weltmärkten Platz. Interessant: Die Leistung des heute schon 360 PS starken Zweiliter-Biturbos wird noch zunehmen. Aller-dings soll bei allen Aggregaten die Verbrauchsschraube weiter nach unten gedreht werden. Dazu passt die Entscheidung, in dieser neuen Stufenheck-Limousine auch mindestens eine sehr sparsame Plug-in-Hybridversion anzubieten.

Wolfgang Eschment / Stefan Miete

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