BMW 2er Active Tourer: Kaufberatung zum neuen Kompakt-Van Tourenwagen

15.10.2014

Mit dem BMW 2er Active Tourer betritt Premium-Hersteller BMW absolutes Neuland, schließlich handelt es sich bei dem variablen Fronttriebler um den ersten Van der Marke. Dank einer Vielzahl an Optionen kann sich der Kunde ein überaus individuelles Fahrzeug zusammenstellen – wie unsere Kaufberatung zeigt

Die Fahrzeuggattung Van stand bislang vor allem für folgende Eigenschaften: gutes Raumangebot, hohe Variabilität und ausgeprägte Familientauglichkeit. BMW würzt das Segment nun obendrein mit jener Portion Fahrfreude, die typisch für die Premiummarke mit dem rotierenden Propeller im Emblem ist und schickt mit dem 2er Active Tourer seinen ersten Van überhaupt ins Rennen um die Gunst der Kunden. Bei ersten Probefahrten konnten wir uns bereits von den ausgeprägten dynamischen Fähigkeiten des Fronttrieblers überzeugen.

 

BMW 2er Active Tourer: kraftvolle, effiziente Motoren

Trotz aller Agilität vernachlässigen die Münchner jedoch keineswegs die oben genannten wichtigen Kriterien – doch dazu später mehr. Schauen wir uns zunächst die einzelnen Varianten des Hochdach-BMW genauer an. Der Van 2er Active Tourer ist bereits als Basismodell ordentlich ausgestattet. So bietet er unter anderem Leichtmetallräder (außer 216d), Klimaanlage, Radio samt USB-Anschluss und 6,5 Zoll großem Monitor, Bluetooth-Freisprecheinrichtung sowie Regensensor inklusive Fahrlichtautomatik.

Zu den Standard-Sicherheitssystemen zählen neben einer umfassenden Airbag-Sammlung die Auffahrwarnung mit City-Anbremsfunktion sowie ein Notrufassistent. Wie bei BMW üblich, ist auch der Active Tourer über die Basisversion hinaus in verschiedenen Ausstattungslinien verfügbar. Die Advantage Line (1350 Euro) offeriert neben der Grundausstattung Klimaautomatik, Multifunktionslenkrad, Nebelscheinwerfer, Einparkhilfe fürs Heck und einen Tempomaten mit Bremsfunktion. Die dynamisch ausgelegte Sport Line (2950 Euro) hält darüber hinaus exklusive Räder im 16-Zoll-Format und Sportsitze mit Stoffbezügen im „Race“-Design bereit.

Die 4000 Euro teure Luxury Line ist ganz ihrem Namen verpflichtet und enthält unter anderem Lederpolster, Sitzheizung für Fahrer und Beifahrer sowie Edelholz-Interieurleisten. Voraussichtlich zum November bringt BMW dann noch das M-Sportpaket (4650 Euro), das neben einem markanten Aerodynamikpaket und Alcantara-Sportsitzen fahrdynamisch relevante Extras wie spezifische Leichtmetallräder in 17 Zoll oder ein Sportfahrwerk enthält.

Zum Marktstart ist der 2er Active Tourer ausschließlich in einer Karosserievariante verfügbar – eine siebensitzige XXL-Version schiebt BMW zu einem späteren Zeitpunkt nach. Aber auch der Fünfsitzer bietet ein großzügiges Raumangebot, das auf einem guten, segmenttypischen Niveau liegt. Das heißt, dass auch großgewachsene Menschen jede Menge Raum zur freien Entfaltung vorfinden.

Kopffreiheit und Beinfreiheit sind auf allen Plätzen im Fahrzeug üppig. Wer häufig lange Strecken zurücklegt, dem seien die bequemen Sportsitze (490 Euro) ans Herz gelegt. Sie begünstigen dank ihrer weitreichenden Einstellmöglichkeiten inklusive verlängerbarer Beinauflage und der guten Seitenabstützung des Körpers ein ermüdungsfreies Reisen.

Das übersichtliche und mit vielen nützlichen Ablagen versehene Cockpit ist nach bester BMW-Tradition ganz auf den Fahrer zugeschnitten. Sämtliche Bedienelemente sind logisch arrangiert und liegen griffgünstig zur Hand. Uneingeschränktes Lob verdient ferner die einfache Bedienung. Über das kompakte iDrive-Bediensystem mit dem berührungssensitiven Dreh-/Drücksteller und einigen wenigen Funktionstasten lassen sich einzelne Parameter von Multimedia, Telefonie oder Navigation einfach und schnell anpassen.

Aber auch die wichtigste Van-Disziplin beherrscht der Active Tourer wie kaum ein BMW vor ihm: die Variabilität. Serienmäßig verfügt er über eine Fondsitzanlage mit dreiteilig umlegbarer Rückenlehne. Das dank der großen Ladeluke leicht zu befüllende Gepäckabteil fasst praxistaugliche 468 bis 1510 Liter.

Weitere Flexibilität beim Beladen gewährleistet die um bis zu 130 Millimeter verschiebbare Rückbank, deren Rückenlehnen sich dreistufig in der Neigung einstellen lassen. 300 Euro ruft BMW für dieses empfehlenswerte Extra auf, das außerdem das Umlegen der Rückenlehnen via Tasten vom Kofferraum aus beinhaltet. Wer zuweilen extrem langes Ladegut transportieren möchte, sollte zusätzlich 190 Euro in die umklappbare Beifahrersitzlehne investieren.

Damit passen sperrige Gegenstände mit einer Länge von bis zu 2,40 Metern in den BMW. Auf Wunsch, beziehungsweise gegen einen Aufpreis von 450 Euro, öffnet und schließt der Kofferraum elektrisch. Für weitere 300 Euro erhält der Kunde den praktischen Fußsensor unter der Heckschürze, über den das Öffnen der Heckklappe auch mit vollen Händen problemlos möglich ist.

Momentan umfasst das Motorenangebot für den Active Tourer zwei Benziner und einen Diesel. Das derzeitige Einstiegsaggregat ist der neue 1,5-Liter-Dreizylinder mit 136 PS und 220 Newtonmeter Drehmoment, das im Modell 218i seinen Dienst verrichtet. Damit ist der Münchner bereits flott unterwegs. Den Spurt aus dem Stand auf 100 km/h erledigt er in 9,3 Sekunden. Die Höchstgeschwindigkeit liegt bei 200 km/h. Trotz der munteren Fahrleistungen soll der kleine Turbo mit durchschnittlich 4,9 Liter Kraftstoff pro 100 Kilometer zufrieden sein.

Der Sportler innerhalb der Modellreihe ist der 225i. Sein 231 PS starker Turbo-Benziner beschleunigt den variablen Kompakten in 6,6 Sekunden auf 100 km/h. Das Ende der Fahnenstange ist erst bei 240 km/h erreicht – bei einem Durchschnittsverbrauch von 6,0 Litern. Der einzige Diesel und gleichzeitig unsere Empfehlung ist im Augenblick der 218d, dessen kultiviertes 2,0-Liter-Triebwerk 150 PS leistet.

Die unaufgeregte Arbeitsweise passt prima zum Charakter des Wagens. Mit einer Beschleunigung von 8,9 Sekunden und einer Höchstgeschwindigkeit von 205 km/h ist man zudem alles andere als langsam unterwegs. Der Verbrauch liegt laut BMW bei niedrigen 4,3 Liter Diesel auf 100 Kilometern.

Bei den genannten Varianten allein wird es nicht mehr lange bleiben. Voraussichtlich ab November wird die Active-Tourer-Familie um weitere Modelle anwachsen – darunter ein Benziner (220i, 190 PS), der 190 PS starke Topdiesel 220d sowie zwei Allradversionen (225i xDrive und 220d xDrive). Darüber hinaus debütiert im 216d Active Tourer ein neuer Dreizylinder-Diesel mit 116 PS, der nur 3,9 Liter Kraftstoff je 100 Kilometer verbrauchen soll.

Grundsätzlich ein empfehlenswertes Feature ist die Achtstufen-Automatik, die beim 225i serienmäßig an Bord und für viele weitere Modelle optional (2100 Euro Aufpreis) verfügbar ist. Sie hält stets die passende Übersetzung bereit und wechselt die einzelnen Fahrstufen schnell und sanft.

Das immer wichtiger werdende Thema Konnektivität berücksichtigt BMW ebenfalls. Für 350 Euro gibt es die ConnectedDrive Services, mit denen Smartphone-Apps ins Fahrzeug integriert werden können. Außerdem beinhaltet diese Option das mobile Internetportal BMW Online, das Zugriff auf E-Mails, Wetterinformationen oder Nachrichten ermöglicht.

Darüber hinaus hält BMW ein erweitertes ConnectedDrive Services Paket bereit, das im Verbund mit einem Navigationssystem (ab 950 Euro) aktuelle Verkehrsinformationen von Autobahnen, Landstraßen und innerstädtischen Straßen in Echtzeit ins Fahrzeug überträgt. Ein sinnvolles Extra, denn im Stau kommt bekanntlich nur selten Freude am Fahren auf.

Unser Fazit

Einer erfolgreichen Karriere des BMW 2er Active Tourer steht grundsätzlich nichts im Weg. Er ist – wie es sich für einen familienfreundlichen Van gehört – sehr variabel einsetzbar und bietet gleichzeitig die markentypische Freude am Fahren. Dazu ist der Fronttriebler sehr fahrsicher, und auch das große Angebot an Sicherheitssystemen und Assistenten überzeugt. Der Weg zum Wunschmodell führt über viele verschiedene Optionen. Ob nun ein schickes Panorama-Glasdach, ein Sportfahrwerk oder edles Leder – der individuellen Freiheit sind kaum Grenzen gesetzt. Unsere Kaufempfehlung ist der 150 PS starke 218d für 31.050 Euro, dessen sparsamer und agiler Motor hervorragend zum Charakter des Active Tourer passt. Wer noch Geld für Extras übrig hat, sollte über die tolle Automatik und die praktischen Extras zur Steigerung der Innenraum-Variabilität nachdenken.

Marcel Kühler

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