Kompaktvan-Vergleichstest: BMW 225i Active Tourer vs. Opel Zafira Tourer Aus der Tiefe des Raumes

23.10.2014
Inhalt
  1. KAROSSERIE
  2. FAHRKOMFORT
  3. MOTOR/GETRIEBE
  4. FAHRDYNAMIK
  5. UMWELT/KOSTEN
  6. VARIABILITÄT
  7. SO TESTET DIE AUTO ZEITUNG
  8. FAZIT
  9. Technische Daten & Gesamtbewertung als PDF zum nachlesen

Jetzt wird es ernst für den ersten Van der Münchener: Der BMW 225i Active Tourer muss seine Qualitäten gegen den Opel Zafira Tourer 1.6 Turbo unter Beweis stellen, einen der besten Vans überhaupt

Mit dem 2er Active Tourer wagt sich BMW gleich in zweifacher Hinsicht auf völlig neues Terrain. Zum einen handelt es sich bei dem dynamisch gezeichneten Kompakten um den ersten Van der Münchner. Und zum anderen ist der Active Tourer der erste BMW mit Frontantrieb. Die spannende Frage: Wie praxistauglich ist der Neuling, und wieviel Freude am Fahren steckt in ihm? Zur Klärung lassen wir den 225i mit Zweiliter-Turbo-Vierzylinder gegen einen der etabliertesten Gegner überhaupt antreten: den Opel Zafira Tourer.

Der Rüsselsheimer gilt als einer der Vorreiter in Sachen Variabilität und verfügte bereits zum Markstart der ersten Generation im Jahr 1999 serienmäßig über eine vollständig versenkbare dritte Sitzreihe – damals einmalig im Segment der Kompakt-Vans. Mittlerweile ist dieses praktische Feature zwar aufpreispflichtig, dem sonstigen Nutzwert des geräumigen Pragmatikers tut dies jedoch keinen Abbruch. Dem Vergleichstest gegen den 231 PS starken BMW stellt sich der Opel mit einem Turbo-Vierzylinder, der 200 PS leistet.

 

KAROSSERIE

Angesichts der Kompaktheit seiner Karosserie beeindruckt der 4,34 Meter lange und 1,80 Meter breite BMW mit einem sehr guten Raumangebot. Vorn finden auch große Erwachsene genügend Platz zur freien Entfaltung vor. Dank der relativ flach montierten Sitze fällt die Kopffreiheit üppig aus. Dies gilt auch für den Fond, wo der BMW überdies reichlich Platz für lange Beine bereitstellt.

Allerdings hat der 30 Zentimeter längere und acht Zentimeter breitere Opel von allem noch etwas mehr zu bieten. Am auffälligsten sind seine Vorteile beim Kofferraumvolumen, das mit 710 bis 1860 Litern gigantisch ausfällt. Der BMW hat hier mit 468 bis maximal 1510 Litern klar das Nachsehen. Zudem darf der 225i mit maximal 447 Kilogramm erheblich weniger zuladen als der Za ra Tourer, der 643 Kilogramm mit auf Reisen nehmen kann.

Im Gegenzug punktet der Active Tourer mit seinem klar gegliederten und intuitiv bedienbaren Cockpit. Sowohl Kenner der Marke als auch Neueinsteiger dürften mit der Logik des iDrive-Systems auf Anhieb zurechtkommen. Der Opel macht es seinem Benutzer aufgrund der vielen Tasten und des komplizierten Dreh-/Drückstellers, dessen äußerer Ring und nicht etwa die mittlere Fläche zur Bestätigung gedrückt werden will, etwas schwieriger.

Doch wie schaut es mit der Kernkompetenz eines Vans aus? Kann der Emporkömmling aus dem Hause BMW in Sachen Variabilität mit dem anerkannt vielseitigen Opel mithalten? Die Antwort lautet: ja, fast. Der Bayer bietet serienmäßig dreiteilig umlegbare Fondsitze und einen doppelten Ladeboden. Eine zweiteilig längs verschiebbare Rückbank kostet 300 Euro extra, wobei in diesem Betrag auch die praktische Fernentriegelung und die dreistufige Neigungsverstellung der Rückenlehnen enthalten ist.

Ein vorklappbarer Beifahrersitz (190 Euro) ist für den BMW ebenfalls erhältlich. Nur bei der dritten Sitzreihe muss der Active Tourer passen. Dieses Feature, das Opel für 700 Euro Mehrpreis anbietet, gibt es für den BMW nicht. Eine durchaus positive Überraschung ist dafür die Material- und Verarbeitungsqualität im neuen Active Tourer. Sie liegt durchweg auf einem hohem Niveau.

 

FAHRKOMFORT

Die Seriensitze, mit denen der BMW den Vergleichstest bestreitet, sind nicht unbedingt eine Offenbarung, denn sie lassen im Grunde jeglichen Seitenhalt vermissen. Durch ihre großzügig gerundeten Kanten fehlt es Langbeinern zudem an Schenkelauflage. Deutlich besser sind die Ergonomiesitze im Opel Zafira, die ihren Aufpreis von 685 Euro zweifellos wert sind. Sie gewährleisten dank ihrer weitreichenden Verstellmöglichkeiten inklusive justierbarer Lendenwirbelstütze und der angenehmen Polsterung ein entspanntes Sitzgefühl – und das auch auf langen Strecken.

Und auch im Federungskomfort hat der Opel, der wie der BMW mit adaptiven Dämpfern an den Start geht, die Nase leicht vorn. Sanftes Abrollen und Anfedern zeichnen den Rüsselsheimer aus, der selbst im Sportmodus stets komfortabel bleibt. Der Active Tourer ist ganz seiner dynamischen Gesinnung verpflichtet und bringt eine etwas straffere Grundabstimmung mit.

Zwar reagiert er auf kleinere Unebenheiten ebenfalls sehr souverän, doch größere Kanten, beispielsweise hervorstehende Gullydeckel oder Ähnliches, gibt er eher als leichte Stöße an seine Passagiere weiter.

 

MOTOR/GETRIEBE

231 PS plus 350 Newtonmeter maximales Drehmoment – die Leistungsdaten des 225i Active Tourer lesen sich wie die eines Kompaktsportlers. Und genauso geht der BMW, der ausschließlich mit der hervorragenden Achtstufen-Automatik zu haben ist, auch zur Sache. Mit Nachdruck beschleunigt der Zweiliter-Turbo den Van aus dem Stand in hohe Geschwindigkeitsbereiche. Erst bei 235 km/h endet der Vortrieb.

Dem hat der 200 PS starke Opel-Vierzylinder, der stets mit einem manuellen Sechsgang-Getriebe kombiniert wird, nur wenig entgegenzusetzen. Gerade bei höherem Tempo wirkt sein Triebwerk etwas angestrengt. Außerdem hängt der ECOTEC nicht so spontan am Gas. Eine Gemeinsamkeit: Mit 9,5 (BMW) beziehungsweise 10,2 (Opel) Litern Verbrauch sind beide Rivalen keine Kostverächter.

 

FAHRDYNAMIK

Der 225i Active Tourer ist der neue Handling-König im Kompaktvan-Segment und nimmt dem Zafira Tourer satte vier Sekunden auf unserer anspruchsvollen Handling-Rundstrecke ab. Die ebenso rückmeldungsfreudige wie präzise Lenkung und die gute Traktion sind neben der schieren Power des Motors die maßgeblichen Zutaten für den immensen Vorsprung auf den weniger agilen Opel.

Darüber hinaus liefert der BMW eine Glanzleistung beim Bremsen ab. Aus 100 km/h steht er voll abgebremst nach nur 33,8 Metern. Dass sich der Bremsweg nach zehnmaliger Wiederholung  noch weiter verkürzt (32,6  Meter), spricht für die Standfestigkeit der Anlage.

 

UMWELT/KOSTEN

Auch preislich ist der Active Tourer ein echter BMW. Das bedeutet, dass er im Kostenkapitel keine Chance gegen den durchweg günstigeren Opel Zafira Tourer hat. In der testrelevanten Ausstattung ist der Rüsselsheimer rund 9000 Euro günstiger. Immerhin: Einige Funktionen wie eine Bluetooth-Freisprecheinrichtung oder ein Notrufassistent sind beim BMW Serie. Dazu bieten die Bayern dank der umfassenden Online-Funktionen in Sachen Multimedia das deutlich modernere Auto.

 

VARIABILITÄT

BMW vernachlässigt bei seinem ersten Raumkonzeptfahrzeug trotz aller gebotenen Sportlichkeit keinesfalls den praktischen Nutzwert. Einige der Flexibilität des Innenraums zuträglichen Dinge wie die verschiebbare Rückbank inklusive Lehnen-Entriegelung vom Kofferraum aus kosten jedoch Aufpreis. Praktisch: BMW offeriert für den Active Tourer eine elektrische Heckklappe mit Gestensteuerung (750 Euro).

Ein angedeuteter Tritt unter die Heckschürze genügt, und der Kofferraum öffnet sich. Die längs verstellbare Rückbank ist beim Opel Zafira Tourer serienmäßig zu haben. Für einen Aufpreis von 700 Euro wird der Opel außerdem zum Siebensitzer – ohne an Nutzwert zu verlieren. Denn die beiden Einzelsitze der dritten Sitzreihe lassen sich vollständig im Wagenboden versenken.

 

SO TESTET DIE AUTO ZEITUNG

Alle Testkandidaten werden auf abgesperrter Rundstrecke umfassend geprüft. Schwächen im Bereich Fahrsicherheit werden auf dem anspruchsvollen Kurs schnell offensichtlich.

 

FAZIT

BMW gelingt mit einem für die Marke völlig neuen Fahrzeugkonzept ein Einstand nach Maß. Dank der ausgeprägten Fahrdynamik und der tollen Motor-/Getriebe-Einheit sichert sich der 225i Active Tourer den ersten Testsieg in seiner jungen Karriere. Zudem ist seine Variabilität hoch entwickelt. Die Kehrseite der Medaille: Der BMW ist ein kostenintensives Vergnügen.

Der günstigere Opel Zafira Tourer ist zwar nicht so fahraktiv, stellt dafür aber den größeren Innenraum mitsamt eines gigantischen Gepäckabteils bereit. Außerdem ist er komfortabler als der BMW.  Opel-Schwächen sind der höhere Verbrauch und die antiquierte Multimedia-Einheit.

 

Technische Daten & Gesamtbewertung als PDF zum nachlesen

Marcel Kühler

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