Vergleichstest: BMW 125i - Mercedes A 250 Sport BMW 125i | Mercedes A 250 Sport

08.10.2012
Inhalt
  1. Karosserie
  2. Fahrkomfort
  3. Motor und Getriebe
  4. Fahrdynamik
  5. Umwelt und Kosten
  6. Fazit

Vergleichstest BMW 125i gegen Mercedes A 250 Sport: Selten brach ein Auto so radikal mit dem Vorgänger wie die neue A-Klasse. Der neue Kompakt-Mercedes ist flach und sportlich. Doch auch besser als der BMW 1er?

A ha, A-Klasse. Wenn hier nicht in kleinen Chromlettern A 250 auf der Heckklappe stünde, käme man nur schwerlich auf die Idee, dass der coupéhaft geduckte Kompaktwagen der direkte Nachfolger des seit 1997 gebauten kleinsten Mercedes sein soll. A-Klasse, das stand für Sandwich-Bauweise, hohe Sitzposition und verhaltene Dynamik.

Damit räumt der Neue so gründlich auf wie etwa vor 40 Jahren der erste VW Passat mit der heckmotorigen Betulichkeit seiner luftgekühlten Vorgänger. Die A-Klasse ist ein Edel-Kompakter – konzeptionell und technisch auf Augenhöhe mit der Konkurrenz, etwa dem ebenfalls gerade erst erneuerten Audi A3 und dem BMW 1er.

Zum ersten Vergleichstest tritt der neue Kompakt-Mercedes mit der stärksten Motorisierung und dem sportlichsten Ausstattungspaket an: als A 250 Sport mit 211 PS ab 36.860 Euro. Und bevor Sie jetzt nachrechnen, wie viel Mark das mal waren: Der 218 PS starke BMW 125i inklusive Achtstufen-Automatik ist reichliche 4460 Euro billiger als der A 250. Auf geht’s!

 

Karosserie

Ade, doppelter Boden, die neue A-Klasse kommt ohne die exotische Bauweise des Vorgängers aus. Das hat viele Vorteile wie etwa niedriger Schwerpunkt und weniger Bauhöhe, doch auch unbestreitbare Nachteile. Diejenigen der rund 2,1 Millionen Käufer, die den A gerade wegen seiner erhöhten Sitzposition schätzten, werden eher mit einer B-Klasse glücklich. Im Neuen sitzt man tief, ein wenig eingemauert zwischen den hohen Seitenwänden und der ausladenden Mittelkonsole.

Das Platzangebot auf den vorderen Plätzen ist einen Hauch knapper als im BMW 1er, gerade groß genug, ohne üppig zu sein. Deutlich beengter geht es im Fond zu. Knieraum und Kopffreiheit sind zwar ausreichend, doch der Einstieg ist wegen des schmalen Türausschnitts und des coupéhaft tiefgezogenen Dachs etwas beschwerlich. Das ist beim BMW jedenfalls etwas besser gelöst.

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Wichtiger sind der Premium-Kundschaft vermutlich ohnehin andere Eigenschaften. Etwa ein hochwertiges Ambiente und gediegene Verarbeitungsqualität. Da zeigt sich der Mercedes von seiner besten Seite. Okay, das aufpreispflichtige Kunststoff-Gefl echt in Kohlefaseroptik, mit dem Teile des Armaturenbretts bezogen sind, muss man nicht mögen. Doch es ist – wie alles andere im A – sehr sauber eingepasst. Karosserie und Interieur scheinen auch bei Holperfahrten überaus solide, da klappert und scheppert nichts. Der BMW kann da nicht ganz mithalten, vor allem die Werkstoffe im Innenraum könnten eine Spur hochwertiger sein.

Absolut premium sind die Rivalen bei der Sicherheitsausstattung. Die hat vor allem beim Mercedes schon serienmäßig mehr Zutaten zu bieten als bei vielen Konkurrenten die Aufpreislisten hergeben. So sind etwa der Müdigkeitswarner Attention Assist und der Aufprallwarner Collision Prevention Assist serienmäßig an Bord. Selbst der ebenfalls sehr gut ausstaffierte BMW 125i büßt da ein paar Punkte ein, weshalb der A 250 am Ende der Karosseriewertung vorn liegt.

KarosserieMax. PunkteMercedes A 250 SportBMW 125i
Raumangebot vorn1006365
Raumangebot hinten1004648
Übersichtlichkeit703538
Bedienung/ Funktion1008690
Kofferraumvolumen1002730
Variabilität1004040
Zuladung/ Anhängelast803827
Sicherheit150109102
Qualität/ Verarbeitung200185178
Kapitelbewertung1000629618

 

Fahrkomfort

Nicht ganz so gut setzt sich die neue A-Klasse im Komfortkapitel in Szene. Ihr sehr agiles, sportliches Fahrwerk gibt sich im Alltagsverkehr holperig, vor allem kurze Unebenheiten werden von den Federelementen ohne nennenswerte Abschwächung weitergeleitet. Gut, dass die Insassen auf recht bequemem und viel Halt bietendem Gestühl Platz nehmen dürfen.

Noch etwas angenehmer ist der Aufenthalt im 125i, nicht nur wegen der sehr guten Sportsitze (1830 Euro extra). Seine Fahrwerk gibt sich zudem weit verträglicher. Zumindest in der Komfortstellung des 760 Euro teuren adaptiven Fahrwerks gleitet er viel ungerührter über kleine und große Unebenheiten. Nur bei voller Beladung geht die Federung mitunter sehr humorlos auf Block. Das gelingt dem Mercedes besser, er verkraftet die Zuladung unbeeindruckt. Ein adaptives Fahrwerk hingegen gibt es beim A 250 nicht, was ihm in der Komfortwertung gegen den BMW wenig Chancen lässt.

FahrkomfortMax. PunkteMercedes A 250 SportBMW 125i
Sitzkomfort vorn150131134
Sitzkomfort hinten1005862
Ergonomie150126128
Innengeräusche502728
Geräuscheindruck1006567
Klimatisierung503230
Federung leer200115131
Federung beladen200118128
Kapitelbewertung1000672708

 

Motor und Getriebe

Nicht alles war früher besser, Autos mit über 200 PS etwa verbrauchten meist deutlich mehr als zwölf Liter, selbst wenn sie in vergleichsweise kleinen Karosserien eingebaut waren. Doch fast immer waren es Sechszylinder. In den modernen Downsizing-Premiumkompakten treiben turboaufgeladene Zweiliter-Vierzylinder mit Direkteinspritzung die Vorderräder (A 250) oder die Hinterachse
(125i) an. Sie sorgen zusammen mit automatisch agierenden Schalteinheiten für nachhaltigen, doch wenig aufregenden Schub. Automobile Gourmets mögen die Sechszylinder vermissen, Sparfüchse nicht. A 250 und 125i sind mit deutlich unter zehn Litern je 100 km sehr hurtig unterwegs, nur wer auf der Autobahn richtig Gas gibt, verbraucht sehr viel mehr.

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Die Unterschiede zwischen BMW und Mercedes – auch das ist neue Autowelt – sind marginal. Die Fahrleistungen fallen praktisch gleich aus, der BMW geht etwas flotter. Der Mercedes läuft rauer, und sein Doppelkupplungsgetriebe agiert ruppiger als die seidenweiche Achtstufen-Automatik des BMW, der das Motorenkapitel knapp für sich entscheidet.

Motor und GetriebeMax. PunkteMercedes A 250 SportBMW 125i
Beschleunigung150128131
Elastizität100
Höchstgeschwindigkeit1508385
Getriebeabstufung1009092
Kraftentfaltung504041
Laufkultur1006870
Verbrauch325216213
Reichweite25910
Kapitelbewertung1000634642

 

Fahrdynamik

Verkehrte Welt bei der Fahrdynamik. Früher mussten sich die Mercedes-Produkte bei den dynamischen Übungen regelmäßig hinter der weiß-blauen Konkurrenz anstellen. Heute zeigt die A-Klasse dem 125i auf dem Handlingparcours, wo der Frosch die Locken hat: Einen besser abgestimmten, traktionsfreudigeren und agileren Fronttriebler hat die AUTO ZEITUNG-Testredaktion selten um die Ecken gescheucht.

Der A 250 Sport ist neutral, pfeilschnell und extrem fahrsicher, da hilft dem 125i auch sein adaptives Fahrwerk samt Fahrerlebnisschalter wenig. Er will mit größeren Lenkeinschlägen um die Kurven geschwungen werden, untersteuert heftiger und wirkt im direkten Vergleich etwas unwillig. Da der Mercedes auch besser bremst und die feinfühligere, direktere Lenkung hat, distanziert er den BMW sehr deutlich.

FahrdynamikMax. PunkteMercedes A 250 SportBMW 125i
Handling1509386
Slalom1009181
Lenkung1008480
Geradeauslauf503838
Bremsdosierung302322
Bremsweg kalt15011095
Bremsweg warm150111100
Traktion1004843
Fahrsicherheit150138131
Wendekreis201114
Kapitelbewertung1000747690

 

Umwelt und Kosten

Doch so manche Tradition bleibt auch in der neuen Autowelt bestehen, etwa diejenige, dass Mercedes immer die teureren Autos baut. Im Fall des A 250 Sport sind es fast 4500 Euro, also gut 15 Prozent des Kaufpreises. Wer auf das Topmodell Sport verzichtet, erhält den A 250 für über 3300 Euro weniger, deutlich teurer als der BMW ist er dennoch. Dass er bei unserem Vergleichstest im Kostenkapitel nicht ganz untergeht, ist den großzügigeren Garantiezusagen von Mercedes geschuldet.

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Kosten/UmweltMax. PunkteMercedes A 250 SportBMW 125i
Bewerteter Preis675156175
Wertverlust501618
Ausstattung251818
Multimedia50
Garantie/Gewährleistung502820
Werkstattkosten201415
Steuer1099
Versicherung403433
Kraftstoff553635
Emissionswerte258989
Kapitelbewertung1000400412

 

Fazit

Mit der alten A-Klasse hat der A 250 so viel zu tun wie ein Wählscheibentelefon mit einem iPhone. In der getesteten Ausstattung ist der A 250 Sport ein ebenbürtiger Rivale zu den etablierten Sport-Kompakten, etwa VW Golf GTI oder Scirocco. Fahrdynamisch hat der BMW 125i jedenfalls das Nachsehen gegenüber dem munteren Mercedes. Dass der A 250 Sport beim Raumangebot und im Komfort weniger beeindruckend aufgeigt, werden ihm Sportsfreunde gern verzeihen.

Gesamtbewertung

Max. PunkteMercedes A 250 SportBMW 125i
Summe500030823070
Platzierung12

Tags:
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