1er vs. A-Klasse: BMW 120d und Mercedes A 220 CDI Kompakter Luxus

BMW präsentiert den umfangreich überarbeiteten 1er. Wir stellen ihm gleich seinen härtesten Rivalen zur Seite. Erster Vergleich zwischen dem BMW 120d xDrive und dem Mercedes A 220 CDI 4Matic

Die Bayern rüsten weiter auf, der 1er fährt deutlich aufgewertet in seine nächste Dekade. Damit dürfte auch das ewige Duell zwischen BMW und Mercedes neu angefacht werden. Zwar ist die A-Klasse nach dem radikalen formalen Umschwung attraktiv wie nie zuvor, doch an den Erfolg des 1er kommt sie noch nicht heran. Die Bayern verkauften in zehn Jahren bereits zwei Millionen Autos ihres Kompaktstars. Allein 2014 entschieden sich über 50.000 deutsche Kunden für den sportlichen 1er, nur knapp 37.000 für die A-Klasse. Selbst in den ersten beiden Monaten diesen Jahres verkauften die BMW-Händler mit 6569 Fahrzeugen noch gut 2000 Exemplare mehr als die der Schwaben. Und jetzt steht seit März der 1er sogar mit intensiv aufgewerteter Ausstattung und optischem Feinschliff bereit.

 

BMW 1er Facelift: Erstes Treffen mit der A-Klasse

Damit der Erfolg konstant bleibt, macht BMW beim 1er mächtig Dampf. Neue Motoren sollen die schwäbische Konkurrenz noch weiter abhängen. So steckt nun auch im 120d der neue Zweiliter-Turbodiesel mit 190 PS und 400 Newtonmetern im Bug. Der von uns gefahrene BMW 120d xDrive mit serienmäßiger Achtstufen-Automatik hat erstklassige Argumente, um in der Kundengunst seinen Stuttgarter Rivalen erneut auszustechen.

Der 1er mit Allradantrieb soll laut BMW in 6,8 Sekunden 100 km/h erreichen. Der vergleichbare A 220 CDI 4Matic mit lediglich 170 PS und Siebengang-Doppelkupplungsgetriebe lässt sich mit 8,2 Sekunden deutlich mehr Zeit, um den Sprint zu absolvieren. Auch die Höchstgeschwindigkeit liegt mit 217 km/h niedriger als die des 1er, der 222 km/h schnell wird.

Darüber hinaus arbeitet der neue Selbstzünder des BMW nicht nur spürbar kultivierter als sein Vorgänger, sondern auch als der knurrige Turbodiesel des Mercedes. Gut ankommen dürfte im Schlagabtausch zudem der moderate Kraftstoffverbrauch. Keine Frage, auch der Mercedes A 220 CDI 4Matic geht mit einem von Mercedes angegebenen Durchschnittsverbrauch von 4,6 Liter Diesel auf 100 Kilometern genügsam mit den Ressourcen um.

Aber der stärkere 1er bleibt mit 4,3 Litern auf gleicher Distanz noch etwas zurückhaltender. Wie wichtig BMW dieser Aspekt ist, zeigt die Automatik, die nun mit dem Navigationssystem (optional) kommunizieren kann. Im  Eco-Pro-Modus sorgt der Vorausschauassistent, der vor Kurven, Abzweigungen,Kreisverkehren und Geschwindigkeitsbegrenzungen zum Gaswegnehmen animiert, in Verbindung mit der Segelfunktion für eine verbesserte Effizienz.

Ohnehin setzt BMW mit dem Facelift noch stärker auf die Vernetzung des Fahrzeugs. Alle 1er verfügen nun über eine fest verbaute SIM-Karte. Die automatische Notruffunktion ist daher jetzt bereits ab Werk an Bord. Optional lässt sich der neue 1er in Sachen Sicherheit zudem mit der radarbasierten Geschwindig-keitsregelung, einem Parkassistenten zum Quer- und Längseinparken bis hin zum Notbremshelfer auf Oberklasse-Niveau heben.

 

BMW 120d: Neuer starker und sparsamer Motor

Da ist die Mercedes A-Klasse allerdings bereits angekommen. Mit optionalen Features wie dem Spurwechselassistenten oder dem Unfallfrüherkennungssystem (Pre-Crash) bleibt Daimler auch bei der A-Klasse den hohen Sicherheitsansprüchen treu. Die Münchner bieten Vergleichbares (Active Protection system) dagegen erst ab der 3er-Reihe an.

Beim Raumangebot ist alles beim Alten geblieben: Der BMW 1er gibt sich einen Hauch luftiger. Vor allem im Fond pro tieren die Insassen nicht nur beim Einstieg von den größeren Türausschnitten, sondern auch von der etwas besseren Kopffreiheit. Und auch das Ladevolumen fällt wegen des flacher auslaufenden Hecks der A-Klasse beim BMW größer aus. Bisher zeigte der Stuttgarter dafür die besseren Komfortqualitäten im Vergleich zu den straffer abgestimmten 1er-Modellen. Zumindest mit adaptiven Dämpfern präsentiert sich der 120d xDrive nun mit einer breiteren Spreizung der verschiedenen Modi. Insbesondere die Komfortabstimmung überzeugt auf schlechten Strecken mit feinfühligem Ansprechen.

Mehr Feingefühl zeigt BMW mittlerweile auch in Sachen Verarbeitungs- und Materialqualität. Der in den letzten Jahren nicht immer sehr konsequente Liebe zum Detail widmete man nun mehr Aufmerksamkeit: Mit dem Facelift erhielt der 1er daher eine hochwertigere Mittelkonsole und hinterlässt auch insgesamt einen spürbar besseren Eindruck. Dass der 1er nicht nur in den Vergleichstests gegen die A-Klasse die Führungsrolle übernommen hat, sondern auch bei den Verkäufen, liegt auch an der attraktiven Preisgestaltung: Der 120d xDrive kostet 34.950 Euro, während Mercedes für den A 220 CDI 4Matic bereits 36.652 Euro verlangt.

TECHNIK
   

BMW 120d xDrive
 Mercedes A 220 CDI 4Matic
Motor 4-Zylinder, 4-Ventiler, Turbodiesel, Partikelfilter  4-Zylinder, 4-Ventiler, Turbodiesel, Partikelfilter
Hubraum 1995 cm3  2143 cm3
Leistung 140 kW/190 PS bei 4000/min  125 kW/170 PS bei 3400 - 4000/min
Max. Drehmoment 400 Nm bei 1750 - 2500/min  350 Nm bei 1400 - 3400/min
Getriebe 8-Stufen-Automatik  7-Gang-Doppelkupplung
Antrieb Allrad, permanent  Allrad, permanent
L/B/H 4329/1765/1421 mm  4292/1780/1433 mm
Radstand 2690 mm  2699 mm
Leergewicht 1455 kg  1545 kg
Kofferraumvolumen 360 - 1200 l  341 - 1157 l
Beschleunigung1 0-100 km/h in 6,8 s  0-100 km/h in 8,2 s
Höchstgeschwindigkeit1 222 km/h  217 km/h
EU-Verbrauch1 4,3 l D/100 km  4,6 l D/100 km
CO2-Ausstoß1 113 g/km  121 g/km
Grundpreis 34.950 Euro  36.652 Euro
¹ Werksangaben

Unser Fazit

Das Duell zwischen BMW und Mercedes dürfte in der Kompaktklasse auch in Zukunft sehr spannend bleiben. BMW hat genau an den richtigen Stellen nachgebessert: Die Motoren nun sind kräftiger und effizienter geworden, die serienmäßige sowie optionale Ausstattung wurde gezielt erweitert. Zudem bleibt der 1er nicht nur als 120d xDrive günstiger als die vergleichbare A-Klasse. Mehr im ersten Test.

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