Autofahrer-Strafen in der Schweiz: Haft und Enteignung Teure Raserei

04.08.2014

Rasern drohen in der Schweiz harte Strafen, von der Enteignung des Autos bis hin zu vier Jahren Haftstrafe sind möglich

Wer die zulässige Höchstgeschwindigkeit in Deutschland außerhalb geschlossener Ortschaften um mehr als 70 km/h überschreitet, zahlt seit 1. Mai 600 Euro und erhält 2 Punkte in Flensburg. Was zunächst hart klingt, relativiert sich bei einem Blick in die Schweiz: Dort drohen Rasern wirklich drastische Strafen bis hin zu Enteignung und Freiheitsentzug.

 

Autofahrer-Strafen in der Schweiz: Haft und Enteignung

Bereits seit dem 1. Januar 2013 sind im Rahmen des so genannten Via Sicura-Programms verschärfte Strafen in Kraft getreten. Ziel ist die Erhöhung der Verkehrssicherheit auf Schweizer Straßen. Im Zuge dieser Maßnahmen wurde auch der "Rasertatbestand" eingeführt.

Dafür ist als Sanktion ausschließlich eine nur in der Schweiz vollstreckbare Haftstrafe von mindestens einem bis maximal vier Jahren vorgesehen. Für die Ahndung sind grundsätzlich die einzelnen Kantone zuständig. Als "Raser" gilt man in der Schweiz, wenn man die vorgeschriebene Geschwindigkeitsbegrenzung

– in Tempo-30-Zonen um mindestens 40 km/h
– innerorts um mindestens 50 km/h
– außerorts um mindestens 60 km/h
– auf Autobahnen um mindestens 80 km/h

überschreitet. Bei sehr hohen Geschwindigkeitsübertretungen kann eine Einziehung und Enteignung des Fahrzeugs verfügt werden. Hierfür ist eine gerichtliche Anordnung erforderlich.

Das gilt bei uns: Deutscher Bußgeldkatalog 2014

Eine grenzüberschreitende Vollstreckung der Haftstrafe gibt es nicht. Allerdings: Im Falle einer Verurteilung wird die beschuldigte Person - sofern sie die Haft nicht antritt - in der Schweiz zur Verhaftung ausgeschrieben, was gegebenenfalls bei Wiedereinreise oder beim nächsten Aufenthalt in der Schweiz erfolgen kann.

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