Billigauto von Skoda: Mittelklasse für 12.000 Euro Preisboxer aus Tschechien

21.10.2009

Skoda wagt den Angriff im Billigsegment. Spätestens 2012 startet eine echte Mittelklasse-Limousine zu Preisen zwischen 12.000 und 15.000 Euro. Auch ein Kombi ist möglich

Die Ost-Perle des VW-Konzerns, die in letzter Zeit mit immer schickeren Autos zu neuen Absatzrekorden fährt, wagt sich auf neues Terrain. „Die Käufer werden bei den Preisen zunehmend sensibler – deshalb werden wir unterhalb des Octavia nachlegen“, so Vorstandschef Reinhard Jung gegenüber der AUTO ZEITUNG. Geplant sei aber „kein extremes Billigmodell“, sondern eine „erwachsene Limousine mit Stufenheck“.

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Dennoch wird der neue Tscheche ein knallharter Preiskämpfer. Jung kann sich hier ein Level „zwischen 12.000 und 15.000 Euro“ vorstellen, und er sieht schon jetzt eine große Nachfrage für die neue Modellreihe. Speziell in den großen Wachstumsmärkten, „zum Beispiel in Osteuropa und China, aber auch in Westeuropa – inklusive Deutschland“. Auch der Zeitrahmen ist bereits fixiert, das Projekt sei in zweieinhalb bis drei Jahren umsetzbar. Dabei könnte das Auto, so die internen Planspiele, auch direkt vor Ort in den großen Märkten gebaut werden.Skoda hat dafür beste Voraussetzungen.

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Die Tschechen haben kostengünstig Zugriff auf den gesamten Technik-Baukasten des VW-Konzerns, ihre Lohn- und Fertigungskosten liegen noch immer weit unter denen in Wolfsburg. Und „Geiz ist geil“ war im Hauptquartier von Mlada Boleslav ja schon früher ein Thema. Zuletzt zwischen 1994 und 2001, als der Felicia (ab 7971 Euro) von den Bändern rollte. Und zu Ostzeiten war die Marke mit dem geflügelten Pfeil, die heute mit Fabia und Octavia gleich zwei feine Bestseller im Programm hat, quasi das gehobene Proletariat auf Rädern.

Doch in die brutale Billigregion eines Dacia Logan wollen sich die Tschechen nicht begeben. „Unser Auto“, verspricht Skoda-Entwicklungschef Eckhard Scholz, „wird trotz aggressiver Materialkostenplanung vollwertig und sehr gut gemacht sein – schließlich haben wir den Ruf unserer Marke zu verteidigen.“ Außerdem werde das neue Auto „sehr schöne Platzverhältnisse“ bieten.

Als Basis dient die Technik der aktuellen Skoda Octavia/VW Golf-Generation (PQ 35-Plattform). Das garantiert grundsätzlich ordentliche Geräumigkeit, Platz für fünf erwachsene Passagiere und ein üppiges Ladevolumen von gut 520 Litern. Alle wichtigen Sicherheitsfeatures sollen serienmäßig an Bord sein, auch bei den Motoren kommt nichts Antiquiertes.

Im Gegenteil: Scholz kann sich hier sogar aktuelle TSI-Benziner vorstellen, also die neuen 1,2- und 1,4-Liter mit Leistungen von 75 bis 160 PS. Ebenso die derzeitigen Konzern-Turbodiesel mit Common-Rail-Einspritzung und 1,6 sowie 2,0 Liter Hubraum, die wahrscheinlich ein Spektrum von 90 bis 140 PS abdecken werden. Schließlich müssen die Tschechen bei den Abgasnormen schon an künftige EU-6-Vorschriften denken. Auch das Design, so ist zu hören, wird zukunftsfähig sein: Der Preisboxer soll ein modernes, für möglichst viele Geschmäcker taugliches Skoda-Gesicht erhalten.

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Nur im Innenraum dürfte es etwas schlichter zugehen, was die eingesetzten Materialien und Bedienelemente betrifft. In der Basisversion wird man auf Fensterkurbeln, manuelle Spiegeleinsteller und ein reduziertes Instrumentenprogramm treffen – mit der Möglichkeit zur stufenweisen Aufrüstung gegen Aufpreis. Skoda will auf alle Fälle die markentypisch pfiffigen Ausstattungsdetails offerieren.

Und nach dem Stufenheckmodell könnte, speziell für die Märkte in Westeuropa, ein günstiger Kombi folgen, der bei Skoda viel Tradition hat und immer mit C geschrieben wird. Denn die Basistechnik wird von vornherein flexibel ausgelegt. Scholz: „Ein Kombimodell wäre keine schwere Übung, da die Karosserie bis zur B-Säule komplett übertragbar ist.“ Und vermutlich geistern irgendwo in Mlada Boleslav auch schon Pläne für einen rustikalen SUV-Ableger herum. Die Bezeichnung der neuen Modellreihe ist allerdings noch streng geheim, wir tippen jetzt einfach mal auf den schönen Namen Felicia. Wolfgang Eschment

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