Benzingipfel: E10 bleibt Biosprit bleibt

09.03.2011

Entscheidung beim Benzingipfel: Das neue Super E10 bleibt, für Autofahrer soll es bessere Informationen geben

Berlin, 8. März 2011 – Bundesregierung, Auto- und Mineralölindustrie wollen die Millionen verunsicherter Autofahrer möglichst schnell über das neue Super E10 aufklären. Das ist das Ergebnis des "Benzin-Gipfels" vom Dienstag Nachmittag. Die Regierung hält trotz des Boykotts vieler Verbraucher an dem Super-Benzin mit zehn Prozent Ethanol fest.    

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Nach tagelangen gegenseitigen Schuldzuweisungen verständigten sich die Teilnehmer des "Benzin-Gipfels" auf fünf Punkte: Die Autofahrer sollen an den Tankstellen in Listen sehen können, ob ihr Auto den Biosprit Benzin verträgt. Mineralöl- und Autowirtschaft werben verstärkt für E10. Deutsche Fahrzeughersteller und Importeure erklären ihre Angaben zu E10 für rechtsverbindlich.    

Die Autobranche will ein Internetportal einrichten, wo Autofahrer mit ihrer Fahrzeug-Identifikationsnummer nachsehen können, ob ihr Auto E10 verträgt. Autohersteller und Kfz-Gewerbe händigen Händlern und Herstellern die Verträglichkeitsliste aus, um Kunden besser zu informieren. "Wir sind der Überzeugung, dass die Tankstelle der Ort ist, an dem der Verbraucher Klarheit haben muss", sagte Umweltminister Norbert Röttgen (CDU). Er verteidigte die Einführung des neuen Sprits als Beitrag zu mehr Klima- und Umweltschutz und geringerem Ölverbrauch. «Es ist keine Lösung, in der Abhängigkeit von Öl zu verharren.» Ein Tempolimit lehnte er als Lösung ab.    

Mit Blick auf Garantien der Automobilbranche sagte der Geschäftsführer des Verbandes der Automobilindustrie, Klaus Bräunig: Die sogenannte DAT-Liste über die Verträglichkeit von E10 für die Fahrzeugtypen sei rechtsverbindlich. "Das Zivilgesetzbuch gilt auch für die deutsche Automobilindustrie", sagte er, ohne weitere Angaben zu Garantien für eine Unverträglichkeit zu machen. Die Mineralölwirtschaft wies den Vorwurf der Blockade zurück. Es habe sich keineswegs um einen Einführungsstopp gehandelt, aber logischerweise werde man die Raffinerien nicht weiterlaufen lassen, wenn die Läger voll würden, sagte der Chef des Mineralölwirtschaftsverbands, Klaus Picard. Jetzt gehe es darum, die Kundenakzeptanz für E10 möglichst rasch zu steigern. "Denn die Lager sind voll."  

Wirtschaftsminister Rainer Brüderle (FDP) sagte: "Ich glaube, dass wir damit einen großen Beitrag geleistet haben, dass die Verunsicherung abgebaut wird." Von Regierungsseite waren außerdem Verbraucherministerin Ilse Aigner (CSU) und Verkehrsstaatssekretär Rainer Bomba beteiligt, zudem der Bauernverband und Verbraucherschützer.

E10 wurde bisher an rund 7000 der bundesweit 15.000 Tankstellen eingeführt. Da Raffinerien auf vollen E10-Tanks sitzen, wurde die Einführung an weiteren Orten vorerst gestoppt. Mit mehr Biosprit will die Regierung das Klima schützen und Deutschland unabhängiger vom Öl machen. Die Einführung geht auf die Biosprit-Richtlinie der EU von 2009 zurück - allerdings schreibt die EU nur vor, dass bis 2020 zehn Prozent der im Transportsektor verbrauchten Energie erneuerbar sein muss. Wie das Ziel erreicht wird, ist Sache der Regierungen.
dpa

AUTO ZEITUNG

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