Autonomes Fahren: Rechtslage, Risiken, Versicherung Neue Risiken durch autonomes Fahren

von Julian Islinger 25.08.2017

Rechtliche Grundlagen für das (voll-) autonome Fahren geschaffen: Computer dürfen in Deutschland künftig Autos steuern. Das sieht eine neue Gesetzesänderung von Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) vor, dem der Bundesrat zugestimmt hat. Auf Versicherungen und Nutzer autonomen Fahrens kommen neue Risiken zu.

Beim AXA-Chrasthest zum Thema "Autonomes Fahren" zeigt sich, was Unfallforscher schon seit einiger Zeit anmerken: Wenn die Computer das Steuer übernehmen, wird die Verkehrssicherheit erhöht und das Fahren komfortabler. Damit erfüllt sich ein alter Traum, der noch in den 60er Jahren als Science-Fiction galt. Das Auto fährt von alleine und die Passagiere inklusive Fahrer können wie in einem Wohnzimmer auf vier Rädern zusammensitzen. Allerdings wird es auch in Zukunft noch Unfälle geben! Damit kommen sowohl auf die Fahrzeughalter, als auch auf die Versicherer neue Herausforderungen zu. "Durch softwarebasierte Lösungen entstehen neue Risiken, die heute noch nicht beziffert werden können, wie etwa technische Mängel [durch Bugs] oder auch Hackerangriffe, deren Risiko durch vernetzte Fahrzeuge zunehmen wird", so die Unfallforschungsexpertin Bettina Zahnd. Auch Naturschäden wie etwa ein Steinschlag können durch ein autonom fahrendes Fahrzeug nicht verhindert werden. Zudem sei es denkbar, dass in einer Übergangsphase, in der automatisierte, teilautomatisierte und herkömmliche Autos sowie andere Verkehrsteilnehmer gleichzeitig im Verkehr anzutreffen sind, die Unfallquote ansteigen wird, da der Mischverkehr neue Herausforderungen für alle Beteiligten mit sich bringt. Auch die Frage nach der Ethik kam beim AXA-Crashtest auf und wurde in einem Test eindrucksvoll simuliert: Wie würde sich ein autonomes Fahrzeug verhalten, wenn es im Verkehr mit einer Unfallsituation konfrontiert wird, in der in jedem Ausweichfall Personen zu Schaden kommen werden? Im Fall der AXA-Simulation trifft ein autonomes Fahrzeug in einem Tunnel auf ein weiteres Auto und ein Quad-Bike, das druch ein verantwortungsloses Überholmanöver in den Gegenverkehr gerät. Der Autopilot muss entscheiden, in welche Richtung er das Fahrzeug ausweichen lässt - und welcher Schaden dafür in Kauf genommen wird. 

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Blackbox und Datenausweis für moderne Autos

Ethik-Crashtest "Autonomes Fahren" im Video:

 
 

Autonomes Fahren: Risiken & Unfallwahrscheinlichkeit

Zuvor ebnete der deutsche Gesetzesgeber den Weg zum autonomen Fahren und erlaubt nun künftig auch Computern, Fahrfunktionen auf deutschen Straßen zu übernehmen. Voraussetzungen bleibt allerdings, dass der Mensch am Lenkrad jederzeit eingreifen kann. Einem entsprechenden Gesetzesrahmen hat der Bundesrat zugestimmt. "Wir stellen Fahrer und Computer rechtlich gleich", sagte Verkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU). Allerdings müssten die Systeme für das autonome Fahren jederzeit übersteuer- oder deaktivierbar sein. Sollte es nötig sein, müsse der Computer den Fahrer mit akustischen oder optischen Signalen auffordern, wieder selbst zu fahren. Verpflichtende Datenspeicher, ähnlich den "Blackboxes" in Flugzeugen, sollen zweifelhafte Situationen nachträglich klären. "Wir ermöglichen mit dem Gesetzesrahmen, dass der Fahrer während der hochautomatisierten Fahrt die Hände vom Lenker nehmen darf, um etwa im Internet zu surfen oder E-Mails zu checken", so Dobrindt.

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Gesetzesänderung zum autonomen Fahren im Video:

 
 

Autonomes Fahren: Rechtliche Grundlagen & Versicherung

2019 soll der Gesetzesrahmen erneut überprüft werden. Damit möchte der Verkehrsminister der schnellen technologischen Entwicklung Rechnung tragen. Im vergangenen Jahr waren Vorstöße von Dobrindt, die Gesetze für das autonome Fahren entsprechend zu ändern, noch von Bundesjustizminister Heiko Maas (SPD) blockiert worden. Daher war – bis zum jüngsten Gesetzesrahmen – nach wie vor der Fahrer voll verantwortlich, unabhängig von der Technologie für das autonome Fahren. In der Folge ließ sich die Frage, ob Fahrer oder Fahrzeug Schuld haben, nur im Einzelfall klären. Dementsprechend erfreut zeigt sich der Verband der Automobilindustrie (VDA), der den neuen Gesetzesrahmen begrüßte.

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