Automechanika: Die neuen Technik-Trends der diesjährigen Messe im Detail Neuheiten aus der Technik-Zukunft

13.10.2014

Die aktuellen Herbst-Trends der Autobranche sind breit gefächert. Wir haben die interessantesten Themen ausgewählt und stellen die Technik der Zukunft vor

BMW/Mercedes: Induktiv-Ladung
BMW und Mercedes entwickeln gemeinsam mit der Brusa Elektronik AG eine Technologie zur „induktiven Batterieladung“ für Elektroautos und Plug-in-Hybridfahrzeuge. Bei diesem System befindet sich eine Sekundärspule im Fahrzeug, die Primärspule sitzt in einer Bodenplatte – in der Garage oder auf einem Parkplatz. Das Auto muss punktgenau darüber zum Stehen kommen – dabei hilft der Park-Assistent. Die Energie wird über ein magnetisches Wechselfeld berührungslos übertragen. BMW gibt für den i8 als Ladeleistung 3,6 kW sowie eine Ladedauer von unter drei Stunden und einen Wirkungsgrad von 90 Prozent an. Auch Toyota hat ein ähnliches System in der Entwicklung.

 

Automechanika: Technische Neuheiten der Autobranche

Effiziente Getriebe von ZF
Fahrkomfort, viel Dynamik und ein Einsparpotenzial von bis zu drei Prozent soll die zweite Generation des Achstufen-Automaten 8HP von ZF bieten. Sie startet zunächst im BMW 520d, weitere Fahrzeugmodelle sollen folgen. Das Getriebe bietet gegenüber seinem Vorläufer eine größere Spreizung. Dadurch kann der Motor häufiger im verbrauchsgünstigen Bereich und bei niedrigeren Drehzahlen betrieben werden. Deutlich geringere Schleppmomente und eine verbesserte Drehschwingungstilgung sorgen zudem für höhere Effizienz. Neu: Beim stehenden Fahrzeug öffnet eine Kupplung vollständig, um Kriechmomente zu vermeiden.

Schaeffler: Hybrid-Elemente
Autozulieferer Schaeffler arbeitet mit Hochdruck an innovativen Komponenten, um die Hybridisierung herkömmlicher Fahrzeuge voranzutreiben. Dazu zählt die elektrifizierte Kupplung (E-Clutch). Sie dient zur automatisierten Unterbrechung der Kraftübertragung. Das ist nötig, um eine Segelfunktion bei konventionellen Antrieben zu realisieren. Vorteil: Während der Konstantfahrt wird kein Sprit verbraucht.

Mobile Lotsen
Drei Viertel aller Autofahrer in Deutschland (74 Prozent) nutzen nach Erhebungen des Branchenverbandes Bitkom ein Navigationsgerät. Jeweils zur Hälfte handelt es sich um Festeinbauten (33 %) und Nachrüstlösungen. Immerhin jeder fünfte Fahrer (21 %) nutzt die Karten bzw. die Navi-Funktion seines Smartphones, Tendenz steigend. Während die im Fahrzeug integrierten Systeme durch weitere Connectivity-Aufgaben (Freisprecheinrichtung, Stau-Umfahrung, Online-Anbindung) immer attraktiver werden, gibt es bei mobilen Navis eine Neuausrichtung. Speziell gefragt sind niedrigpreisige Saugnapf-Geräte bis 100 €. Fast alle leisten gute Lotsendienste. Daneben haben aber auch die Top-Geräte (bis 300 €) Konjunktur – sie bieten neben Freisprecheinrichtung, Bluetooth-Anschluss, Sprachsteuerung und Echtglas-Display auch lebens- lang kostenlose Karten-Updates sowie WLAN-Zugang. Für die Smartphone-App-Nutzung fehlt dagegen oft die geeignete Halterung. In kniffligen Verkehrssituationen stören zudem Anrufe bei der Navigation.

Warnt bei Tempolimit
Die von Bosch entwickelte APP myDriveAssist erkennt über die Handykamera Überholverbote, Tempolimits sowie Aufhebungszeichen und zeigt diese auf dem Display an. Das funktioniert in der Praxis gut. Erkannte Verkehrszeichen werden zudem zur Aktualisierung der digitalen Karte an den zentralen Server gesendet. Das kommt Bosch-Navi-Nutzern zugute.

VW: TrailerAssist
Im neuen Passat präsentiert VW einen Helfer, der das Rückwärtsfahren mit Anhänger erleichtern soll. Mit Hilfe des Spiegeleinstell-Schalters gibt der Fahrer die gewünschte Fahrtrichtung seines Gespanns vor. Dann steuert der TrailerAssist automatisch die elektro-mechanische Servolenkung. Der Fahrer muss lediglich Gas- und Bremspedal bedienen und kann via Rückfahrkamera sowie Schaubild auf dem Display das Fahrmanöver verfolgen. Das System basiert auf vorhandener Technik und ist eine Weiterentwicklung des Park-Assistenten.

Osram: Lichtfarbe nach Wunsch
Lampenspezialist Osram bringt mit dem OLED Reading Light die perfekte Lichtstimmung in den Fahrzeuginnenraum: Als Quelle dienen organische LED (OLED), die durch ihre Eigenschaften wandlungsfähig sind: Sie produzieren ein flächiges, natürlich wirkendes Licht, bei dem die Farbe – je nach Lust und Laune – variiert werden kann.

Fehlerdiagnose
Der Onboard-Adapter „golo“ von LAUNCH Europe hilft beim Fehler-Check: Ein Adapter wird per Plug & Play an die Diagnosebuchse des Autos gesteckt – das Smartphone liest die Fehler dann aus. Zusätzlich sind GPS- und BC-Daten abrufbar.

Mehr Reichweite für Elektroautos
Um bei gleicher Batteriegröße eine deutlich höhere Reichweite zu erreichen, entwickelte das Europäische Forschungsprojekt OpEneR Fahrstrategien und Assistenten. Dazu gehören die Optimierung des Antriebsstrangs und des regenerativen Bremssystems sowie der gezielte Einsatz von Navi und Abstandstempomat mit spezieller Software. Kernstück ist die Nutzung der Umfeldsensorik und einer ausgeklügelten Vernetzung mit anderen Fahrzeugen. Dadurch soll der Energieverbrauch um 27 bis 36 Prozent gesenkt werden.

Holger Ippen

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