Automarkt China: Deutsche Autobauer immer mehr abhängig Deutliche Tendenz laut Studie

07.04.2014

Einer Studie zufolge erkauft sich Deutschlands Autoindustrie ihren aktuellen Erfolg mit steigender Abhängigkeit vom Automarkt China

In den vergangenen fünf Jahren haben sich die Verkäufe von deutschen Herstellern in China mit nunmehr 3,7 Millionen Fahrzeugen mehr als verdreifacht. Der Anteil Chinas am Gesamtabsatz der deutschen Autobauer stieg damit von 12 auf 28 Prozent, wie aus einer Analyse der Berater und Wirtschaftsprüfer von Ernst & Young (EY) hervorgeht.


China: Konkurrenz aus Japan und USA weniger abhängig


Laut der Studie hängt die Konkurrenz aus den USA und Japan weit weniger stark vom Reich der Mitte ab. EY-Branchenfachmann Peter Fuß rechnet daher damit, dass die deutschen Autobauer künftig gegensteuern und verstärkt den Absatzmarkt USA in Angriff nehmen.

«Die aktuelle Stärke der deutschen Autohersteller ist ganz maßgeblich dem chinesischen Absatzmarkt zu verdanken», berichtete Fuß, der als Partner bei EY seit Jahren die Branche in strategischen Fragen berät. Die Bedeutung Chinas - schon heute der größte Pkw-Markt der Welt - werde für die deutschen Autokonzerne auch weiter rasant zunehmen.

So dürfte das Riesenreich spätestens 2015 vor Westeuropa der größte Absatzmarkt für die deutschen Hersteller sein. Damit steige die Abhängigkeit vom durchaus schwierigen und risikobehafteten chinesischen Markt weiter an. Als Gegenmaßnahme dürften die deutschen Autobauer daher versuchen, die Waage wieder mehr ins Gleichgewicht zu bringen. Der wichtigste Hebel dabei: der US-Markt. Die Staaten versprächen ein stabiles Wachstum, sind hinter China der zweitwichtigste Automarkt der Welt - und die deutschen Hersteller setzten dort derzeit nur ein Zehntel ihrer Fahrzeuge ab.

Den größten Einfluss auf das Ergebnis der Studie hat der VW-Konzern mit seinem großen Volumen als europäischer Branchenprimus, der schon heute ein Drittel seinen gesamten Absatzes in China macht. Bei seiner Kernmarke VW-Pkw war es jüngst sogar schon fast die Hälfte. In den boomenden USA dagegen schwächeln die Wolfsburger seit vielen Monaten.

Fuß betonte: «Nennenswertes Wachstum findet mittelfristig nur außerhalb Europas statt.» Für den Standort Deutschland sei das eine große Herausforderung, da die neuen Fabriken in der Tendenz vor allem nach Übersee gehen dürften. «Auch Marktforschung, Entwicklung, Design und Marketing müssen immer stärker vor Ort stattfinden. Den Unternehmen bleibt gar nichts anderes übrig, wenn sie am Puls der Zeit bleiben und aktuelle Trends nicht verpassen wollen», beschreibt Fuß die Perspektive.

AUTO ZEITUNG

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