Acht Autobatterien im Test Eiszeit für Akkus

15.02.2017

Autobatterien halten etwa vier bis sechs Jahre. Dann machen sie – gern zu Beginn der kalten Jahreszeit – schlapp. Wir haben acht Akkus getestet

Autobatterien machen gern zu Beginn des Winters schlapp. Der Grund: Bei niedrigeren Temperaturen laufen die chemischen Prozesse langsamer ab, und die gealterten Zellen stellen weniger Strom bereit.

Meist kündigen Batterien ihr baldiges Ende beim Starten des Motors durch kraftloses Orgeln des Anlassers an, bevor sie ihren Dienst völlig versagen. Häufig führen aber auch Tiefentladungen und kalte Temperaturen im Winter zum plötzlichen Batterie-Tod. Dann geht von jetzt auf gleich gar nichts mehr. Gut beraten ist also, wer sich rechtzeitig um passenden Ersatz bemüht.

Bei der Wahl der richtigen Autobatterie sollten Sie nicht nur auf die korrekte Einbaugröße achten, sondern auch auf die vom Autohersteller geforderte Akku-Kapazität. Zu kleine Batterien sind rasch überfordert, zu große können Schäden an Lichtmaschine und Fahrzeug-Elektronik verursachen.

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Um die Leistungs- und Qualitätsunterschiede von Marken- und No-Name-Produkten herauszufinden, kauften wir acht verschiedene Batterie-Modelle in Autoteile-Läden, im Fachhandel und in Baumärkten. Wir wählten Blei-Batterien im Bereich von 70 bis 72 Amperestunden (Ah) aus. Akkus dieser Kapazität werden besonders häufig in Kleinwagen und Kompaktenmodellen eingesetzt, etwa in VW Golf oder Opel Astra.

 

Batterietest in der Kühlkammer

Um eine objektive Bewertung zu garantieren, ließen wir alle Akkus auf einem speziellen Batterie-Prüfstand der FAKT GmbH Kraftfahrzeugtechnisches Prüf- und Ingenieurzentrum Heimertingen untersuchen. Hier testeten die Techniker die Kapazität und die Festigkeit bei Tiefentladung.

Gleich einer der ersten Testzyklen fiel ernüchternd aus: Keine Batterie erreichte nach der vollständigen Erstladung die angegebene Nennkapazität. Der beste Testkandidat, die Exide-Batterie, erreichte 92 Prozent (also 66 Ah), dicht gefolgt von der Moll (64 Ah), während die schlechteste, die Arktis, nur auf 54 Prozent kam –  statt 70 also nur 38 Amperestunden bereitstellte.

Viel besser schnitten die Batterien dagegen bei Kälte ab. Für die Kaltstartprüfungen verbannten wir die Probanden in die Kühlkammer. Hier mussten sie bei Temperaturen von minus 20 Grad Celsius zwölf Stunden lang ausharren, bevor wir sie mit die Kaltstartversuchen und hohen Stromentnahmen traktierten.

 

Winterfeste Autobatterie

Als Spitzenreiter entpuppte sich in dieser Disziplin unser Testsieger, die Sonnenschein-Batterie. Nach dieser Kälte-Tortur stellte sie mit 36 Amperestunden immerhin noch 55 Prozent ihrer Nennkapazität bereit. Damit waren 16 kräftezehrende Motorstarts hintereinander möglich. Auch die Batterie von Moll schnitt hier mit 14 möglichen Kaltstarts gut ab. Das Ergebnis für beide Powerpacks deutet also auf eine gute Wintertauglichkeit hin. Die Arktis High Tech (Schlechteste im Test) schaffte dagegen gerade einmal sieben Kaltstarts.

Auch in puncto Lebensdauer (Zyklenfestigkeit) erreichte die Sonneschein – dicht gefolgt von der Perion-Batterie – die besten Werte. Die Max Bahr, die Exide Premium, die Moll, die Varta und die Bosch Silver überzeugten hier ebenfalls. Am Ende erreichte die Moll-Batterie – nach diversen Tiefentladungen – die beste Energiespeicherung. So landete sie in unserem Test auf dem dritten Platz.

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Bei der Ausdauer-Prüfung (Stromentnahme, z:B. versehentlich angelassenes Licht) lag wieder der Sonnenschein-Akku vorn, gefolgt von Max Bahr, Bosch Silver S4, Perion und Varta Blueline. Letzte in diese Disziplin wurde erneut die Arktis High Tech, die bei A.T.U erhältlich ist. Diese Batterie gab zweieinhalb Stunden früher auf als der Testsieger Sonnenschein.

Fazit: Klarer Testsieger ist die Batterie von Sonnenschein: Gleich in vier Disziplinen schnitt sie mit Bestwerten ab. Der zweitplatzierte Akku, die Premium von Exide, punktete mit der besten Kapazität und der höchsten Anzahl von Entladezyklen. Mit durchweg guten Ergebnissen überzeugte die Moll-Batterie und sicherte sich so den dritten Platz.  Verlierer Arktis erreichte gerade einmal 222 von 500 Punkten.
Holger Ippen

So testen wir
In Zusammenarbeit  mit der Gesellschaft für Technische Überwachung GTÜ und FAKT GmbH Kraftfahrzeugtechnisches Prüf- und Ingenieurzentrum unterzogen wir acht Batterien einem Prüfstands- und Kältetest. Dabei haben wir elektrische Verbraucher simuliert und die Kapazitäten gemessen.

AUTO ZEITUNG

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