10 Autobatterien aus 2014, auch Start-Stopp-Batterien, im Vergleichstest Startklar

19.02.2015

Fallen die Außentemperaturen, geben gealterte Batterien schnell den Geist auf. Damit sie wieder kraftvoll durchstarten können, haben wir zehn aktuelle Auto-Batterien im Labor getestet. Auch Starterbatterien mit Start-Stopp-Funktion müssen sich im Vergleichstest beweisen

An Auto-Starterbatterien 
werden immer größere Anforderungen gestellt: Sie müssen in modernen Fahrzeugen zusätzliche Energie für Komfort-Ausstattungen, Assistenzsysteme, Multimedia-Features und auch die Konnektivität bereitstellen. Vor allem bei aktuellen Fahrzeugen mit Start-Stopp-Automatik geht da rasch der Saft aus.

 

10 Autobatterien im Test: Start-Stopp-Batterien ebenfalls

Autofirmen und Batterie-Hersteller haben deshalb nachgelegt und spezielle zyklenfeste 
Akkus für mehr Spitzenkraft und höhere Leistungen entwickelt. Diese sind in der Regel deutlich teurer und haben ein anderes Ladeverhalten als herkömmliche Blei-Säure-Batterien. Deshalb sollte man beim Kauf der Ersatzbatterie nicht nur auf Einbaugröße und Kapazität (Angabe in Ah) achten, sondern möglichst den Batterie-Typ wählen, für den der 
Autohersteller eine Freigabe erteilt hat (siehe Betriebsanleitung). Autos ohne Start-Stopp-System und Elektronik-Extras kommen nach wie vor mit den Standard-Akkus zurecht.

Für unseren aktuellen Test haben wir neben vier konventionellen Starterbatterien drei Start-Stopp-Batterien mit EFB-Technik (Enhanced Flooded Battery) und drei Start-Stopp-AGM-Batterien (Absorbent Glass Mat) geprüft.

Technik aktueller Start-Stopp-Autobatterien im Detail

Bei den beiden neuen Batterie-Typen sollen durch einen besonderen technischen Aufbau eine schnellere Energieaufnahme – etwa bei der Bremsenergie-Rückgewinnung – und eine höhere Zyklenfestigkeit erreicht werden. Während bei der EFB-Technik speziell beschichtete Bleiplatten die Eigenschaften verbessern, sorgen bei der AGM-Technik elektrolytgetränkte Microglasfasermatten für besonders schnell ablaufende chemische Reaktionen. So können deutlich höhere Energiemengen schnell aufgenommen und abgegeben werden. Gut für häufige Motor-Neustarts im Stop-and-go-Verkehr. Alle Batterien im Test stellen eine Kapazität im Bereich von 70 bis 75 Ah bereit – jene Größe also, die in populären Modellen à la VW Golf & Co. üblich ist. Große Unterschiede gibt es bei den Preisen: Diese reichen bei unseren Kandidaten von 109 bis 352 Euro. Erste Überraschung: Auch günstig ist gut. Preis-Leistungs-Sieger wird die Start/Stop-Power AGM von Intact für 168 Euro. Diese 70-Ah-Batterie erreicht nur 
einen Punkt weniger als der Testsieger Start-Stop Plus AGM von Varta. Für die teuerste 
im Test verlangt Varta immerhin 352 Euro.

Autobatterien im Härtetest auf dem Prüfstand

Um Kapazität und Verhalten bei der Tiefent-ladung objektiv bewerten zu können, müssen alle Testkandidaten auf einen speziellen Batterie-Prüfstand der FAKT GmbH Kraftfahrzeugtechnisches Prüf- und Ingenieurzentrum 
Heimertingen. Hier werden bereits große Unterschiede deutlich: Keiner der Standard-Akkus erreicht nach der Erstladung die angegebene Nennkapazität. Dagegen brillieren die EFB-Batterien von Bosch und Banner, dicht gefolgt von den Intact- und Varta-AGM-Akkus.

Ein wichtiges Kriterium ist die Zyklenfestigkeit. Sie gibt die Lade- und Entladehäufigkeit einer Batterie an – sie steht sozusagen für die Lebensdauer des Energiespeichers. Hier glänzen die AGM-Batterien mit großer Ausdauer: Alle erreichen mehr als 35 Test-Zyklen. Das schlägt sich in der Bewertung nieder: Die Varta Start/Stop Plus AGM schafft die volle Punktzahl, danach kommen die Exide- und Intact-Produkte mit AGM-Technik. Bei der Anzahl der Entladezyklen schwächelt die Standard-Batterie von Bosch S4 008 mit nur fünf Zyklen unter den vorgegebenen Test-Bedingungen.

Besonders häufig fallen geschundene und in die Jahre gekommene Batterien bei frostigen Temperaturen aus. Das simulieren wir unter Labor-Bedingungen, indem alle Batterien vor der Kaltstart-Prüfung erst einmal zwölf Stunden in der Kältekammer bei -20 Grad ausharren müssen. Im Anschluss traktieren wir sie mit Stromentnahmen, die denen üblicher 
Kaltstarts entsprechen. Bei dieser Prüfung erreichen die AGM-Batterien Spitzenwerte: Testsieger Varta Start/Stop Plus AGM kommt auf 30 Zyklen, die Intact Start/Stop Power AGM auf 26 und die Exide Micro Hybrid AGM auf 24 Zyklen. Hier spielt die AGM-Technik ihre bauartbedingten Vorteile aus. Aber auch die Standard-Bosch S4 008 schneidet mit 19 Zyklen recht gut ab. Schlusslicht wird in dieser Wertung die Bosch EFB mit immer noch elf möglichen Kaltstarts – auch noch ein guter Wert.

Nach den AGM-Batterien bietet die Moll Start-Stopp EFB mit 58 Prozent die höchste Kapazität nach der Kaltstartprüfung. Dieser recht gute Wert steht für die „Erholung“ nach den Startversuchen in frostiger Umgebung. Die Moll Start-Stopp EFB offeriert mit immerhin 68 Prozent auch nach einer Tiefenentladung – wie sie etwa nach versehentlich angelassenem Licht auftritt – die beste Kapazität unter den Standard und EFB-Akkus.

Unser Fazit

Ein erfreuliches Ergebnis: Alle getesteten Batterien sind „empfehlenswert“, drei sogar „sehr empfehlenswert“. Die AGM-Batterien von Varta, Intact und Exide überzeugen mit Ausdauer und Langlebigkeit. Die Günstigste unter ihnen, die Intact Start/Stop-Power, wird sogar Preis-Leistungs-Sieger. Aber auch die Standard-Batterien Bosch S4 008 und Varta Blue Dynamic bieten gute Kaltstart-Eigenschaften, während die Moll Start/Stop EFB mit Ausdauer nach Tiefenentladung brilliert. Als beste Standard-Batterie entpuppt sich die billigste im Test, die Intact Premium Power. Bei den EFB-Batterien liegt die Moll Start/Stop EFB vorn. Und bei den AGM-Akkus macht die Varta Start/Stop Plus AGM knapp das Rennen.

Holger Ippen

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