Autobahn-Baustellen in Deutschland: Sommer 2016 Baustellen-Sommer auf Autobahnen

Im Sommer 2016 müssen Deutschlands Autofahrer mit 548 Autobahn-Baustellen 48 Prozent mehr erdulden als im Jahr zuvor. Da ist es kaum verwunderlich, dass der Eindruck zunimmt, die Bauherren würden überhaupt nicht arbeiten.

Die Freude auf den Sommerurlaub ist groß, aber zuerst muss der Weg zum Urlaubsziel gemeistert werden – und der führt für die meisten über Deutschlands Autobahnen. Doch gerade jetzt zu Ferienbeginn mehrt sich der Ärger der Autofahrer über die unerwünschten Verzögerungen und Geschwindigkeitsbegrenzungen. Kein Wunder, denn dem Bundesverkehrsministerium zufolge sind die deutschen Autobahnen zwischen Juli und September 2016 mit 548 Baustellen gespickt. Das sind 48 Prozent mehr Autobahn-Baustellen als im Sommer 2015 (370 Baustellen von Juli bis Ende August). Auf insgesamt 1000 Kilometern hat man es bundesweit mit verengten oder komplett gesperrten Fahrstreifen zu tun. Hinzu kommen lästige Umleitungen, die zusätzliche Zeit kosten. Mit 138 Arbeitsstellen von mindestens vier Tagen Dauer wird in Nordrhein-Westfalen am meisten gebaut. Es folgen Bayern mit 98 Bauvorhaben, Hessen mit 62 und Niedersachsen mit 61 Projekten. Die längste Baustelle erwartet sie mit 18,2 Kilometern auf der A9 Nürnberg in Richtung München, zwischen Langenbruck und Allershausen. Auch auf der A8 München in Richtung Stuttgart und der A7 Würzburg in Richtung Ulm warten lange Baustellen-Abschnitte. Zur Entlastung der Autobahnen gilt im Juli und August für Lastwagen ab 7,5 Tonnen und Lkw mit Anhänger auch samstags ein Fahrverbot – und nicht nur wie generell an Sonn- und Feiertagen. Ziel seien weniger Staus, mehr Platz für Pkw und eine stressfreiere Fahrt in den Urlaub, so Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU).

 

Besonders viele Autobahn-Baustellen im Sommer 2016

Dass die erhöhte Anzahl an Autobahn-Baustellen ausgerechnet in die Sommerzeit fällt, hat – wie sollte es auch anders sein – politische Gründe: So ist die Investitionssumme für Erhalt, Sanierung und Bau der Bundesfernstraßen im vergangenen Jahr von 5,1 Milliarden auf 6,2 Milliarden angehoben worden. Und die Ferienzeit bringt nun mal aufgrund der langen Tage und des abgeschwächten Berufsverkehrs die besten Bedingungen mit sich. Auch, wenn einer Dekra-Umfrage zufolge 65 Prozent der Autofahrer den Eindruck haben, dass an den Autobahn-Baustellen viel zu lange gearbeitet wird, sind die Umbaumaßnahmen laut Einschätzung des ADAC zwingend erforderlich. Aber die Baustellen sind nicht nur ärgerlich, sondern stellen auch eine Gefahr dar. So hat Die Dekra-Umfrage ebenfalls ergeben, dass jeder fünfte der Befragten "richtig Angst" an Baustellen hat und sich 40 Prozent an Autobahn-Baustellen allgemein unsicher fühlen. Die Gründe dafür reichen von häufigen Geschwindigkeitsübertretungen der Verkehrsteilnehmer (78,1 Prozent) über Unübersichtlichkeit durch die Schilderwälder (60 Prozent) bis hin zur schlechten Sichtbarkeit der Bauarbeiter (15 Prozent).

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Viele Autofahrer unsicher an Autobahn-Baustellen

Um den Ärger und die Angst abzumildern und trotz Autobahn-Baustellen entspannt in den Urlaub zu starten, ist eine gute Reiseplanung hilfreich. Dabei unterstützt zum Beispiel ein kostenloses Tool der Bundesanstalt für Straßenwesen BASt. In dem Baustelleninformationssystem sind alle aktuellen und geplanten Autobahn-Baustellen verzeichnet. Für jede Baustelle sind zusätzlich Detailinformationen hinterlegt, zum Beispiel über Arbeitszeitraum, Länge des Bauabschnitts und Anzahl der befahrbaren Spuren. Das hilft Streckenabschnitte mit hohem Staurisiko zu umfahren und so pünktlich und stressfrei am Urlaubsziel anzukommen.

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