Fünf Navigationsgeräte 2012 im Test

Ziel-Führend

Sie sind auf der Suche nach einem neuen Navi? Unser exklusiver Zubehörtest zeigt, was die aktuellen Premium-Navigationsgeräte wirklich können

Die Navi-Hersteller stehen kräftig unter Druck - der Markt ist weitgehend gesättigt: In jedem dritten Haushalt existiert bereits ein mobiles Navigationsgerät, und der Trend verschiebt sich immer mehr in Richtung Navi-Apps für Smartphones und iPads. Kein Wunder, dass die Preise für Nachrüst-Navis purzeln und jetzt selbst gut ausgestattete Premium-Geräte für kleines Geld zu haben sind. Doch was die Lotsen wirklich können, soll unser aktueller Zubehörtest klären. Dazu lassen wir die Spitzenprodukte fünf bekannter Navigationsgeräte-Hersteller in einem aufwändigen Praxistest in unterschiedlichen Kategorien gegeneinander antreten.

Die Preisspanne der ausgewählten Routenführer reicht von 129 Euro für das A-rival NAV-PNS 50 bis 349 Euro für das TomTom Go live 1015. Das preiswerteste Produkt punktet gleich mit dem attraktivsten und kompaktesten Gehäuse. Die komplette Technik passt hier zwischen zwei Glasscheiben und ist von einem smarten Edelstahlrahmen eingefasst. Das Navi misst nur elf Millimeter Dicke und wirkt fast so edel wie Apples iPhone. Auch die Gehäuse der anderen Hersteller verdienen gute Noten, denn sie sind olide gefertigt und aus hochwertigen Materialien.

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Alle Testkandidaten haben fünf Zoll große Displays (Diagonale 12,7 cm). Vorteil: Auch bei großen Vans und SUV mit weit vorn liegenden Windschutzscheiben lassen sich detailreiche Anzeigen gut erkennen. Zudem setzen alle Hersteller auf eine vibrationsfreie Saugfußhalterung mit gut justierbarem Kugelkopf. Großen Wert legen wir auf eine einfache Bedienung und gute Routenführung. Deshalb vergeben wir hier die meisten Punkte.

Im Kapitel Bedienung/Anzeige rangieren unser Testsieger TomTom Go live 1015 und das zweitplatzierte Garmin nüvi 3590 LMT ganz vorn. Die berührungssensiblen Touchscreens von Garmin und TomTom bestehen aus Glas und reagieren besonders gut auf jeden Fingertipp, und die Anzeigen lassen sich auch durch Wisch- und Spreiz-Gesten verschieben oder zoomen - ganz so wie beim iPad. Mit der klarsten Anzeige glänzt das Garmin nüvi 3590 LMT, mit der besten Detail-Genauigkeit das TomTom.

Exakteste Routenführung nicht bei den beiden Spitzenreitern

Die exakteste Routenführung mit schneller Neuberechnung und besonders großer Akku-Laufzeit bietet unser drittplatziertes Navigationsgerät, das Falk NEO 550, dicht gefolgt von Garmin nüvi und Becker Professional 50. Einen Tempowarner mit Schilderanzeige haben alle Navis an Bord. TomTom bietet zudem einen Radarwarner. Bei Garmin funktioniert er nur nach Koppelung mit einem Smartphone. Für Becker und Falk kann er - ziemlich aufwändig - aus dem Internet nachgeladen werden.

Die beste Stau-Warnung und -Umfahrung offeriert das TomTom mit seiner sehr gut funktionierenden Echtzeit-Info. Dieses Gerät ist auch das einzige im Test, das über Live-Dienste verfügt. Über den (für zwei Jahre kostenlosen) mobilen Internet-Anschluss kommen Wetter-Infos, lokale Google-Suche und der Twitter-Dienst auf das Display. Wer also zum Baumarkt in der Fremde will, erhält hiereine Auswahl und kann sich ohne weitere umständliche Eingaben dorthin lotsen lassen.

Die beste Spracheingabe bietet wiederum das Garmin. Sie funktioniert mit Stimm-Aktivierung (ohne Knopfdruck) und ohne lästiges Frage-Antwort-Spiel.
Holger Ippen

Fazit
Unser Testsieger, das Tom-Tom Go live 1015, punktet mit guter Bedienung, sehr guter Stauumfahrung und nützlichen Live-Diensten. Das zweitplatzierte Garmin nüvi 3590 LMT verfügt über das beste Display im Test. Das Falk NEO 550 schneidet bei der schnellen Routenberechnung und langen Akku-Laufzeit besonders gut ab, und das Becker Professional 50 hat sogar einen Reiseführer an Bord. Mit solchen Ausstattungen kann das preiswerteste Navi im Test, der A-rival NAV-PNS 50, nicht mithalten, besticht aber mit schmalem Gehäuse.

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