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VW Passat Variant: Vergleichstest vs. BMW Mercedes und Co.

Führungsanspruch


Skoda Superb Combi
2.0 TDI Green tec:

Zwar bietet der neue VW Passat Variant das etwas größere Standard-Kofferraumvolumen (650 l) und BMW 3er Touring sowie Mercedes C-Klasse T-Modell präsentieren sich dank ihrer serienmäßig dreiteilig umklappbaren Rücksitzbänke eine Spur variabler. Doch die Benchmark in puncto Transportqualitäten setzt nach wie vor der Skoda Superb Combi. Sein 633 Liter großes Gepäckabteil lässt sich auf üppige 1865 Liter Ladevolumen erweitern. Hinzu kommt die hohe zulässige Anhängelast von gebremst 1,8 Tonnen, die nur von der des Passat (2000 kg) getoppt wird.

Der Skoda Superb Combi bietet viel Gegenwert fürs Geld

Auch die Passagiere genießen im Tschechen großzügig dimensionierte Platzverhältnisse, vor allem der Knieraum im Fond ist geradezu fürstlich. Allerdings ist der Innenraum des Skoda spürbar schmaler als der des Passat, außerdem raubt das optionale Panorama-Glasdach (1095 €, ab Ausstattung Ambition) des Testwagens vorn wie hinten wertvolle Kopffreiheit. Besonders erfreulich: Die Qualitäten des Tschechen müssen gar nicht einmal viel kosten.

Auch wenn er im Kostenkapitel letztlich knapp das Nachsehen gegenüber dem Opel Insignia Sports Tourer und dem Hyundai i40 Kombi hat, stellt der Skoda Superb Combi dank seines vergleichsweise niedrigen Preises, der günstigsten Wertverlust-Prognose sowie der umfangreichen Garantieleistungen und geringen Werkstattkosten ein attraktives Angebot dar. Vor diesem Hintergrund lässt sich auch über den nur durchschnittlichen Sitz- und Federungskomfort hinwegsehen. So könnte die Sitzfläche der Rückbank länger sein und die Lehne  etwas  steiler stehen.

Beim Überfahren von Fahrbahnunebenheiten reagiert die Hinterachse teilweise etwas poltrig, Das vergleichsweise überschaubare Sicherheitsausstattungs-Angebot lässt  sich zumindest teilweise durch das Alter der aktuellen Superb-Generation (Markteinführung: 2008) erklären. So steht für den Skoda beispielsweise keine Rückfahrkamera zur Verfügung, ebenso kann man ihn als einzigen im Testfeld weder mit einem Spurhalte- noch mit einem Spurwechselassistenten ausrüsten. In puncto Antrieb liefert der Superb Combi sicher keine herausragende, aber eine sehr solide Vorstellung ab.

Der Sprint von null auf 100 km/h ist in exakt zehn Sekunden erledigt, und bei Bedarf beschleunigt der 140 PS starke Zweiliter-TDI den 1,6-Tonnen-Kombi auf 211 km/h. Der Verbrauch geht mit 5,8 Liter Diesel auf 100 Kilometern ebenfalls in Ordnung. Fahrdynamisch kann der Skoda nicht beeindrucken. Das zügige Durcheilen von Kurven ist wegen der ausgeprägten Neigung zum Untersteuern nicht unbedingt seine Sache. Auf dem Handlingkurs ist lediglich der Hyundai noch etwas langsamer als der Tscheche.

Dafür gibt sich der Superb Combi bei der Fahrsicherheit keine Blöße. Selbst bei provozierten Lastwechseln in Kurven bleibt er gutmütig und berechenbar. Aller Ehren wert ist auch sein Kalt-Bremsweg von nur 34,3 Metern – nur das  Mercedes C-Klasse T-Modell verzögert noch ein klein wenig besser und kommt vorher zum Stehen. In der Summe klettert der Skoda Superb hinter dem neuen VW Passat Variant und der C-Klasse auf einen sehr guten dritten Platz – und verweist damit den BMW 3er Touring – wenn auch nur knapp – auf den vierten Rang.

Alexander Lidl, Carsten van Zanten