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VW Passat Variant: Vergleichstest vs. BMW Mercedes und Co.

Führungsanspruch


Audi A4 Avant
ultra 2.0 TDI:

Bereits seit sieben Jahren wird die aktuelle Generation des Audi A4 gebaut und macht noch immer eine gute Figur. Eigentlich sollte der Nachfolger ja bereits auf der Straße sein, doch der neue Entwicklungschef Ulrich Hackenberg sah sich veranlasst, zahlreiche Modi kationen vorzunehmen. Kein Wunder: Mit seiner vorhergehenden Tätigkeit als VW-Entwicklungsvorstand weiß er genau, welch großer Wurf den Wolfsburgern mit dem neuen Passat gelungen ist.

Audi A4 Avant: Überschaubare Transportqualitäten

Daher muss der A4 noch bis Ende nächsten Jahres durchhalten, wobei er in seiner aktuellen Form noch lange nicht zum alten Eisen gehört. Nach wie vor zählt der A4 zu den am besten verarbeiteten Autos, die Solidität gleicht der einer Burg. Auch auf übelstem Geläuf ist der Karosserie kaum ein Mucks zu entlocken. Bei der Anmutung hat der Audi in Gestalt der neuen C-Klasse allerdings seinen Meister gefunden, der Stern wirkt eine ganze Klasse nobler.

Am deutlichsten sicht- und erlebbar wird das fortgeschrittene Alter des Audi bei der Bedienung: Zwar haben die Ingolstädter mit dem Facelift 2011 die Handhabung der Infotainment- und Klimaeinheit nachgebessert – von der Leichtigkeit, mit der sich etwa der BMW bedienen lässt, bleibt der Audi allerdings ein gutes Stück entfernt.

Was die Kombi-Qualitäten anbelangt, hat der Avant nicht allzu viel zu bieten: Der Gepäckraum ist mit 490 bis maximal 1430 Litern der Kleinste im Testfeld, die Variabilitätskünste beschränken sich auf eine asymmetrisch klappbare Rücksitzlehne samt einer aufpreisp ichtigen Durchreiche (200 Euro). Zwar darf er mit bis zu 560 Kilogramm ordentlich zuladen, dafür leistet er sich mit der geringsten Anhängelast (1300 kg) einen weiteren Patzer. Auch beim Platzangebot im Fond rangiert der A4 recht weit hinten, lediglich die C-Klasse hat hier weniger zu bieten. In der ersten Reihen haben sen keinen Grund zur Klage: Dort genießen sie ausreichend Bewegungsfreiheit und nehmen auf großzügig geschnittenen und gut stützenden Sitzen Platz.

Unter der Haube steckt anders als im Passat nicht die 150 PS starke Ausbaustufe des 2.0 TDI, sondern der 163-PS-Motor der Spritsparvariante ultra. Damit liegt der A4 nicht nur leistungsmäßig an der Spitze, auch in puncto Drehmoment kommt mit 400 Nm keiner an ihn ran. So realisiert er den besten Beschleunigungswert (8,4 s) und liegt bei der Höchstgeschwindigkeit (216 km/h) nur knapp hinter dem schnellsten in diesem Feld, dem VW Passat.

Gleichzeitig zeigt sich der Audi erfreulich sparsam: Auf 100 Kilometern reichen ihm bescheidene 5,7 Liter Diesel. Hier zahlt sich das im A4 ultra installierte Sportfahrwerk mit der durch die tieferliegende Karosserie besseren Aerodynamik aus. Dafür müssen die Audi-Passagiere komfortseitig merkliche Einbußen hinnehmen. Der für einen Familienkombi einen Tick zu straff abgestimmte Ingolstädter reicht Unebenheiten recht ungehobelt zu den Insassen durch, selbst auf scheinbar ebener Straße kommt die Karosserie kaum zur Ruhe.

Auf der Handlingstrecke nutzt ihm dagegen sein Sportfahrwerk, Kurven nimmt der A4 mit wenig Seitenneigung unter die Räder. Ein Makel bleibt die gefühllose Lenkung, die stark entkoppelt wirkt und dem Fahrer kaum Rückmeldung bietet. So reicht es für den Audi nur zum fünften Rang – in Anbetracht seines Alters eine ordentliche Platzierung.

Alexander Lidl, Carsten van Zanten