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VW Passat Variant: Vergleichstest vs. BMW Mercedes und Co.

Führungsanspruch

Peugeot 508 SW Active BlueHDi 150:

Gäbe es in diesem Vergleichstest eine eigene Wertung für das Design und die Eigenständigkeit des Auftritts, der Peugeot 508 SW würde viele wertvolle Punkte sammeln können. Die  modern-markante Formensprache des Franzosen mit ihren klaren Linien ist drei Jahre nach dessen Markteinführung immer noch ein Augenschmeichler. Nachteil des gelungenen optischen Auftritts: Er geht zu Lasten der Übersichtlichkeit. Die massiven B- und D-Säulen erschweren den Blick nach hinten.

Der Peugeot 508 SW ist nur mäßig komfortabel

Zusätzlich zu den bereits serienmäßigen Parksensoren in der Heckschürze stellt somit auch die optionale Rückfahrkamera (780 €, im Paket u.a. mit Einparkhilfe vorn) eine sinnvolle Investition dar. Der Innenraum präsentiert sich gut verarbeitet und verströmt mit seinen ansprechenden Materialien eine angenehme Wohlfühlatmosphäre. Allerdings fällt auch hier der schicken Gestaltung vereinzelt die Funktionalität zum Opfer. So würde man sich nicht nur größer dimensionierte, sondern vor allem auch mehr Ablagen wünschen. Ebenso ist die Bedienung zum Teil etwas umständlich.

Unter anderem fällt der zentrale Touchscreen zu klein aus und ist zudem nicht einfach zu erreichen. Das Platzangebot auf den Vordersitzen geht in Ordnung, allerdings lässt die Kombination aus hoher Sitzposition und breiter Mittelkonsole den Peugeot beengter wirken als er tatsächlich ist. Die Kopffreiheit auf der Rückbank ist spürbar eingeschränkt – das liegt allerdings weniger an dem optionalen Panorama-Glasdach (600 €) als vielmehr an der tief heruntergezogenen Dachkante. Ansonsten steht in alle Richtungen ausreichend Platz zur Verfügung.

Als einziger Kandidat im Test lässt sich der Peugeot 508 SW mit einer Vier-Zonen-Klimaautomatik (400 €, ab Ausstattung Allure) ausrüsten. Abgesehen davon bietet der Gallier nur ein überschaubares Komfortniveau. Motor-, Wind- und Abrollgeräusche dringen deutlicher an die Ohren der Reisenden als in allen anderen Kandidaten, und auch der Federungskomfort des eher straff abgestimmten 508 ist weit davon entfernt, wofür französische Autos einst traditionell gestanden haben.

Dafür entschädigt der Peugeot mit einem feinen Sinn fürs Praktische. Die erlaubte Zuladung ist mit 592 Kilogramm die höchste in diesem Test, der Kofferraum gehört mit 560 bis 1598 Litern zu den größeren im Feld. Wie bei Mercedes und VW lässt sich auch im Peugeot 508 die Rückbank bequem vom Laderaum aus entriegeln. Bei den Fahrleistungen und beim Kraftstoffverbrauch nimmt der 508 SW Active BlueHDi 150 einen Mittelfeldplatz ein.

Dank seines großen 72-Liter-Tanks bietet er eine Reichweite von 1263 Kilometern – einzig der Opel Insignia Sports Tourer kommt wegen seines etwas niedrigeren Verbrauchs noch ein wenig weiter. Bei den fahrdynamischen Disziplinen kann der 508 SW keine Glanzpunkte setzen. Die forcierte Gangart ist seine Sache nicht, zu gefühllos ist die Lenkung, zu gering die Traktion. Und die Bremsen könnten energischer zupacken. Da ändert auch der dritttgünstigste testrelevante Preis nichts mehr daran, dass der Peugeot nur auf dem siebten Platz landet.

Alexander Lidl, Carsten van Zanten