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Kompaktsportler im Vergleich 2013: VW Golf GTI gegen die Konkurrenz

Spaßquartett

Fahrkomfort

Dass sich kompakte Sportler nicht unbedingt als luftkissengleiche Sänften präsentieren, liegt auf der Hand. Dennoch gibt es im Testfeld gravierende Unterschiede. Dank adaptiver Dämpfer (1000 Euro Aufpreis) beherrscht der Golf GTI den schwierigen Spagat zwischen Langstreckenkomfort und einer der launigen Kurvenhatz zuträglichen Straffheit am besten. Dazu passt, dass er bequeme Sitze mit viel Seitenhalt und eine gemütliche Rückbank bereitstellt. Auf allen Plätzen fühlt man sich bestens untergebracht. Der Renault Mégane R.S. ist deutlich kompromissloser unterwegs – zumal unser Testwagen mit dem rundstreckenorientierten Cup-Paket bestückt ist. Dies beinhaltet neben geschlitzten Bremsscheiben eine abermals straffere Abstimmung des Fahrwerks und eine Differenzialsperre. Ebenfalls Bestandteil der 2990 Euro teuren Option: annähernd perfekte Recaro-Sportsitze. Zwar fehlt es ihnen etwas an Polsterung, dafür verwöhnen sie jedoch mit überragendem Seitenhalt. Nicht so schön: Die nicht in der Höhe einstellbaren Gurte können je nach Fahrergröße am Hals entlang verlaufen.

Der Ford liegt von seinen Anlagen her auf einem ähnlichen Level wie der Renault. Auch er federt eher robust und leitet Fahrbahnunebenheiten spürbar in die Karosserie weiter. Außerdem neigt die Hinterachse zum Poltern. Die Sportsitze des Focus ST sind sehr eng geschnitten und zu hoch montiert. Die beinahe Van-artige Sitzposition will einfach nicht zum sportlichen Charakter des Ford passen.

Derartige Probleme kennt der Alfa nicht. Seine Sitze sind auch in der Höhe einstellbar. Dafür lassen sie jeglichen Seitenhalt vermissen. Was ebenfalls missfällt ist die merkwürdige Pedalanordnung, die stark angewinkelte Beine verlangt. Aber die Giulietta verschont ihre Insassen vor übertriebener Härte. Ihr Fahrwerk ist eher dem Komfort verpflichtet. Am deutlichen Sieg des Golf GTI in diesem Kapitel ändert das jedoch nichts mehr.

FahrkomfortMax. PunkteVW Golf VII GTI PerformanceFord Focus STRenault Mégane Coupé R.S. TCe 265Alfa Romeo Giulietta 1.8 TBi 16V QV
Sitzkomfort vorn150136128129118
Sitzkomfort hinten10072666063
Ergonomie150130125122122
Innengeräusche5033322532
Geräuscheindruck10071686468
Klimatisierung5039323137
Federung leer200144132130138
Federung beladen200144128127135
Kapitelbewertung1000769711688713
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Motor & Getriebe

Auch wenn die vier Kontrahenten unter den Hauben mit quer eingebauten Vierzylinder-Turbomotoren und manuellen Sechsgang-Getrieben Einigkeit dokumentieren, könnten ihre Charaktere unterschiedlicher nicht sein.

Insbesondere der Alfa Romeo bleibt hinter den Erwartungen zurück. Zwar ist er nominell der Zweitschwächste, aber allein seine italienischen Wurzeln versprechen Emotionen. Die werden aber kaum geboten. Bis Tempo 100 verliert er bereits knapp eine Sekunde auf den Ford und 1,4 Sekunden auf Renault und VW. Und je höher das Tempo, desto größer der Abstand. Verglichen mit seinen Rivalen fehlt ihm zudem die bissige Reaktion auf Gaspedalbefehle.

Wie direkt die Kommunikation zwischen Fahrer und Technik sein kann, zeigt der Ford. Der ST reagiert sensibel auf jeden noch so kleinen Impuls, den der Pilot übers Gaspedal diktiert. Vor allem der bullige mittlere Drehzahlbereich begeistert. Zwischen 2000 und 4500 Umdrehungen wirkt er insbesondere in den oberen beiden Gängen überlegen – vor allem im sechsten Gang düpiert der Focus seine Mitstreiter. Bei spontanen Überholmanövern fahren dem kehlig-heiser tönenden ST alle anderen hinterher. Und auf hohe Drehzahlen kann man beim Ford ebenso verzichten wie beim Renault Mégane R.S.

Auch der Renault brilliert mit bulligem Schub aus mittleren Drehzahlregionen. Während der Ford aber auch obenheraus spritzig bleibt, lohnt es sich nicht, den R.S. über die 6000 Touren zu treiben. Zwischen 3000 und 5000 Umdrehungen ist er in seinem Element. Lediglich der Golf – der Schwächste im Feld – kann ihm beim Sprint auf Tempo 100 Paroli bieten.

Der GTI-Turboantrieb gefällt mit verzögerungsfreier Gasannahme. Ab knapp über Leerlaufdrehzahl, wo sich die Triebsätze der Konkurrenz noch leicht lethargisch geben, baut der Turbo des Golf schon mächtig Druck auf. Ausgesprochen leichtfüßig arbeitet er sich durch alle Drehzahlregionen, und selbst oberhalb von 6000 Touren legt er Schippe um Schippe nach. Großen Anteil daran hat auch das perfekt auf die Motorcharakteristik abgestimmte, sehr präzise schaltbare Getriebe.

Das gilt auch für die Schaltbox des Renault. Beide Autos begnügen sich zudem mit neun Liter Kraftstoff pro 100 km. Der Ford nimmt nur geringfügig mehr, während der Alfa Romeo einen ganzen Liter mehr benötigt.

Motor und getriebeMax. PunkteVW Golf VII GTI PerformanceFord Focus STRenault Mégane Coupé R.S. TCe 265Alfa Romeo Giulietta 1.8 TBi 16V QV
Beschleunigung150128124128117
Elastizität10085888685
Höchstgeschwindigkeit15090899384
Getriebeabstufung10090858783
Kraftentfaltung5042403933
Laufkultur10070676562
Verbrauch325211205211192
Reichweite259121210
Kapitelbewertung1000725710721666
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Inhaltsübersicht

Autos im Test

VW Golf VII GTI Performance

PS/KW 230/169

0-100 km/h in 6.00s

Vorderrad, 6 Gang manuell

Spitze 250 km/h

Preis 32.350,00 €

Ford Focus ST

PS/KW 250/184

0-100 km/h in 8.70s

Vorderrad, 6 Gang manuell

Spitze 248 km/h

Preis 27.950,00 €

Renault Mégane Coupé R.S. TCe 265

PS/KW 265/195

0-100 km/h in 6.00s

Vorderrad, 6 Gang manuell

Spitze 254 km/h

Preis 30.980,00 €

Alfa Romeo Giulietta 1.8 TBi 16V QV

PS/KW 235/173

0-100 km/h in 7.40s

Vorderrad, 6 Gang manuell

Spitze 242 km/h

Preis 30.250,00 €