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Vergleich Kompaktklasse-Diesel: VW Golf GTD vs. BMW 1er, Opel Astra und Volvo V40

Führungsanspruch

Sein Vorgänger galt als der Maßstab im Segment der Power-Diesel – doch die Kompaktklassen-Konkurrenz kam näher: Mit der Neuauflage des Golf GTD will VW die Vormachtsstellung neu untermauern. Kampflos gibt sich die etablierte Konkurrenz aus Deutschland und Schweden im Vergleichstest aber nicht geschlagen

Was das Kürzel „GTI“ bei den Benzinern, stellt die Buchstabenkombination „GTD“ bei den Dieselfahrzeugen dar. Bereits 1982 trat Volkswagen erstmals an, um mit dem Golf GTD unter Beweis zu stellen, dass Lust am Fahren und Lust am Sparen nicht zwingend einen Widerspruch darstellen muss. Analog zum Golf GTI thronte seitdem in jeder der insgesamt sechs Generationen ein GTD-Modell an der Spitze der Diesel-Gölfe. Jetzt rollt die siebte Auflage des dynamischen Kompakt-Selbstzünders auf den Markt – und bringt gute Voraussetzungen mit, die erfolgreiche Tradition seiner Ahnen fortzusetzen.

Der 2,0-Liter-TDI-Motor des neuen VW Golf GTD leistet 184 PS – 14 Pferdestärken mehr als beim Vorgänger. Das maximale Drehmoment stieg von 350 auf 380 Newtonmeter. Hinzu kommen unter anderem die elektronische Differenzialsperre XDS und weitere optionale technische Leckerbissen wie das Sechsgang-Doppelkupplungsgetriebe DSG oder die adaptive Fahrwerksregelung DCC.

Doch das Erfolgsrezept, einen kraftvollen Dieselmotor in eine Kompaktkarosse zu verpflanzen, haben selbstverständlich längst auch viele andere Hersteller für sich entdeckt. Opel beispielsweise offeriert seit kurzem mit dem Astra 2.0 BiTurbo CDTI ecoFLEX eine äußerst appetitlich klingende Alternative. Der 2,0-Liter-Vierzylinder des Rüsselsheimers beeindruckt mit 195 PS und 400 Newtonmeter Drehmoment. Ebenso wie der Golf GTD schmückt sich auch der Astra BiTurbo mit sportlichen Accessoires innen und außen – und lässt so nur wenig Zweifel an Anspruch und angepeilter Zielgruppe.

Der BMW 120d hingegen tritt deutlich zurückhaltender auf – als Mitglied einer bekannt fahraktiven Modellfamilie gibt es an seinen zu erwartenden fahrdynamischen Qualitäten allerdings auch so keine Zweifel. Mit 184 PS und einem maximalen Drehmoment von 380 Nm entsprechen die Leistungsdaten des Müncheners exakt jenen des Golf. Hinzu kommt das Alleinstellungsmerkmal, dass der 1er als einziger Vertreter der Kompaktklasse über die Hinterräder angetrieben wird.

Mit dem fünfzylindrigen D4 schickt Volvo die stärkste Dieselausbaustufe der V40-Baureihe ins Rennen. Wie seine drei deutschen Rivalen verfügt auch der Schwede über zwei Liter Hubraum, aus denen er 177 PS und 400 Nm maximales Drehmoment schöpft. Seine dynamischen Formensprache bricht konsequent mit dem ursprünglichen Volvo-Kastendesign. Einer weiteren Markentradition bleibt der Volvo V40 D4 aber treu: Sein ganzes Auftreten richtet sich eindeutig vor allem an automobile Individualisten.

Es wird spannend zu beobachten, wie sich der neue VW Golf GTD gegenüber diesen drei so unterschiedlichen Charakteren schlägt.

Karosserie

Seit jeher gibt es Kritiker, die dem VW Golf sein relativ unspektakuläres Äußeres vorwerfen. Doch getreu dem Motto "form follows function" zeichnet sich der Wolfsburger dafür mit inneren Werten aus. In puncto Raumangebot vorn und hinten, Kofferraumvolumen und Variabilität sowie Übersichtlichkeit setzt er in diesem Vergleich die Bestwerte. Kritik verdienen allerdings die Außenspiegel des VW: Sehr weit vorn positioniert, relativ klein dimensioniert und sich nach außen stark verjüngend, erschweren sie den Blick auf das Geschehen hinter dem Fahrzeug.

In puncto Raumangebot und Gepäckraumgröße kommt einzig der Opel Astra in die Nähe des Golf. Der knapp geschnittene BMW 1er lässt seinen Insassen deutlich weniger Platz. So schränkt der breite Kardantunnel des Hecktrieblers den Fußraum für Fahrer und Beifahrer deutlich ein. Das Platzangebot auf der Rückbank ist in alle Richtungen ebenfalls überschaubar. Auch die Größe des Gepäckraums rangiert eher im unteren Klassendurchschnitt, dafür überzeugt der BMW mit hoher Variabilität.

Der Volvo V40 muss seiner coupéhaften Linienführung Tribut zollen. Großgewachsenen über 1,80 Meter ist wegen der eingeschränkten Kopffreiheit ein Platz im Fond nur auf kurzen Strecken zuzumuten. Der Kofferraum fällt mit 335 bis 1035 Liter ausgesprochen klein aus, zudem müssen die Gepäckstücke über die sehr hohe Ladekante gewuchtet werden.

Die große Stunde des V40 schlägt beim Thema Sicherheitsausstattung. Die Liste der serienmäßigen und optionalen Assistenzsysteme ist Volvo-typisch lang. So bietet der V40 unter anderem als einziger einen innovativen Fußgänger-Airbag – und das sogar ab Werk. Auch ein Notbremsassistent mit Fußgänger- sowie Fahrradfahrererkennung ist serienmäßig an Bord. Von den drei Kontrahenten lässt sich nur der Golf mit einem vergleichbaren Assistenzsystem (295 Euro) ausstatten. Die umfangreiche Sicherheitsausstattung beschert dem Volvo in der Kapitelwertung schließlich den zweiten Rang hinter dem Golf.

KarosserieMax. PunkteVW Golf GTD DSGBMW 120dVolvo V40 D4Opel Astra 2.0 BiTURBO CDTI ecoFLEX
Raumangebot vorn10072656970
Raumangebot hinten10060485055
Übersichtlichkeit7039383434
Bedienung/ Funktion10088908685
Kofferraumvolumen10033302532
Variabilität10040352930
Zuladung/ Anhängelast8033283534
Sicherheit15067687962
Qualität/ Verarbeitung200150145149142
Kapitelbewertung1000582547556544
Bewertung aller Fahrzeuge ansehen

Inhaltsübersicht

Autos im Test

VW Golf GTD DSG

PS/KW 184/135

0-100 km/h in 7.70s

Vorderrad, 6-Gang-Doppelkupplung

Spitze 228 km/h

Preis 34.271,00 €

BMW 120d

PS/KW 184/135

0-100 km/h in 7.30s

Hinterrad, 8-Stufen-Automatik

Spitze 228 km/h

Preis 31.500,00 €

Volvo V40 D4

PS/KW 177/130

0-100 km/h in 8.10s

Vorderrad, 6-Stufen Automatik

Spitze 215 km/h

Preis 35.330,00 €

Opel Astra 2.0 BiTURBO CDTI ecoFLEX

PS/KW 194/143

0-100 km/h in 8.80s

Vorderrad, 6 Gang manuell

Spitze 226 km/h

Preis 33.960,00 €