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VW gegen Skoda Teil 5: Tiguan und Yeti im Vergleichstest

Skoda Yeti 2.0 TDI 4x4 und VW Tiguan 2.0 TDI 4Motion

Für gelegentliche Ausflüge in Wald und Flur halten Skoda und VW mit Yeti und Tiguan zwei allradgetriebene Kompakt-SUV bereit. Wie verläuft das Duell auf allen Vieren?

Die wenigsten Allradler werden vermutlich im Alltag jemals unbefestigte Wege unter die Räder nehmen. Sei’s drum. Sie verströmen die Aura des Autos für alle Fälle, was einen nicht unerheblichen Teil ihrer Beliebtheit ausmachen dürfte und den Herstellern gute Umsätze beschert. Zwei passende Angebote hält der VW-Konzern bereit. Dem eher gediegenen VW Tiguan steht seit August vergangenen Jahres der rustikale Skoda Yeti gegenüber. Obwohl optisch eigenständig, teilen sich die beiden eine Vielzahl an technischen Komponenten. Dies reicht vom Motor bis hin zum elektronisch gesteuerten Allradantrieb via Haldex-Kupplung.

Im Innenraum treten jedoch deutliche Unterschiede zu Tage: Der Yeti fällt etwas schmaler aus als der Tiguan, ist aber deutlich variabler. Denn im Fond verfügt er statt einer asymmetrisch klappbaren Rückbank über drei ebenfalls verschiebbare, klapp- und ausbaubare Einzelsitze. Dieses VARIOFLEX-Sitzsystem stammt aus dem Skoda Roomster. Damit auch große Zeitgenossen genügend Knieraum vorfi nden, lassen sich im VW wie im Skoda die Fondsitze längs verschieben.

Auch beim Kofferraumvolumen deklassiert der Tscheche den Wolfsburger Kontrahenten: Sein Maximalvolumen beträgt 1760 Liter gegenüber 1510 Liter beim Tiguan. Der gut 20 Zentimeter kürzere Skoda Yeti (Außenlänge: 4,22 Meter) kann es also schon mit vielen großen Kombis aufnehmen.

Anders als seine rustikale Optik vermuten lässt, ist der Herausforderer ähnlich penibel verarbeitet wie der bekannt hochwertige Tiguan.

GENÜGEND DREHMOMENT
Der 2.0-Liter-TDI mit 140 PS ist für beide kompakten Allradler die ideale Motorisierung, denn er stellt den besten Kompromiss aus Kraft und Kosten dar. Seine 320 Nm Maximaldrehmoment erlauben entspanntes, schaltfaules Fahren. Allerdings ist der Motor im Skoda akustisch präsenter als im Tiguan. Während beide bei der Beschleunigung von 0 auf 100 km/h fast gleichauf liegen (Skoda: 10,5 Sekunden, VW: 10,6), übertrifft der Tscheche den Deutschen in der Höchstgeschwindigkeit um vier km/h (Skoda: 190 km/h, VW 186). Derlei Differenzen fallen im Verkehrsalltag nicht ins Gewicht. Für zügiges Fortkommen steht allemal allemal genügend Leistung zur Verfügung. Apropos Gewicht: Der gegenüber dem Yeti über 120 Kilogramm schwerere Tiguan fordert an der Tankstelle seinen Tribut. So konsumiert der VW auf der Testrunde mit 7,0 Litern Diesel pro 100 Kilometer 0,4 Liter mehr als der Skoda. Dies verschafft dem Tschechen jedoch keinen Reichweitenvorteil, denn sein Tank fasst lediglich 60 Liter. Beim deutschen Konkurrenten sind es vier Liter mehr. Damit kommt der Yeti 909 Kilometer und der Tiguan 914 Kilometer ohne Tankstopp aus.

Das niedrigere Gewicht ist es auch, das zum leichteren Handling des Skoda beiträgt. Kaum ein SUV vermittelt auf kurvenreicher Strecke so ein Kart-ähnliches Fahrgefühl wie der Yeti. Zackiges Umsetzen von Lenkbefehlen, wenig Seitenneigung, neutrales Eigenlenkverhalten samt hoch angesiedeltem Grenzbereich, dazu ein feinfühlig regelndes elektronisches Stabilitätsprogramm – das sind die Zutaten für ein schmackhaftes Fahrspaß-Menü. Auch die kräftig zupackenden Bremsen können überzeugen: Mit warmer Bremse kommt der Yeti aus 100 km/h 0,8 Meter früher zum Stehen als der Tiguan.

KOMFORTABLE ELEKTRONIK
Zwar beinhaltet die adaptive Fahrwerksregelung DCC (1055 Euro) im VW einen Sportmodus, aber dennoch wirkt der Tiguan nicht ganz so handlich wie der Yeti. Auf Knopfdruck in den Komfort-Modus gewechselt, kann er den recht straff abgestimmten Tschechen dagegen deutlich deklassieren. Bei ihm klagen vor allem die Fondpassagiere nach dem direkten Umstieg aus dem Tiguan über eine unsensibler ansprechende Hinterachsfederung. Auf Fahrbahnunebenheiten aller Art rollt der VW wesentlich geschmeidiger ab.

Wenn es ums Geld geht, schneidet der Tiguan allerdings deutlich schlechter ab als der Yeti. Ein um mehr als 2000 Euro höherer Grundpreis ist in der Klasse der Kompakt-SUV schon ein Wort, zumal die Technik, dem Baukastensystem sei Dank, in vielen Bereichen identisch ist und der Skoda gegenüber dem VW keinerlei Qualitätsdefizite erkennen lässt.

Fazit

SKODA YETI
Der knackige Tscheche mit den Gelände-Genen sorgt für den Ausgleich im Markenduell. Mehr Kofferraum, dynamischer und günstiger als der Tiguan – der Yeti ist für die Fans kompakter Allradler eine Empfehlung.

VW TIGUAN
Ausgereift und solide hält der Wolfsburger die Stellung. Sein Plus ist der bessere Komfort, sein Nachteil der hohe Preis. Und der deutlich schwerere Wolfsburger verbraucht auch mehr als sein tschechischer Kraxel-Kamerad.

Elmar Siepen

Inhaltsübersicht

Autos im Test

Skoda Yeti 2.0 TDI 4x4

PS/KW 140/103

0-100 km/h in 10.40s

Allradantrieb, permanent, 6 Gang manuell

Spitze 190 km/h

Preis 27.590,00 €

VW Tiguan 2.0 TDI 4Motion

PS/KW 140/103

0-100 km/h in 10.50s

Allradantrieb, permanent, 6 Gang manuell

Spitze 186 km/h

Preis 29.600,00 €