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VW gegen Skoda Teil 1: Polo TSI und Fabia TSI im Vergleichstest

Polo TSI und Fabia TSI im Vergleich

Skoda, die gute und günstige Alternative zu VW, muss schon lange nicht mehr alte Technik auftragen. Was ist also der bessere Kauf: ein Polo oder ein Fabia? Wir testen die Konzerngeschwister mit dem feinen 105-PS-TSI

Hätte der kleine Polo Gefühle, würde er sich vermutlich nach den guten alten Zeiten sehnen. Auch wenn er nie zuvor so schnell, so sicher und so geräumig wie heute war, genoss er doch stets den Status des Vorzeige-Kleinwagens in der großen Volkswagen-Familie. Selbst als sich sein tschechischer Verwandter allmählich auf dem Markt breit machte, durfte sich nur der Polo der modernsten Antriebstechnik bedienen. Nun scheint die Konzernmutter aus Wolfsburg aber auch den Skoda Fabia in ihr Herz geschlossen zu haben. Frisch geliftet darf er jetzt nicht nur bei Komfort und Ausstattung aufschließen, sondern sogar auf den vielgelobten Downsizing-Benziner 1.2 TSI zurückgreifen. Bei dem Duell auf Augenhöhe behält der Polo jedoch einen wichtigen Vorteil: das Sechsganggetriebe. Der Fabia muss sich mit fünf Schaltstufen bescheiden.

VIEL KRAFT, WENIG FUTTER
Statt auf Hubraum und Drehzahl setzen die beiden Kraftzwerge auf Turbolader und Direkteinspritzung. Das Zauberwort heißt Downsizing. Kolben, Pleuel, Kurbelwelle – alles ist hier eine Nummer kleiner als bei anderen Triebwerken dieser Leistungsklasse. Zudem vertraut VW auf Zweiventil-Technik.

Im Stand merkt man den 105 PS starken TSI-Aggregaten nichts von ihrem Potenzial an: kein Vibrieren, kein Zucken. Nur die Drehzahlnadel – die im Leerlauf stur bei 600 Zählern verharrt – verrät, dass die Vierzylinder in Polo und Fabia längst fleißig rotieren, als wären die Langhuber von sämtlichen Massen befreit. Umso erstaunlicher, dass es schon kurz über der Leerlaufdrehzahl zur Sache geht. Bereits bei 1500 Umdrehungen quetscht der Turbolader das volle Drehmoment von 175 Newtonmetern aus den Brennräumen und hält dieses Niveau bis 4100 Umdrehungen. So weit muss man es aber gar nicht kommen lassen: Die beiden gut 1,1 Tonnen schweren Fünftürer lassen sich zügig und harmonisch bewegen, ohne die 3000er-Marke zu passieren.

Im Fabia geht es dabei etwas lauter zu, aber nie unangenehm. Wind und Abrollgeräusche isoliert der Polo allerdings effektiver – der Lohn für die im Detail bessere Verarbeitung. Wo im Skoda hier und da billiger Kunststoff glänzt, hat VW dämmenden Filz aufgespannt. Das fällt vor allem im Kofferraum auf. Bei umgeklappten Rücksitzen offenbart der Fabia hier sogar nackten Schaumstoff unter dem Sitzkissen. Dafür herrscht im Cockpit bei der Materialanmutung und in Sachen Übersichtlichkeit absoluter Gleichstand. Kein Knopf ist überflüssig, jeden Schalter findet man narrensicher genau dort, wo man ihn vermutet.

Auf langen Autobahnetappen lernt man den sechsten Gang des Polo schnell zu schätzen. Während im Skoda bei Tempo 130 schon 3000 Umdrehungen anliegen, sind es im VW ungefähr 400 weniger. Das schont die Ohren und den Geldbeutel. Die Verbrauchsmessung liefert den Beweis: Trotz 35 Kilogramm mehr auf der Waage und breiterer Reifen mit mehr Rollwiderstand kommt der Wolfsburger mit 7,0 Litern auf 100 Kilometer aus. Beim Tschechen sind es 7,3. Dafür steht der Fabia nach einer Vollbremsung etwas früher.

PREISVORTEIL FÜR SKODA
Den Polo 1.2 TSI mit 105 PS gibt es erst ab der Comfortline-Ausstattung für 16.600 Euro. Das sind 520 Euro mehr als beim Fabia, der mit diesem Motor ab der Ambiente-Variante zu haben ist. Rechnet man beim VW die hinteren Türen (740 Euro) und das CD-Radio (480 Euro) hinzu (Fabia: Serie), trennen die beiden schon 1740 Euro.

Mit jedem Kreuzchen bei den Sonderausstattungen vergrößert sich der Abstand zwischen den beiden Konzernbrüdern weiter. Denn bei VW ist jedes Extra traditionell ein paar Euro teurer. Xenonlicht, Sportsitze und ein Sportfahrwerk sucht man bei Skoda sogar vergebens. Wer auf diesen Luxus und den sechsten Gang beim Getriebe verzichten kann, wird mit dem Fabia sicherlich genauso glücklich. Nur wegen ein paar Details muss er dem Verkaufsschlager aus Wolfsburg bei diesem Test knapp den Vortritt lassen.

Hätte der Polo Gefühle, könnte er sich vermutlich nicht lange über diesen Sieg freuen. Denn beim Händler steht schon ein weiterer Verwandter, der alles noch besser können möchte: der Audi A1. Für den kleinen Polo kommen die guten alten Zeiten wohl niemals mehr zurück.

Fazit

SKODA FABIA
Der Fabia hat bei diesem Testduell nur knapp das Nachsehen. Mit diesem Motor gehört er zweifellos zu den besten Kleinwagen am Markt. Und beim Preis-Leistungs-Verhältnis ist er schon jetzt unschlagbar.

VW POLO
Nach wie vor ist der Polo kaum zu schlagen. Mit seinem hohen Komfortniveau und der sehr guten Verarbeitung versprüht er sogar einen Hauch von Premium. Deshalb gewinnt er den direkten Vergleich mit dem Skoda.

Markus Schönfeld

Inhaltsübersicht

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Skoda Fabia 1.2 TSI

Skoda Fabia 1.2 TSI

PS/KW 105/77

0-100 km/h in 9.50s

Vorderrad, 5 Gang manuell

Spitze 191 km/h

Preis 16.080,00 €

VW Polo 1.2 TSI

VW Polo 1.2 TSI

PS/KW 105/77

0-100 km/h in 9.60s

Vorderrad, 6 Gang manuell

Spitze 190 km/h

Preis 17.340,00 €