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Sportcoupés 2013 im Vergleich: Porsche Cayman vs. Audi, Hyundai, Mercedes

Korea-Sieg?

Fahrkomfort

Dass Sportwagen nicht unbedingt knüppelharte Haudegen sein müssen, beweist neben dem größeren 911 auch der Cayman. Sowohl über Autobahn und Landstraße als auch auf den definierten Komfortpisten der Teststrecke hinterlässt der Porsche den besten Eindruck im Testfeld. Querfugen sowie -kanten federt er sauber an, und die Unebenheiten der tief zerfurchten Buckelpiste verarbeitet das Fahrwerk mit adaptiven Dämpfern (PASM: 1428 Euro) gekonnt – egal ob nur mit einem Fahrer an Bord oder der zulässigen Gesamtmasse von 1665 Kilogramm. Dabei profitiert der Cayman abermals von seiner extrem verwindungssteifen Karosserie. Erstaunlich gut ist zudem der Komfort in den 16,6 Kilo leichten und dünn gepolsterten Schalensitzen (3273 Euro) – wenn man diese erst einmal geentert hat.

Auch die serienmäßigen Sportsitze im Audi TT RS plus bieten genügend Seitenhalt bei hoher Querbeschleunigung und mildern die zum Teil etwas harten Schläge beim Überfahren von Querfugen oder Kanaldeckeln ab. Denn das Fahrwerk im stärksten Serien-TT ist sehr hart ausgelegt. Besonders mit Beladung federn Vorder- und Hinterachse nicht mehr sauber an, sondern reagieren bockig auf Unebenheiten.

Das kann der Hyundai besser, dessen Fahrwerksabstimmung an der Vorderachse sehr schluckfreudig ausgelegt ist und nur wenig Bewegung in die Karosserie bringt. Vor allem bei der Fahrt mit bis zu 80 km/h über schlecht eingepasste Gullideckel lässt sich das Genesis Coupé nicht aus der Ruhe bringen und schont die Wirbelsäulen der Insassen. Noch einen Tick sensibler reagiert die Vorderachse des Mercedes SLK – ganz im Gegensatz zur Hinterachse, die bereits auf kleine Querkanten leicht stößig reagiert und dabei unnötig stark aus- und nachfedert. Mit voller Beladung verstärkt sich dieser Eindruck. Viele Punkte sammelt der Stuttgarter allerdings mit seinem angenehmen Geräuschkomfort und der guten Ergonomie. In letzterem Punkt ist nur der Hyundai besser, dessen Knopf für den Bordcomputer links hinter dem Lenkrad während der Fahrt zwar schlecht erreichbar ist, der jedoch viele praktische Ablagen bietet.

Eine serienmäßige Klimaautomatik spendieren nur Audi und Hyundai, obendrein gibt es eine mehrstufige Sitzheizung. Beides kostet bei Mercedes und Porsche extra, genau wie der Nackenwärmer „Airscarf“ von Mercedes, der selbst mit geöffnetem Klappdach – den SLK gibt es nur als Roadster – Ausfahrten bei einstelligen Temperaturen erträglich macht.

FahrkomfortMax. PunktePorsche Cayman SAudi TT RS PlusMercedes SLK 350 BlueEFFICIENCYHyundai Genesis Coupé 3.8 Automatik
Sitzkomfort vorn150110112112110
Sitzkomfort hinten10005015
Ergonomie150120118122124
Innengeräusche5012192522
Geräuscheindruck10078748470
Klimatisierung5033383536
Federung leer200118108114116
Federung beladen200117106111112
Kapitelbewertung1000588580603605
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Motor & Getriebe

Die Verbindung von bärenstarkem Turbo-Punch und Allradantrieb macht den Audi TT RS plus zum absoluten Sprint-Meister. Bereits der Anfahrwert von 1,2 Sekunden (null bis 40 km/h) zeugt von ungeheuren Kräften, die auf die Antriebswellen wirken. Nach 4,2 Sekunden knackt der Audi mit brüllendem Fünfzylinder die 100er-Marke, Tempo 200 erreicht er nach 16,4 Sekunden. Nicht ganz so zackig, aber ebenfalls klanggewaltig kommt der Porsche auf Touren. Mit 4,8 Sekunden auf 100 km/h liegt er knapp hinter dem Audi, arbeitet sich aber mit zunehmender Geschwindigkeit immer näher an den Ingolstädter heran und erreicht Tempo 200 sogar einen Wimpernschlag früher. Doch wer denkt, damit wäre der Vorwärtsdrang beendet, täuscht sich. Denn bis 280 (Audi) respektive 283 km/h (Porsche) geht es im Nu ohne viel Anlauf – freie Bahn vorausgesetzt. Deutlich gemächlicher gehen es die mit Automaten ausgestatteten Coupés von Hyundai und Mercedes an – auch bei der Höchstgeschwindigkeit. Punkte sammelt der SLK vor allem mit seinem verhältnismäßig sparsamen Benzin-Direkteinspritzer. Der wird – wie auch im Porsche Cayman S – von einem Start-Stopp-System unterstützt und braucht im Test 9,4 Liter Super. Das sind 2,3 Liter mehr als vom Hersteller versprochen. Dieselbe Differenz zwischen EU-und Testverbrauch zeigt der Hyundai (10,0 zu 12,3 Litern), in die Brennräume des Porsche fließen mit 11,7 Litern sogar fast drei Liter mehr als angegeben. 11,5 Liter stehen nach der Verbrauchsrunde auf der TT RS-Zapfsäule – das ergibt die kürzeste Reichweite aufgrund des 60-Liter-Tanks.

Mit Abstand die beste Getriebeabstimmung bietet der Porsche. Kurze Schaltwege, klar definierte Gassen und wenig Kraftaufwand beim Gangwechsel machen den Cayman zum Auto für sportliche Fahrer, die auch im Alltag nicht auf Komfort verzichten wollen. Außerdem hat das Getriebe eine hervorragend abgestimmte Zwischengas-Funktion. Während Rennfahrer beim Verzögern mit dem rechten Fuß gleichzeitig Brems- und Gaspedal betätigen, um das Getriebe zu schonen und das Auto nicht unruhig werden zu lassen, erledigt der Cayman die Zwischengas-Salven automatisch. So steht bereits vor dem Beenden des Gangwechsels die zu erwartende Drehzahl des nächstniedrigeren Gangs an – wenn man das „Sport Chrono Paket“ für 1595 Euro gebucht und die Sport Plus-Taste aktiviert hat. Der handgeschaltete Audi TT RS nimmt einem diese Arbeit nicht ab, und die Automaten von Hyundai und Mercedes machen das linke Bein beim Fahren überflüssig. Auffällig ist, dass das Genesis-Getriebe (2000 Euro) einiges an Leistung schluckt, dafür wechselt es zügig die Gänge und hat meist die richtige Stufe parat. Anders die serienmäßige 7G-Tronic im SLK, die dem drehmomentstarken Motor offenbar nicht viel zutraut und oft unnötig früh zurückschaltet. Auch die Laufkultur des bei hohen Drehzahlen angestrengt klingenden Daimler passt nicht so recht zu seinem gelassenen Charakter.

Zwar ist der Audi-Fünfzylinder temperamentvoll, sein typisch brummiger Klang ist jedoch nicht jedermanns Sache. Auch der 3,4-Liter-Boxer des Porsche zeigt viel Agilität, läuft jedoch erstaunlich schwingungsarm und dreht spielerisch hoch. Zunächst ruhig und entspannt läuft der V6 im Hyundai Genesis Coupé, ab etwa 140 km/h stören jedoch Vibrationen und ein leichtes Dröhnen aus dem Antriebsstrang.

Motor und getriebeMax. PunktePorsche Cayman SAudi TT RS PlusMercedes SLK 350 BlueEFFICIENCYHyundai Genesis Coupé 3.8 Automatik
Beschleunigung150137141129128
Elastizität100----
Höchstgeschwindigkeit1501151139098
Getriebeabstufung10090858283
Kraftentfaltung5044464239
Laufkultur10092818775
Verbrauch325159163203148
Reichweite2598118
Kapitelbewertung1000646637644579
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Inhaltsübersicht

Autos im Test

Porsche Cayman S

PS/KW 325/239

0-100 km/h in 4.80s

Hinterrad; Sperrdifferential (opt.), 6 Gang manuell

Spitze 283 km/h

Preis 80.732,00 €

Audi TT RS Plus

PS/KW 360/265

0-100 km/h in 4.20s

Allradantrieb, permanent, 6 Gang manuell

Spitze 280 km/h

Preis 60.905,00 €

Mercedes SLK 350 BlueEFFICIENCY

PS/KW 306/225

0-100 km/h in 5.80s

Hinterrad, 7-Stufen-Automatik

Spitze 250 km/h

Preis 56.162,00 €

Hyundai Genesis Coupé 3.8 Automatik

PS/KW 347/255

0-100 km/h in 5.90s

Hinterrad, 8-Stufen-Automatik

Spitze 260 km/h

Preis 41.600,00 €