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Sportcoupés 2013 im Vergleich: Porsche Cayman vs. Audi, Hyundai, Mercedes

Korea-Sieg?

Vier Sportcoupés der 300-PS-Plus-Fraktion im Kampf um den Coupé-Pokal: Hat das um 44 PS erstarkte Hyundai Genesis Coupé das Zeug, um den neuen Porsche Cayman S, den Audi TT RS plus und den Mercedes SLK 350 im Vergleichstest zu schlagen?

Drei Deutsche und ein Koreaner – ob das gut geht? Zumindest die nackten Daten qualifizieren das jüngst überarbeitete Hyundai Genesis Coupé als 3.8-Version für die Klasse von Porsche Cayman, Mercedes SLK und Audi TT: sechs V-förmig angeordnete Zylinder mit 3778 Kubikzentimeter Hubraum, 347 Pferdestärken, Hinterradantrieb, ein teilweise gesperrtes Differenzial und die flache Karosserieform mit nur zwei Türen. Nicht bloß überarbeitet, sondern von Grund auf neu konstruiert ist der Porsche Cayman aus Zuffenhausen, der für diesen Test als S mit 3,4 Liter großem Saug-Boxer aus dem 911 Carrera auf den Redaktions-Parkplatz rollt. 325 PS entwickelt der Direkteinspritzer und überträgt seine Kraft mithilfe eines manuellen Sechsgang-Getriebes an die Hinterräder. 306 Pferdestärken mobilisiert der stärkste Sechszylinder im Mercedes SLK. Im Gegensatz zu vielen anderen Modellen der Stuttgarter ist im SLK 350 drin, was drauf steht: nämlich 3,5 Liter Hubraum. Auch der Daimler schickt seine Kraft allein an die Hinterachse, allerdings über ein Automatik-Getriebe mit sieben Stufen – genau wie der Hyundai, dessen Wandler sogar zwischen acht Gängen wechseln kann. Handarbeit ist dagegen im Audi TT RS plus angesagt, der aus fünf in Reihe angeordneten Zylindern mittels Turbo bärenstarke 360 PS kitzelt. Für optimalen Vortrieb vertraut Audi bei so viel Kraft auf den bewährten quattro-Allradantrieb, der selbst auf nasser Fahrbahn kaum Schlupf an den Rädern zulässt.

Karosserie

Wie ist Porsche das nur gelungen? Die Innenraumbreite vorn entlarvt den Cayman als schmal geschnittenen Sportwagen. Doch die Sitze sind so montiert, dass man nicht zwischen Mitteltunnel und Türverkleidung eingeklemmt wird – selbst Zwei-Meter-Männer finden ausreichend Platz für Beine, Ellenbogen und Schultern. Der SLK zum Beispiel bietet drei Zentimeter mehr Raum, gemessen an der breitesten Stelle. Allerdings ist die Tür nach innen ungünstig ausgeformt und der Mitteltunnel so voluminös, dass Großgewachsene mit Schulter und rechtem Bein anecken. Fürstliche Platzverhältnisse bietet dagegen das Hyundai Genesis Coupé, dessen Rückbank nicht bloß eine Alibi-Funktion hat wie die des Audi TT, sondern mit ausreichend Beinfreiheit zwei weitere vollwertige Sitze offeriert. Obwohl das Platzangebot im Fond auch für Erwachsene bis etwa 1,80 Meter Körperlänge taugt, werden sich in den Genesis-Fond wohl nur Kinder und Teenager wagen, denn bei lediglich 82 Zentimetern Kopffreiheit wird’s für die meisten eng überm Scheitel. Vorn bleibt im Hyundai genügend Platz bis zum Dachhimmel, im Porsche kann man sogar bequem mit Helm sitzen.

Der Audi bietet laut Datenblatt vorn zwar genügend Raum, allerdings ist die Ellenbogenfreiheit nicht so gut wie im Cayman. Hinten gibt es kaum Platz für die Beine, und vom Sitz bis zum Dach bleibt noch weniger Raum als im Hyundai. Dafür punktet der TT mit der besten Variabilität: zweigeteilt umklappbare Rücklehne und ein fast ebener Ladeboden. Auch im Genesis klappt die Lehne bei Bedarf komplett um. Lade-König nach Litern ist der SLK (335 l), allerdings schrumpft der Platz bei geöffnetem Dach (225 l). In den Hyundai passt fast genauso viel, doch ist das Gepäckabteil praktischer ausgeformt als das des SLK. Beim Porsche wiederum verteilt sich das Gesamtvolumen auf zwei Räume: unter der Fronthaube (150 l) und der Heckklappe (162 l).

Seinen Kapitelsieg gründet der Mercedes auf seiner reichhaltigen, wenn auch meist optionalen Sicherheitsausstattung. Features wie eine aktive Motorhaube für den Fußgängerschutz, Presafe (Crash-Erkennung vor dem Aufprall), Abbiegelicht, Spurwechsel- und Spurhalteassistent bietet nur der Daimler. Allerdings bedeutet das nicht, dass Hyundai, Audi und Porsche unsicher sind. Front-, Seiten- und Kopfairbags gehören zum Standard, der elektronische Schleuderschutz ESP sowieso.

Auf Top-Niveau rangiert die Verarbeitungsqualität im Porsche, der sich kein noch so kleines Knarzen oder Klappern leistet und dessen Karosserie einen extrem steifen Eindruck hinterlässt. Die Materialien sind edel und solide zugleich, die Einzelteile im Cockpit wirken penibel zusammengesetzt – bei einem Testwagenpreis von knapp 97.000 Euro inklusive aller Extras kann man das auch erwarten.

Ebenfalls hochwertig sind Materialien und Verarbeitung in Audi und Mercedes, wobei der SLK in seiner Gesamtstruktur weniger steif und solide wirkt. Der Hyundai fällt mit Knarzgeräuschen aus dem Kofferraum sowie dem Armaturenbrett und ab Tempo 200 aus dem Bereich des Fahrerfensters auf. Außerdem sind die Kunststoffverkleidungen im Innenraum des Koreaners nicht so hochwertig.

KarosserieMax. PunktePorsche Cayman SAudi TT RS PlusMercedes SLK 350 BlueEFFICIENCYHyundai Genesis Coupé 3.8 Automatik
Raumangebot vorn10074727176
Raumangebot hinten10005015
Übersichtlichkeit7046444547
Bedienung/ Funktion10083828782
Kofferraumvolumen10019172221
Variabilität100014811
Zuladung/ Anhängelast8012151115
Sicherheit15054497546
Qualität/ Verarbeitung200188186182175
Kapitelbewertung1000476484501488
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Inhaltsübersicht

Autos im Test

Porsche Cayman S

PS/KW 325/239

0-100 km/h in 4.80s

Hinterrad; Sperrdifferential (opt.), 6 Gang manuell

Spitze 283 km/h

Preis 80.732,00 €

Audi TT RS Plus

PS/KW 360/265

0-100 km/h in 4.20s

Allradantrieb, permanent, 6 Gang manuell

Spitze 280 km/h

Preis 60.905,00 €

Mercedes SLK 350 BlueEFFICIENCY

PS/KW 306/225

0-100 km/h in 5.80s

Hinterrad, 7-Stufen-Automatik

Spitze 250 km/h

Preis 56.162,00 €

Hyundai Genesis Coupé 3.8 Automatik

PS/KW 347/255

0-100 km/h in 5.90s

Hinterrad, 8-Stufen-Automatik

Spitze 260 km/h

Preis 41.600,00 €