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City-Car-Vergleich: Smart Forfour, Twingo, Peugeot 108, Hyundai i10 & VW Up

Spielplatz Großstadt

FAHRKOMFORT

In den komfortrelevanten Wertungskriterien spielt der Hyundai i10 seine Stärken voll aus. Er verfügt mit Abstand über die harmonischste Fahrwerksabstimmung, die angenehmsten Sitze und die bequemste Rückbank. Dank dieser Eigenschaften wirkt der Koreaner mindestens eine Fahrzeugklasse höher angesiedelt. Selbst lange Autobahnetappen nimmt man mit ihm gern in Kauf.

Weniger wohl auf der Autobahn fühlen sich der Renault Twingo und der Smart Forfour. Der Langstreckenkomfort wird durch die hohe Geräuschentwicklung und den mäßigen Geradeauslauf getrübt. Dafür bieten beide vorn bequeme Sitze, und auch die Federung erledigt in beiden Fällen auf normalen Straßen einen ordentlichen Job, wenngleich der Smart – mutmaßlich aufgrund der kleineren Räder – eine Spur sensibler anfedert als sein französischer Verwandter. Grobe Fahrbahnschäden überspielen Twingo und Forfour jedoch nicht so geschickt wie der Hyundai i10 oder der VW Up, der dem Federungs- und auch Sitzkomfort des Koreaners am nächsten kommt.

Ganz anders gibt sich der Peugeot 108, dem ebenfalls ein eher rustikaler Federungskomfort zu eigen ist. Selbst auf vermeintlich ebenem Asphalt ist die Karosserie beinahe permanent in Bewegung, und auch auf schlechten Strecken haben seine Feder-/Dämpfer-Elemente die geringsten Reserven zu bieten. Außerdem fördern seine schwammigen Sitze, die kaum Seitenabstützung für den Körper bereitstellen, Ermüdungsfreies Fahren nicht gerade.

MOTOR/GETRIEBE

Der Hyundai i10 ist als einziger im Feld mit einem Vierzylinder unterwegs. Das frei saugende Triebwerk glänzt mit überaus kultivierten Manieren. So geht der Motor im Leerlauf dermaßen leise und frei von jedweden Vibrationen seiner Arbeit nach, dass schnell der Eindruck entsteht, er sei gar nicht in Betrieb.

Außerdem glänzt der 87 PS starke Kleinwagen mit seinem  munteren Vortrieb. In rund elf Sekunden beschleunigt er den knapp über eine Tonne schweren Asiaten auf 100 km/h. Das mit dem Triebwerk gekoppelte Fünfgang-Getriebe gefällt zudem mit passenden Übersetzungen und einer exakt geführten Schaltung.

Ähnlich temperamentvoll ist der 1,2 Liter große Dreizylinder-Sauger des Peugeot 108. Begünstigt durch das geringe Leergewicht von nur 908 Kilogramm, erreicht der 82 PS starke Franzose ähnliche Fahrleistungen wie der Hyundai. Allerdings ist der dröhnige und im Stand spürbar vibrierende Peugeot-Dreizylinder weit entfernt von der Laufkultur des koreanischen Triebwerks.

Und auch die Präzision der Schaltung erreicht nicht ganz die Güte des Hyundai oder gar des VW Up, dessen Schalthebel wie von selbst durch die exakt definierten Gassen flutscht. Dafür erweist sich der Wolfsburger als eher träger Zeitgenosse, dessen 75-PS-Dreizylinder erst ab höheren Drehzahlen eine gewisse Spritzigkeit entwickelt. Die Folge: In den Elastizitäts- und Beschleunigungsprüfungen belegt er den letzten Platz.

Immerhin ist der kultivierteste unter den Dreizylindern auch das sparsamste Triebwerk im Feld. Als einziger bleibt der Up auf unserer Verbrauchsrunde unter der Sechs-Liter-Marke. Bei den Antriebsbrüdern Renault und Smart liegt der Twingo im Verbrauch mit 6,0 zu 6,5 Litern klar vor dem Forfour. Schlusslicht ist hier der Hyundai i10 mit durchschnittlich 6,8 Litern auf 100 Kilometer.

Mit jeweils 90 PS sind der Renault Twingo und der Smart Forfour die stärksten Vertreter dieses Vergleichstests. Darüber hinaus sind die beiden Neulinge die einzigen, die über einen aufgeladenen Motor verfügen. Das bringt ihnen einige Vorteile bei der Elastizität ein. Vom Sprintvermögen her sortieren sie sich indes in den hinteren Teil des Testfeldes ein, wobei der kaum schwerere Smart langsamer beschleunigt als der Renault. Außerdem ist der 0,9-Liter-Turbobenziner alles andere als ein Leisetreter.

Marcel Kühler