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Peugeot 208 2015 im Kleinwagen-Vergleichstest

Neues Stadtgespräch

Kleinwagen im Vergleichstest: FAHRKOMFORT

Angst vor langen Touren braucht man hier nicht zu haben. Denn Rücken- oder Ohrenschmerzen gehören in dieser Klasse längst der Vergangenheit an. So stört man sich höchstens an Kleinigkeiten wie zu kurzen Beinauflagen im Mazda, der mangelnden Schulterabstützung im Peugeot oder den weit nach innen gezogenen Türgriffen im Ford. Straff, aber wirkungsvoll gepolstert ist das Hyundai-Gestühl, auf dem man selbst zu viert am bequemsten reisen kann. Überhaupt überzeugt der Koreaner vorn wie hinten mit sehr guter Ergonomie, bietet viele nützliche Ablagen sowie die größte Kofferraumklappe.

Praktische Details wie gummierte Ablagen oder mit Leder gepolsterte Knieablagen am Mittelkonsolenrand finden sich aber auch im Mazda 2. Bei Anmutung und Verarbeitungsqualität gehört der Japaner ohnehin zu den Besten der Klasse, was sich auch in einer hervorragenden Geräuschdämmung äußert. Dagegen hinterlassen die harten Plastikteile im Peugeot einen eher klapprigen Eindruck. Das merkt man vor allem auf schlechten Straßen, wenn sich Heckklappe und Motorhaube kräftig bewegen und Federn und Dämpfer früh an ihre Grenzen stoßen.

Den kompletten Gegensatz dazu bilden Ford und Mazda. Ihre Karosserien wirken wie aus einem Guss und geben selbst auf extrem welligem Untergrund keinen Mucks von sich. Zudem rollen beide auf 16-Zoll-Felgen am sanftesten ab und federn auch sonst sehr anständig, wenn auch ein wenig zappelig. Die größten Federreserven bewahrt sich aber der Hyundai. Selbst bei voller Beladung behält der i20 seinen souveränen Charakter, der eher an die größere Kompaktklasse erinnert.

MOTOR/GERTRIEBE

In der Benzinerklasse um gut 100 PS verfolgen die vier Hersteller zwei unterschiedliche Ansätze. Ford und Peugeot setzen auf das Downsizing-Prinzip mit drei Zylindern, weniger Hubraum, aber Turbolader. Hyundai und Mazda dagegen vertrauen auf etwas größere Saugmotoren. Die verlangen dafür nach kürzer übersetzten Sechsganggetrieben, während die Turboaggregate mit mehr Drehmoment gut mit fünf längeren Gängen leben können.

Wer gern schaltet, wird mit dem ultrakurzen, exakt geführten Schalthebel im Mazda seine wahre Freude haben. Hinzu kommen die perfekte Getriebeauslegung und der kräftige, hochverdichtete Motor, der seine Leistung von 115 PS mustergültig entfaltet. Dass diese Kombination bei Beschleunigung und Höchstgeschwindigkeit die Nase vorn hat, verwundert nicht. Gerade 9,1 Sekunden vergehen aus dem Stand bis Tempo 100.

Weil es den SKYACTIV-G 115 i-ELOOP nur in der Sports-Line-Version gibt, thront passend zur sportlichen Ausrichtung ein zentraler Drehzahlmesser anstelle des Tachos. Langsam ist aber auch der Peugeot nicht, der mit sattem Drehmoment von 205 Newtonmetern protzt. Die langen Gänge und der knurrige Dreizylinder-Sound wirken allerdings weniger sportlich. Da weiß der Ford Fiesta sein ein Liter kleines Dreizylinder-Herz besser zu vertuschen. An die Fahrleistungen der beiden anderen kommt er jedoch nicht heran.

Langsamster im Test ist der Hyundai i20, dessen langhubiger 1,4-Liter-Sauger zwar seidig hochdrehen kann, mit 134 Newtonmeter Drehmoment im Vergleich allerdings etwas schwachbrüstig wirkt. Zudem verwundert die sehr kurze und enge Auslegung des vierten, fünften und sechsten Gangs. So muss die Kurbelwelle des i20 bei Tempo 100 schon mit 2800 Umdrehungen rotieren. Bei Autobahnfahrten wirkt das angestrengt und macht sich auch beim Verbrauch bemerkbar. Mit durchschnittlich 6,7 Litern muss man auf 100 Kilometer rechnen. Die Konkurrenten geben sich mit knapp einem Liter weniger zufrieden.

Markus Schönfeld