Markenvergleich: Opel Mokka 1.7 CDTI 4x4 vs. VW Tiguan 2.0 TDI 4Motion BMT

Abenteuer Alltag

Markenvergleich - Teil 7: Kompakte SUV sind gefragt, besonders in alltagstauglicher Kompaktform. Ist der kleine, pfiffige Mokka stark genug für den Platzhirsch Tiguan?

An dieser Stelle hätte sicherlich auch der größere Opel Antara gegen den langjährigen Vergleichstest-Seriensieger VW Tiguan antreten können. Doch wie das ausgeht, ist wohl klar, denn Opels Korea-SUV war noch nie ein Siegertyp. Also versucht es jetzt mal der kleinere, aber wesentlich modernere und pfiffigere Opel Mokka gegen den VW. Und wer glaubt, das hier sei nun wirklich alles kalter Kaffee, ist bei der ersten Mokka-Verkostung zunächst überrascht:

Sowohl vorn als auch in der zweiten Sitzreihe geht das Platzangebot im Opel als voll familientauglich durch, auch wenn der VW innen noch eine Spur breiter baut. Deutlicher werden die Unterschiede allerdings im Kofferraum. Für die große Reise ist der fast 15 Zentimeter längere Tiguan mit einem Gepäckvolumen von 470 bis maximal 1510 Liter schlicht besser gerüstet als der Mokka (356 bis 1372 Liter).

IM KOMFORT HÄNGT DER TIGUAN DEN MOKKA AB

Klare Unterschiede auch im Fahrbetrieb: Zum einen zählt die fein ansprechende VW-Federung zum Komfortabelsten, was man in dieser Klasse bekommen kann, zum anderen haben die Wolfsburger offenbar erheblich mehr in die Geräuschdämmung investiert. Das betrifft neben den Wind- und Abrollgeräuschen ganz besonders die Motoren. Während der 1,7-Liter-Diesel des Opel in praktisch jedem Betriebszustand ziemlich nervend vor sich hinnörgelt, ist der wesentlich ruhigere 2.0 TDI (140 PS) des VW nur nach dem Kaltstart auf Anhieb als Diesel zu identifizieren. Dafür bringt der 1.7er den Mokka mit seinen 130 PS munter nach vorn und bescheidet sich im Test mit einem Verbrauch von 5,8 Litern. Mehr Klasse bedeutet im Fall des VW auch mehr Masse. Das schlägt sich im Verbrauch nieder, der mit 6,6 Litern aber immer noch akzeptabel ist, zumal die Leistungsentfaltung des TDI besonders unterhalb von 2000 Touren kräftiger und die Fahrleistungen kaum schlechter ausfallen als beim Mokka.

Was die Sicherheit angeht, bewegen sich beide auf ähnlichem Niveau. Die SUV arbeiten mit automatisch zuschaltenden Allradantrieben und haben somit selbst auf nassem Asphalt keine Traktions- oder sonstige Fahrsicherheitsdefizite. Allerdings greift das ESP des VW im Grenzbereich längst nicht so harsch und grob regelnd ein wie das des Opel. Für beide tauchen zudem moderne Assistenzsysteme wie zum Beispiel eine Verkehrszeichenerkennung oder ein Spurhalteassistent in den Preislisten auf, womit wir beim größten Vorteil für den Opel wären: die Kosten.

Den Mokka gibt es als Sparpaket mit 115-PS-Benziner und Frontantrieb bereits ab 18.990 Euro, während der billigste VW Tiguan (122-PS-Benziner, Frontantrieb) 24.450 Euro verschlingt. Die beiden hier getesteten Diesel mit Allradantrieb kommen natürlich teurer: Der Mokka 1.7 CDTI 4x4 ist in gehobener Edition-Ausstattung ab 25.775 Euro zu haben, der Tiguan 4Motion mit 140-PS-TDI im Basis-Trimm für satte 28.000 Euro. Da verzeiht man dem Opel gern die eine oder andere Schwäche.

>> Teil 2: Fazit und technische Daten

Jürgen Voigt