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Neue E-Klasse im Oberklasse-Test gegen Audi A6, BMW 5er und Cadillac CTS

Starke Offensive

Fahrkomfort

Für die Kunden dieser Business-Wagen sind die Komforteigenschaften besonders wichtig. Wer jährlich viele tausend Kilometer abspult, möchte entspannt und wenig gestresst am Zielort ankommen. Dass der Fahrkomfort eine Mercedes-Tugend ist, stellt auch die überarbeitete E-Klasse eindrucksvoll unter Beweis. Ausgestattet mit der optionalen Luftfederung absorbiert sie Unebenheiten aller Art mit bemerkenswerter Sensibilität und Gelassenheit. Selbst unter voller Beladung ändert sich daran kaum etwas. Der A6-Testwagen, ebenfalls mit aufpreispflichtiger Luftfederung bestückt, reagiert auf Querfugen und holprigen Pisten weniger geschmeidig, die großen 19-Zöller mit 40er-Querschnitt sind den Federungseigenschaften ebenfalls wenig förderlich.

Zwischen Audi A6 und E-Klasse rangiert der 535i mit Stahlfedern, aber ebenfalls optionalen adaptiven Dämpfern. Im Komfort-Modus reicht er nahe an den Mercedes heran, neigt aber mitunter zum Achspoltern und zu stärkeren Karosseriebewegungen. Bei voller Beladung offenbart auch er eine Schwäche, die sich durch fast alle BMW-Baureihen zieht: Die Hinterachse schlägt bei tiefen Bodenwellen durch, während speziell der Mercedes dabei sogar weitaus höhere Geschwindigkeiten klaglos wegsteckt. Obwohl der Cadillac mit konventionellem Feder-Dämpfer-System ausgerüstet ist, macht er seine Sache keinesfalls schlecht. Allerdings arbeitet sein Fahrwerk im direkten Vergleich weniger feinfühlig und informiert die Insassen am deutlichsten über die Beschaffenheit des Fahrbahnbelags.

Größer fällt der Rückstand beim Sitzkomfort aus. Die vergleichsweise klein dimensionierten CTS-Sitze bieten weniger Einstellmöglichkeiten und Seitenhalt als die der Konkurrenz, und auch die unergonomisch ausgeformte Lehne fällt negativ auf. Nach wie vor kaum zu toppen sind die 2260 Euro teuren Komfortsitze im BMW-Testwagen, die nicht nur äußerst bequem sind, sondern zudem mit bestem Seitenhalt aufwarten. Auch auf den Audi-Komfortsitzen (2500 Euro) sowie den Aktiv-Multikontursitzen im Mercedes (1523 Euro) lassen sich lange Etappen entspannt und ohne spürbare Ermüdungserscheinungen zurücklegen. Im Fond reist man auf den durchgehenden und nicht einstellbaren Sitzbänken weniger kommod. Mit Ausnahme der sehr weichen Rückbank im Cadillac CTS mit ihrer kurzen Sitzfläche gibt es aber dennoch wenig Grund zur Klage.

FahrkomfortMax. PunkteAudi A6 3.0 TFSI quattroMercedes E 400BMW 535iCadillac CTS 3.6 AWD
Sitzkomfort vorn150136134140114
Sitzkomfort hinten10076767768
Ergonomie150124120122112
Innengeräusche5038423735
Geräuscheindruck10090898783
Klimatisierung5045444541
Federung leer200150158154146
Federung beladen200146156148143
Kapitelbewertung1000805819810742
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Motor & Getriebe

Mercedes hat sich beim neuen E 400 kräftig ins Zeug gelegt: Zwei parallel angeordnete Turbolader pressen aus dem Dreiliter-V6 mit 333 PS die höchste Leistung. Beim Drehmoment liegt der Benz mit 480 Nm ebenfalls an der Spitze. Zwar geht der Benziner im Stand akustisch fast als Vierzylinder durch, doch sobald man ihn fordert, trompetet er mit überraschend kehligem Klang aus seinen beiden Endrohren und reißt die E-Klasse in rasanten 5,4 Sekunden auf Tempo 100. Keiner geht bereits untenherum so energisch zu Werk und stürmt so druckvoll durch das Drehzahlband. Damit zeigt die E-Klasse der versammelten Konkurrenz eindrucksvoll die Rücklichter. Dass sie letztendlich doch hinter dem 535i landet, liegt neben dem um 0,3 Liter höheren Verbrauch (10,3 l/100 km) auch an der Laufkultur, die nicht ganz das Niveau des herrlich bassig klingenden BMW-Reihensechszylinders mit Single-Turbo erreicht. Gleiches gilt für die Siebenstufen-Automatik des E 400, die nicht so reaktionsschnell und treffsicher agiert wie der ZF-Automat im 5er. Audi geht einen anderen Weg und setzt auf eine mechanische Aufladung. Der V6-Motor reagiert dadurch zwar noch etwas spontaner auf Gaspedalbefehle als die beiden Turbomotoren, wirkt aber über den gesamten Drehzahlbereich im direkten Vergleich etwas gehemmt. Mit einem Test-Verbrauch von 10,5 l/100 km liegt der A6 knapp hinter dem Mercedes, aber deutlich vor dem schluckfreudigeren Cadillac, der es auf 11,5 l/100 km bringt. Überzeugen kann das Siebengang-Doppelkupplungsgetriebe im Ingolstädter. Es wechselt nicht nur blitzschnell, sondern auch nahezu ruckfrei die Fahrstufen und hält stets die passende Übersetzung parat.

Mit dem einzigen Sauger im Feld hat der Ami trotz der nominellen Leistung von 322 Pferdestärken klar das Nachsehen. Die maximalen 372 Nm sind erst bei späten 4900 Touren versammelt, und die meist träge, bei sportlicher Gangart aber hektisch hin und her schaltende Sechsstufen-Automatik bringt zusätzliche Unruhe ins Geschehen. Beim Standardsprint von null auf 100 km/h fehlen dem Caddy trotz nur elf PS Minderleistung fast zwei Sekunden auf die E-Klasse. Die Höchstgeschwindigkeit fällt mit 225 km/h ebenfalls recht bescheiden aus. Die deutschen Rivalen stürmen weiter bis zum selbst auferlegten Limit von 250 km/h.

Motor und getriebeMax. PunkteAudi A6 3.0 TFSI quattroMercedes E 400BMW 535iCadillac CTS 3.6 AWD
Beschleunigung150128132131119
Elastizität100----
Höchstgeschwindigkeit15090909072
Getriebeabstufung10088859077
Kraftentfaltung5042454337
Laufkultur10085828380
Verbrauch325182186192163
Reichweite2512121310
Kapitelbewertung1000627632642558
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Inhaltsübersicht

Autos im Test

Audi A6 3.0 TFSI quattro

PS/KW 310/228

0-100 km/h in 6.00s

Allradantrieb, permanent, 7-Gang-Doppelkupplung

Spitze 250 km/h

Preis 59.750,00 €

Mercedes E 400

PS/KW 333/245

0-100 km/h in 5.40s

Hinterrad, 7-Stufen-Automatik

Spitze 250 km/h

Preis 59.982,00 €

BMW 535i

PS/KW 306/225

0-100 km/h in 5.50s

Hinterrad, 8-Stufen-Automatik

Spitze 250 km/h

Preis 60.450,00 €

Cadillac CTS 3.6 AWD

PS/KW 322/237

0-100 km/h in 7.20s

Allradantrieb, permanent, 6-Stufen Automatik

Spitze 225 km/h

Preis 57.140,00 €