Oberklasse-Limousinen im Vergleich 2013: Audi A6, BMW 520d, Jaguar XF, Mercedes E-Klasse & Skoda Superb

Hoch hinaus

Platzangebot, Effizienz, Fahrkomfort: Oberklasse-Limousinen müssen vielen Ansprüchen genügen. Wem dies am besten gelingt, zeigen wir im Vergleichstest?

Große Business-Limousinen zählen zu den absoluten Favoriten komfortorientierter Vielfahrer. Vor allem, wenn unter ihren repräsentativen Hauben sparsame wie hinreichend kräftige Diesel-Vierzylinder für gelassenen Vortrieb sorgen. Zu den begehrtesten Modellen zählt seit vielen Jahren der BMW 5er. Die aktuelle Generation, die allein letztes Jahr weltweit 359.016 Abnehmer fand, führt die Absatzstatistik im ertragreichen Segment der Oberklasse trotz der vielfältigen Konkurrenz mit leichtem Vorsprung an. Damit das so bleibt, spendierten die Münchener ihrem Vorzeigemodell jüngst ein Facelift, das neben einer dezenten Kosmetik erweiterte Sicherheitssysteme und ein optimiertes Fahrwerk beinhaltet. Im Test trifft der 184 PS leistende 520d, der Quotenkönig der 5er-Reihe, auf seine schärfsten Widersacher. Dazu gehört traditionell die ebenfalls gerade erst renovierte Mercedes E-Klasse. Der schwäbische Dauerbrenner profitierte von einer der umfangreichsten Modellpflegen in der Historie der Stuttgarter und stellt sich mit dem 170 PS starken 2,2-Liter-Diesel dem Wettbewerb.

Ein weiterer großer Rivale aus Deutschland ist der Audi A6, der mit seinem Fokus auf eine möglichst ausgeprägte Fahrdynamik erfolgreich im Segment unterwegs ist. Mit Frontantrieb und dem 177 PS starken 2.0 TDI tritt der Ingolstädter gegen die Konkurrenz an. Als distinguierte Alternative gibt sich der Jaguar XF 2.2D in diesem Vergleich die Ehre. Der noble Brite vereint schickes Design mit souveräner Fortbewegung. Für Letztere sorgt der in diesem Umfeld kräftigste Motor: 200 PS stellt der Selbstzünder der Raubkatze bereit.

Als günstiges Gegenstück zu den hochpreisigen erstgenannten Kandidaten versteht sich der Skoda Superb. Auch er bekam eben erst ein Facelift verordnet und will vor allem mit seinem Preis-Leistungs-Verhältnis sowie fast Stretchlimo-artigem Raumangebot im Fond punkten. Wie der Audi ist auch der Tscheche mit einem 2,0-Liter-TDI aus dem VW-Konzernregal bestückt. In seinem Fall beträgt die maximale Leistungsausbeute des Vierzylinders allerdings 170 PS, die über ein Doppelkupplungsgetriebe an die Vorderräder weitergeleitet werden.

Karosserie

Um es gleich vorwegzunehmen: Niemand kann sich in den fünf Testkandidaten ernsthaft über zu wenig Freiraum beschweren. Gleichwohl gibt es ein paar feine individuelle Unterschiede zwischen den Rivalen. Annähernd gleichauf in Sachen Raumangebot liegen die Limousinen aus Bayern beziehungsweise aus dem Schwabenland. Die Interieure von Audi A6, BMW 520d sowie Mercedes E 220 CDI offerieren vorn und hinten geradezu fürstliche Platzverhältnisse – jedenfalls für vier Personen. Den mittleren Sitz in Reihe zwei möchte man keinem Erwachsenen für eine längere Fahrt zumuten, was im Übrigen für alle Testkandidaten gilt. Insgesamt etwas enger geschnitten ist der Jaguar – ohne freilich als Mickerling durchzugehen. Aber im Vergleich fehlen vorn wie hinten ein paar Zentimeter an Kopf- und auch Ellenbogenfreiheit, um zu den Besten zu gehören. Außerdem kann er, was die Materialgüte und die Verarbeitung angeht, nicht ganz mit den Wettbewerbern aus Ingolstadt, München und Stuttgart mithalten. Details wie die schief geschnittene Verkleidung aus Filz am Kofferraumdeckel zeugen von einer gewissen Nachlässigkeit.

Dass es diesbezüglich deutlich besser geht, beweisen die deutschen Business-Klassen. Gerade im fein ausstaffierten Audi, aber auch in BMW und Mercedes findet man die hochwertigeren Materialien vor. Der Skoda ist grundsätzlich ebenfalls sehr gut verarbeitet, weist aber im Innenraum einen wesentlich größeren Hartplastikanteil auf, was bei seinem eklatant niedrigeren Grundpreis jedoch völlig in Ordnung geht. Zudem punktet der Tscheche mit überragender Beinfreiheit im Fond. Kein Wunder, dass der Superb in fernöstlichen Gefilden häufig als preiswerte Chauffeurslimousine geschätzt wird. Vorn hingegen erreicht auch er nicht ganz das Raumangebot der bayerisch-schwäbischen Konkurrenz. Übrigens: Einparkhilfen sind eine sinnvolle Empfehlung für alle fünf Kandidaten, denn keiner von ihnen tut sich mit einer besonders ausgeprägten Übersichtlichkeit hervor.

Deutliche Klassenunterschiede herrschen bei der Bedienung. Mustergültig ist mittlerweile das bei seiner Einführung vor zwölf Jahren oftmals gescholtene iDrive-Bedienkonzept des BMW, das im Rahmen der Modellpflege um eine Touch-Oberfläche erweitert wurde. Mit dem Finger können auf dem zentralen Dreh-/ Drücksteller einzelne Buchstaben „geschrieben“ werden, um beispielsweise das Navigationsziel einzugeben. In der Praxis funktioniert dies sehr gut. Auch der A6 hält eine solche berührungssensitive Fläche bereit und erleichtert damit die Eingabe von Adressen oder die Suche von Namen im Telefonbuch eines an die Bluetooth-Schnittstelle gekoppelten Handys.

Die E-Klasse bereitet grundsätzlich ebenfalls keine sonderlichen Schwierigkeiten bei der Bedienung ihrer umfangreichen Funktionen. Allerdings sind die Menüs nicht ganz so übersichtlich strukturiert wie bei der bayerischen Konkurrenz und erfordern ein gewisses Maß an Eingewöhnung. Im Jaguar hingegen findet man sich nicht auf Anhieb zurecht. Seine verschachtelte Funktionsstruktur über den viel zu kleinen Touchscreen ist typisch britisch, also ziemlich eigensinnig. Völlig eingängig und ohne lästiges Studium der entsprechenden Betriebsanleitung lässt sich indes der Superb bedienen. Bei ihm nervt lediglich, dass der große Monitor recht unsensibel auf Berührungen reagiert. Darüber hinaus zählt der Rechner des aufpreispflichtigen Navigationssystems nicht unbedingt zu den schnellsten, sodass die Routenberechnung etwas langsamer als bei den anderen Wettstreitern vonstatten geht.

Mehr als üppig fallen die Laderäume der großen Viertürer aus, die dadurch allesamt für einen längeren Familienurlaub geeignet sind. Das Volumen reicht von 520 Liter im BMW bis 565 Liter im Skoda. Eine Besonderheit des Tschechen ist bekanntlich seine doppelt funktionale Heckklappe, die sich entweder wie bei einem herkömmlichen Stufenheck oder aber wie bei einem Fließheck, also inklusive der Heckscheibe, öffnen lässt. Diese charmante Eigenart bringt dem Superb zusätzliche Punkte im Bereich der Variabilität ein. Außerdem erweitert sich der Stauraum im Gepäckfach bei umgelegter Rückbank auf insgesamt 1670 Liter, was beinahe schon vergleichbar mit gängigen Mittelklasse-Kombis ist.

KarosserieMax. PunkteAudi A6 2.0 TDIBMW 520dMercedes E 220 CDI BlueEFFICIENCYSkoda Superb 2.0 TDIJaguar XF 2.2 D
Raumangebot vorn1008888888078
Raumangebot hinten1008080798575
Übersichtlichkeit703435353433
Bedienung/ Funktion1008587828468
Kofferraumvolumen1004443436446
Variabilität1001210102710
Zuladung/ Anhängelast803738383927
Sicherheit1509799996374
Qualität/ Verarbeitung200187186185176182
Kapitelbewertung1000664666659652593
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Inhaltsübersicht

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