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Opel Mokka vs. Nissan Qashqai & Skoda Yeti: Kompakt-SUV

Die drei sind gefragt

FAHRKOMFORT

Einstellbare Fahrwerke oder adaptive Dämpfer stehen bei diesen Kompakten nicht in der Aufpreisliste. Und so gehören alle drei Kandidaten nicht gerade zu den komfortabelsten ihrer Klasse. Am ehesten überzeugt der Nissan auf 17-Zoll-Rädern und mit dem relativ langen Radstand von 2,65 Metern mit ruhigem Gesamtlauf. Auf schlechten Pisten oder welligen Straßen dringt aber auch hier unnötige Unruhe in den Innenraum.

Sehr bequem sitzt man dafür auf den weichen Polstern. Und die Rücksitzbank lässt sich für eine angenehme Beinfreiheit sogar verschieben. Sehr ausgewogen, wenn auch etwas steifbeinig rollt der Skoda Yeti über den Asphalt. Wer tatsächlich öfter abseits befestigter  Straßen unterwegs ist, sollte bei den serienmäßigen 16-Zoll-Rädern mit etwas höherer Reifenflanke bleiben.

Der Komfort im Opel Mokka leidet vor allem unter den beim Testwagen aufgezogenen 18-Zoll-Rädern, die es für 1792 Euro Aufpreis gibt. Für ebene Autobahnstrecken oder sportliche Fahrweise mag diese Auslegung angenehm sein, auf löchrigen Pisten wünscht man sich hier und da aber etwas mehr Eigendämpfungsreserven. Dagegen kann man es auf den fair kalkulierten, vorderen Ergonomiesitzen (390 Euro) samt Lendenwirbelstütze und ausziehbarer Oberschenkelauflage auch auf sehr langen Strecken bequem aushalten.

Dabei zeigt sich die optionale Lederbespannung (2790 Euro) etwas straffer als die serienmäßige Stoffvariante. Edel wirken die zweifarbigen Bezüge auch noch. Und im Preis für das Leder-Premium-Paket ist obendrein nicht nur die  Sitzheizung  enthalten,  sondern auch das beheizbare Lenkrad, das es nur im Mokka gibt. Nissan kontert mit einer serienmäßigen Klimaautomatik für die  zweitgünstigste Ausstattung (Acenta), die als Basis für die stärkeren Motorversionen und die Allradmodelle des Nissan Qashqai fungiert.

MOTOR/GERTRIEBE

Die Motorenpalette beim Mokka beschränkt sich auf zwei Benziner (115 und 140 PS), ein Autogasmodell (140 PS) sowie den neuen 1,6-Liter-Diesel mit 136 PS und Euro-6-Abgasnorm. Der stammt aus Astra und Meriva als Ersatz für den bisherigen 1.7 CDTI. Schon auf den ersten Metern gefällt der quirlige Selbstzünder mit seiner Drehfreude. Ohne Anfahrschwäche arbeitet er sich willig durchs Drehzahlband und entfaltet seine Leistung  dabei angenehm homogen. Passend knackig lässt sich dazu das Sechsgang-Getriebe bedienen. So dürfte der Mokka sogar ambitionierte Fahrer glücklich machen.

Ähnlich kultiviert verhält sich das 130 PS starke Nissan-Aggregat, das zusammen mit Renault entwickelt wurde. Seinen Leistungsnachteil weiß der 1,55 Tonnen schwere Qashqai dabei gut zu verstecken. Den Sprint aus dem Stand auf Tempo 100 erledigt der Japaner in 10,1 Sekunden – also etwas schneller als der Opel. Das liegt allerdings am einstellbaren Allradantrieb. Der kann nämlich für einen besseren Anfahrwert per Kippschalter auf eine feste Kraftverteilung von 50:50 eingestellt werden. Bei höheren Geschwindigkeiten zieht der Opel als leichtester im Testfeld seinen Kontrahenten aber davon.

Beachtlich ist allerdings die Elastizität des Nissan-Motors. Schaltfaule haben Zwischensprints hier sogar schneller erledigt als im Skoda, der über zwei Liter Hubraum verfügt. Gegen die Mitbewerber wirkt das 140 PS starke TDI-Aggregat aus der VW-Palette sehr kernig. Beim Sprint auf 100 km/h knackt der Yeti als einziger die 10-Sekunden-Marke. Der Verbrauch leidet aber unter der aerodynamisch ungünstigeren Karosserieform.

Auf der Normrunde der AUTO ZEITUNG verlangte der Langhuber nach 7,2 Litern Diesel auf 100 Kilometer. Das ist gut ein Liter mehr als bei Nissan und Opel. Der Mokka 1.6 CDTI glänzt hier mit dem besten Durchschnittsverbrauch von 6,1 Litern auf 100 Kilometer. Das kleine Tankvolumen von 52 Litern reicht dann trotzdem noch für gut 850 Kilometer Reichweite. Beim Nissan mit 65 Litern Kraftstoffvorrat sind es dagegen 1031 Kilometer.

Markus Schönfeld