Vergleichstest Sportcoupés 2012: Neuer BMW M6 gegen Jaguar XKR-S

BMW M6 Coupé | Jaguar XKR-S

Fahrkomfort

Auch wenn Jaguar XKR-S und das BMW M6 Coupé hochkarätige Sportwagen sind, bleiben sie ihrem Grundcharakter als langstreckentaugliche Gran Turismo treu – mit leichtem Vorteil für den BMW. Mitverantwortlich dafür sind die hervorragenden Sitze, die einen perfekten Kompromiss aus Bequemlichkeit und bestem Seitenhalt bieten. Die Jaguar-Schalensitze sind im Vergleich etwas zierlicher und auf Dauer nicht ganz so komfortabel.

Blickt man auf die tief kauernden Karossen und die mächtigen Räder, liegt die Vermutung nahe, dass es mit dem Federungskomfort nicht allzu weit her ist. Dank adaptiver Dämpfer sind beide zwar keine Sänften, Grund zu klagen gibt es aber nicht. Der Jaguar XKR-S, tendenziell etwas weicher abgestimmt, verdaut Unebenheiten recht gekonnt, auf tiefen Bodenwellen sorgen aber starke Karosseriebewegungen für Unruhe. Stolpert der M6 mit seinen 20-Zöllern in der Stadt noch recht unbeholfen über Kanaldeckel und dergleichen, bessert sich das Ansprechverhalten mit zunehmender Geschwindigkeit merklich. Bei voller Zuladung neigt die Hinterachse auf üblen Pisten aufgrund des hohen Gewichts früher zum Durchschlagen.

Zudem ist es in beiden Coupés eine reine Freude, den Klängen der V8-Motoren zu lauschen. Die Akustiker haben ganze Arbeit geleistet. Dennoch verbucht der M6 dank seiner niedrigeren Wind- sowie Abrollgeräusche hier leichte Vorteile.

FahrkomfortMax. PunkteBMW M6 CoupéJaguar XKR-S
Sitzkomfort vorn150140128
Sitzkomfort hinten100155
Ergonomie150130125
Innengeräusche502824
Geräuscheindruck1007067
Klimatisierung504341
Federung leer200130132
Federung beladen200125130
Kapitelbewertung1000681652
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Motor & Getriebe

550 PS entwickelt der Kompressor-Motor im Jaguar XKR-S, der Biturbo-V8 des BMW legt sogar noch zehn Pferdestärken obendrauf. Einigkeit herrscht hingegen beim maximalen Drehmoment, das bei gewaltigen 680 Nm gipfelt und hier wie da über einen sehr weiten Drehzahlbereich parat steht. Konzeptbedingt glänzt der Achtzylinder des Briten mit einem rascheren Drehmomentaufbau, während beim BMW trotz zweier TwinScroll-Turbolader eine kleine Gedenksekunde zu spüren ist.

Allerdings legt das M-Kraftpaket danach umso vehementer los und reißt den 1,9 Tonnen schweren Bajuwaren in 11,9 s auf Tempo 200. Begleitet wird die Beschleunigungsorgie von blitzschnellen und vollkommen ruckfreien Gangwechseln des Siebengang-Doppelkupplungsgetriebes. Allein beim Anfahren und im langsamen Schubbetrieb reicht es nicht ganz an die Geschmeidigkeit der einen Hauch träger agierende Jaguar-Automatik heran, die unter Volllast teilweise mit deutlichen Schaltpausen auffällt.

Gibt man dem Jag die Sporen, nimmt er die 100-km/h-Hürde schon nach 4,1 s – ein Zehntel eher als der Münchener – und rennt bereits ab Werk bis zu 300 km/h schnell. Wichtig für Stammtischdiskussionen. M6-Fahrer müssen 2450 Euro berappen, um die 300er-Marke zu durchbrechen. Wer so schnell fährt, sollte jedoch mit exorbitant hohen Verbräuchen rechnen. Auf unserer Verbauchsrunde unterbot der mit Start-Stopp-System ausgerüstete Bayer den Briten mit 13,7 Litern um 0,6 Liter.

Motor und getriebeMax. PunkteBMW M6 CoupéJaguar XKR-S
Beschleunigung150145146
Elastizität100--
Höchstgeschwindigkeit150111128
Getriebeabstufung1009590
Kraftentfaltung504648
Laufkultur1008685
Verbrauch325121110
Reichweite25107
Kapitelbewertung1000614614
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Inhaltsübersicht

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