Neuer VW Golf VII 2012: Im ersten Vergleichstest mit Ford Focus und Kia Ceed

VW Golf VII | Kia Ceed | Ford Focus

Der neue VW Golf VII soll die Konkurrenz wieder stärker auf Abstand halten. Ford Focus und Kia cee’d stehen für den ersten Vergleichstest bereit

Der Golf ist das wichtigste Auto im VW-Konzern. Seit er 1974 der Kompaktklasse seinen Namen aufdrückte, haben sich bereits 29 Millionen Menschen für das Wolfsburger Erfolgsmodell entschieden.

Volkswagen-Marketingchef Jürgen Stackmann erklärt, dass allein der klassische Steilheck-Golf zwölf Prozent aller Verkäufe des Konzerns ausmacht. Kein Wunder also, dass die Entwicklung der siebten Generation im niedersächsisch Flachland absolute Priorität genoss. Schon der eher evolutionäre als revolutionäre Schritt vom Golf V zum Golf VI war ein cleverer Schachzug. VW dehnte so den Modellzyklus geschickt auf neun Jahre aus. Das schaffte die notwendige Zeit, um ausgiebiger an der neuen Generation zu feilen. Und der Schritt war richtig, schließlich ist der Wettbewerb so stark wie nie. Vor allem die Koreaner haben mit dem Kia cee’d einen gefährlichen Gegner auf die Räder gestellt, der bereits einen Vergleichstest gewonnen hat. Auch Ford rückte dem Wolfsburger Star in den letzen Vergleichstests dicht auf den Lack.

Jetzt legt Volkswagen nach. Der neue Golf ist bis in die kleinste Fuge neu. Jürgen Stackmann ist überzeugt, dass der VW Golf VII seine Konkurrenz frustrieren wird. Und so muss sich der Wolfsburger Kompaktklässler direkt bei seiner Präsentation auf Sardinien als 2.0 TDI-Version zwei Mitstreitern stellen – Ford Focus 2.0 TDCi und Kia cee’d 1.6 CRDi Edition 7 sind extra zum exklusiven Vergleichstest angereist.

Karosserie

Volkswagen wird nicht müde, den neuen modularen Querbaukasten (MQB) bei der Entwicklung des Golf VII hervorzuheben. Was der Konzern von der neuen Plattform hat, sind vor allem mehr Möglichkeiten und gleichzeitig weniger Kosten. Der Kunde profitiert ebenfalls: Die Neuauflage bringt zum einen nun je nach Ausstattung bis zu 100 Kilogramm weniger auf die Waage und bietet dank des längeren Radstands wegen der um 4,3 cm nach vorn gewanderten Vorderachse auch eine Spur mehr Platz. Und das ist gut so. Denn die Rivalen – im letzten Vergleichstest der Kia cee’d – konnten mit dem großzügigeren Platzangebot im Fond punkten. Golf und cee’d liegen jetzt vorn wie hinten auf einem Niveau. Wer mehr Bewegungsfreiheit benötigt, muss in die Mittelklasse umsteigen. Nur der Ford ist durch seine wuchtigen Türtafeln und die massige Mittelkonsole knapper geschnitten. Zudem schränkt im Fond das flach verlaufende Dach die Kopffreiheit spürbar ein.

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Auch beim Standardkofferraumvolumen hat der Wolfsburger zugelegt und erreicht nun wie der Kia 380 Liter – und bietet damit gut eine Tasche mehr Stauraum als der Focus (363 Liter). Der Kölner punktete in der Vergangenheit auch nicht mit üppigem Raum, sondern mit der umfangreichsten Sicherheitsausstattung der Kompaktklasse. VW hat jedoch alle Register gezogen und setzt mit Müdigkeitserkennung, Spurhalteassistent, aktiver Geschwindigkeitsregelung und Abstandsradar bis hin zur Verkehrsschilderkennung den Maßstab. Die hinteren Seitenairbags gibt es sogar ausschließlich bei Volkswagen, kosten jedoch wie die meisten anderen Features Aufpreis. Das ist bei der Konkurrenz aber nicht anders.

Kia bietet für den cee’d in der lang übersetzten Edition 7-Version das Performance-Paket mit Spurassistent, Reifendruckkontrollsystem und weiteren nützlichen Details gar nicht erst an.

Auch die Bedienung des Golf verbesserten die Wolfsburger Ingenieure mit viel Gefühl fürs Detail. So lässt sich zum Beispiel der große Touchscreen (8,0 Zoll) des Navisystems Discover Pro (2725 Euro) über Annäherungssensor, Zweifinger-Zoom und Wischfunktion (ab 5,8-Zoll-Monitor) leicht und dank der logischen Menüführung intuitiv bedienen. Nicht ganz so umfangreich, aber auch intuitiv zu steuern sind die Funktionen im Kia. Der Focus-Pilot braucht indes einige Zeit, bis er sich in das umständliche Menü über die weit verstreuten Schalter und Tasten des Focus hineingefunden hat.

Beeindruckend ist die konsequente Aufwertung der Qualität im Innenraum der neuen Golf-Generation. Jede Fuge und jedes Bauteil sitzt. Die Oberflächen kommen denen der noblen Konzernschwester Audi sehr nahe, und die neue, zum Fahrer orientierte Architektur wirkt zugleich vertraut, aber dennoch frisch – perfekt. Doch auch die beiden Konkurrenten zeigen eine grundsolide Verarbeitung. Einen Hauch besser fällt dabei die Materialauswahl des cee’d im Vergleich zu der des Focus aus.

KarosserieMax. PunkteVW Golf 2.0 TDI BlueMotion TechnologyFord Focus 2.0 TDCiKia cee'd 1.6 CRDi Edition 7
Raumangebot vorn100716870
Raumangebot hinten100605260
Übersichtlichkeit70393536
Bedienung/ Funktion100928488
Kofferraumvolumen100333034
Variabilität100403035
Zuladung/ Anhängelast80424836
Sicherheit1501029666
Qualität/ Verarbeitung200183174177
Kapitelbewertung1000662617602
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Inhaltsübersicht

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