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Vergleich: Neuer Toyota RAV4 im Kompakt-SUV-Test 2013

Die Aufsteiger

Der neue Toyota RAV4 bekennt sich ganz offen zu mehr äußerer und innerer Größe. Ob das ausreicht, um den Kompakt-SUV-Platzhirschen von Ford, Mazda, Skoda und VW gefährlich zu werden, klärt der große Vergleichstest

Mensch, ist der groß geworden! Der Toyota RAV4 ist in seiner neuesten Ausbaustufe abermals gewachsen und streckt sich mittlerweile auf eine stattliche Außenlänge von 4,57 Meter. Wirklich kompakt ist das nicht mehr. Dabei hat alles so klein angefangen. Die erste Generation, die 1994 auf den Markt kam, verstand sich noch als Lifestyleorientiertes Freizeitmobil ohne allzu große Transporterambitionen. Dank seiner kleinwagenähnlichen Dimensionen (Länge Dreitürer: 3720 Millimeter) und des permanenten Allradantriebs samt Mitteldifferenzialsperre fand das damals eher ungewöhnliche Konzept viele Anhänger. Über die Jahre hat sich der Charakter des Toyota stark gewandelt und immer mehr dem gängigen Mainstream hin zu mehr Größe angepasst. Die konsequent kompakten Abmessungen blieben dabei naturgemäß auf der Strecke. Spätestens die seit Frühjahr dieses Jahres erhältliche vierte Generation ist endgültig zu einem vollwertigen Familienauto herangereift, das im Innen- im und Gepäckraum viel Platz bietet. Im großen Vergleichstest trifft der Neuling – motorisiert mit einem 150 PS starken Dieselaggregat – auf vielfältige Konkurrenz. Zum Wettbewerb bringt er einen Landsmann mit: den Mazda CX-5. Der sportlich gedresste Allradler wirft etliche Gewichtssparmaßnahmen in die Waagschale und setzt auf ein eigenständiges Motorkonzept mit einem ungewöhnlich niedrig verdichteten 150-PS-Selbstzünder. Dazu gesellt sich der ebenfalls neue und dynamisch talentierte Ford Kuga. Seine Markteinführung in Europa erfolgte im März. Den Vergleich bestreitet der Kölner mit einem Selbstzünder, der aus zwei Liter Hubraum 140 PS schöpft. Abgerundet wird das Feld durch die zwei technisch eng verwandten Konzernkollegen Skoda Yeti und VW Tiguan, die beide auf das bekannt sparsame und 140 PS starke 2.0 TDI-Triebwerk vertrauen. Alle fünf Kandidaten treten den Vergleich mit permanentem Allradantrieb und Sechsgang-Schaltgetriebe an.

Karosserie

Wie schon erwähnt ist der RAV4 von Generation zu Generation gewachsen. Das aktuelle Modell fällt nun nicht mehr wie bisher eine halbe Nummer kleiner aus als seine Wettbewerber, sondern etabliert sich im Reigen der so genannten Kompakt-SUV mit üppig bemessenem Innenraum: Zwar trübt das wuchtige Cockpit den Raumeindruck auf Fahrerund Beifahrersitz, doch die gebotene Ellenbogen- und Kopffreiheit sowie das Knickmaß von den Pedalen bis zur Sitzlehne belegen, dass ausreichend Freiraum da ist. Im Fond hingegen fühlt man sich luftiger untergebracht als an Bord der meisten anderen SUV. Besonders im Skoda Yeti muss man etwas näher zusammenrücken. In Anbetracht seiner kompakten Abmessungen darf aber auch der kleine Tscheche als geräumiges Auto gelten.

Beim Kofferraum-Volumen gibt der Toyota ebenfalls den Ton an: Mit 647 bis 1846 Litern setzt der RAV4 neue Bestwerte. Der Yeti hat zwar mit 405 Litern den kleinsten Stauraum, doch bereits durch Vorschieben der dreiteiligen Rückbank wächst sein Frachtabteil auf 510 Liter an. Wer die Sitze demontiert und das Auto bis unters Dach belädt, kann sogar 1760 Liter verstauen. Das entspricht dem zweitbesten Wert im Testfeld.

Auch Ford, Mazda und VW erfreuen mit einem guten Raumangebot, wobei der VW auf der Rückbank ein wenig schmaler ausfällt als seine Mitstreiter, aber den bequemsten Zustieg ermöglicht. Fahrer und Beifahrer hingegen genießen im Tiguan unstrittig den meisten Freiraum. Außerdem punktet der Niedersachse mit der höchsten Anhängelast (2200 kg) sowie einer Zuladung von satten 554 Kilo. Der Toyota verkraftet sogar noch zehn Kilo mehr Zuladung, darf aber nur zwei Tonnen ziehen, genau wie Mazda und Skoda. Zudem sind die Stütz- und Dachlast des RAV4 auf lediglich 50 Kilo begrenzt. Der Ford Kuga bringt es auf eine achtbare Anhängelast von 2100 Kilogramm, kann aber hinsichtlich der Variabilität nur eine asymmetrisch geteilt umlegbare Rückbank aufweisen – genau wie der Toyota. Als Bonbon offeriert der Ford gegen Aufpreis (575 Euro) aber eine elektrisch betriebene Heckklappe, die kontaktlos per Kick-Geste unter den hinteren Stoßfänger entriegelt werden kann. Eine absolut praktische Lösung.

Der Tiguan besitzt ebenfalls eine asymmetrisch geteilte, aber verschiebbare Rückbank samt Durchlade. Einen ebenen Ladeboden bei umgeklappten Sitzen weist der VW jedoch nur in Verbindung mit dem variablen Gepäckraumboden (175 Euro) auf. Mazda CX-5 und Skoda Yeti verfügen serienmäßig sogar über eine dreiteilige, verschiebbare Rückbank. Im CX-5 lassen sich die drei Plätze zudem bequem vom Kofferraum aus mit nur einem Handgriffflachlegen, dann erhält man eine beinahe topfebene Ladefläche. Im Yeti ergibt sich bei umgeklappten Sitzen eine minimale Stufe im Boden. Jedoch lassen sich die Sitze des Skoda nicht nur umlegen, sondern auch noch vorklappen oder bei Bedarf sogar vollständig demontieren. Außerdem können die beiden äußeren Plätze zur Mitte hin versetzt werden, sofern der Mittelsitz nicht an Bord ist. Das sichert dem vielfältigen Tschechen die höchste Punktzahl für die Variabilität.

Die Bestnote in der Sicherheitsausstattung verdient sich indes der Mazda, der serienmäßig sogar über einen Notbrems-Assistenten verfügt, der in der Lage ist, Auffahrunfälle unterhalb von 30 km/h autonom zu verhindern. Ford bietet ein solches System zumindest gegen Aufpreis (350 Euro) an. Es verhindert Auffahrunfälle jedoch nur bis 15 km/h, bleibt aber bis 30 km/h aktiv und warnt den Fahrer. Das kann der VW nicht, und einen Spurwechselassistenten sucht man bei ihm ebenfalls vergeblich, doch ansonsten lässt sich auch er zum Hochsicherheitstrakt aufrüsten, was ihm unterm Strich die zweithöchste Wertung einträgt.

Bei der Beurteilung der Verarbeitungsgüte setzt der Volkswagen immer noch den Maßstab. Allerdings holen seine Konkurrenten merklich auf, weshalb sein Vorsprung in diesem Punkt schwindet. Besonders die Oberflächen und die verbauten Materialien in Ford, Mazda und Toyota wirken größtenteils sehr ansprechend – einmal abgesehen von den schweißtreibenden plüschigen Bezügen auf den Sitzen des RAV4. Im direkten Vergleich fällt zudem auf, dass der Skoda doch ein wenig viel kratzempfindliches Plastik zur Schau stellt. An seiner routinierten Fertigungsqualität gibt’s aber nichts zu kritteln.

KarosserieMax. PunkteVW Tiguan 2.0 TDI 4MOTION BMTSkoda Yeti 2.0 TDI 4x4Ford Kuga 2.0 TDCi 4x4Mazda CX-5 2.2 Skyactiv-D AWDToyota RAV4 2.2 D-4D
Raumangebot vorn1007874767576
Raumangebot hinten1006764666667
Übersichtlichkeit705356535052
Bedienung/ Funktion1008888848585
Kofferraumvolumen1004742505272
Variabilität1003656334133
Zuladung/ Anhängelast804640414145
Sicherheit1507868757969
Qualität/ Verarbeitung200179172174175176
Kapitelbewertung1000672660652664675
Bewertung aller Fahrzeuge ansehen

Inhaltsübersicht

Autos im Test

VW Tiguan 2.0 TDI 4MOTION BMT

PS/KW 140/103

0-100 km/h in 10.00s

Allradantrieb, permanent, 6 Gang manuell

Spitze 190 km/h

Preis 32.070,00 €

Skoda Yeti 2.0 TDI 4x4

PS/KW 140/103

0-100 km/h in 9.60s

Allradantrieb, permanent, 6 Gang manuell

Spitze 190 km/h

Preis 28.510,00 €

Ford Kuga 2.0 TDCi 4x4

PS/KW 140/103

0-100 km/h in 11.20s

Allradantrieb, permanent, 6 Gang manuell

Spitze 188 km/h

Preis 29.450,00 €

Mazda CX-5 2.2 Skyactiv-D AWD

PS/KW 150/110

0-100 km/h in 9.30s

Allradantrieb, permanent, 6 Gang manuell

Spitze 197 km/h

Preis 30.390,00 €

Toyota RAV4 2.2 D-4D

PS/KW 150/110

0-100 km/h in 9.10s

Allradantrieb, permanent, 6 Gang manuell

Spitze 190 km/h

Preis 31.850,00 €