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Neuer Skoda Octavia im Test gegen VW Golf, Hyundai i30 und Opel Astra

Moderner Vierkampf

Nach neun extrem erfolgreichen Jahren erneuert Skoda den Bestseller Octavia. Doch ist auch der Neue ein Siegertyp? Beim weltweit ersten Kompaktklasse-Vergleichstest gegen seine stärksten Konkurrenten muss er seine Qualitäten zeigen

Das Wort Corrida ist spanisch und steht für den legendären iberischen Stierkampf, bei dem mutige Toreros in großen Arenen einem ausgewachsenen Stier mit einem roten Tuch entgegentreten. In der leuchtenden Lackierung Corrida-Rot rollt nun der nagelneue Skoda Octavia geradezu sinnbildlich zu seinem weltweit ersten Vergleichstest in die Arena – als wolle er seine Gegner schon vor dem großen Kampf provozieren. So selbstbewusst haben wir einen Skoda selten erlebt. Allerdings war auch noch kein Tscheche zuvor so nah dran an den Wolfsburger Produkten. Technisch teilen sich Golf und Octavia den neuen Modularen Querbaukasten (MQB), die gleiche Motorengeneration und bald auch sämtliche Fahrerassistenzsysteme.

Die größere Karosserie sowie das niedrigere Preisniveau sprachen objektiv betrachtet schon immer für den Skoda Octavia. Dennoch dürfte er mit diesen Rivalen kein leichtes Spiel haben: Immerhin besteht das Testfeld aus dem überragenden, taufrischen Golf VII, dem koreanischen Preis-Leistungs- Knüller Hyundai i30 und dem ausgewogenen Opel Astra. Also: Arena frei, der Kampf über fünf Runden beginnt.

Karosserie

Im Größenvergleich ordnete sich der Octavia schon immer zwischen der Kompakt- und der Mittelklasse ein. Weil sich der neue Herausforderer mit 4,66 Metern nochmals um fast zehn Zentimeter gestreckt hat, ist er dem Golf-Format nun endgültig entwachsen. Zum Vergleich: Der Hyundai i30 ist 36 Zentimeter kürzer, der VW Golf sogar 40 Zentimeter. Ein Vorteil, den der Octavia vor allem im Heck ausspielt: Auch wenn Golf und i30 selbst drei Leuten auf der Rückbank ausreichend Platz bieten, wirkt der Fond des neuen Octavia im Vergleich geradezu verschwenderisch, vom gewaltigen, tiefen Kofferraum ganz zu schweigen. Unter der großen Heckscheibe verstecken sich 590 Liter (Golf: 380 Liter), die mit dem Umklappen der Rücksitzlehnen auf 1580 Liter erweitert werden können.

Da können die anderen nur staunen, auch wenn sie allesamt ohne Stufe im Ladeboden auskommen. Topfeben ist der Laderaum aber nur im Hyundai, der in der Kofferraumwertung als zweitbester abschneidet (378 bis 1316 Liter). Empfehlenswert im Opel Astra ist der variable Gepäckraumboden für 90 Euro, der sich dank pfiffigem Mechanismus auf drei Höhen einstellen lässt. VW kontert bei der Variabilität mit einem umlegbaren Beifahrersitz (92 Euro).

Wohl fühlt man sich im Innenraum des Golf wie auch im ebenso liebevoll verarbeiteten Octavia besonders durch die großen Fensterflächen und die niedrige Gürtellinie. Der Astra hat weichere Polster, wirkt jedoch im Vergleich innen eher zugebaut. Die kleineren hinteren Seitenfenster, die ausladenden C-Säulen und die flache Heckscheibe beeinträchtigen bei ihm ähnlich wie beim Hyundai die Rundumsicht. Gut, dass beide mit einer Rückfahrkamera zu haben sind. Der Skoda muss als einziger im Test darauf verzichten. Dafür kann man ihn am besten nach vorn abschätzen. Bei den Kontrahenten stören die flach abfallenden A-Säulen die Sicht nach schräg vorn. Zudem glänzt der Octavia mit einer kinderleichten Bedienung. Knöpfe, Schalter und das neue Navigationssystem mit 20,3 Zentimeter Bildschirmdiagonale entsprechen zwar denen im Golf, jedoch verzichtet der Tscheche auf die etwas untypische Schalterflut am Lenkrad des Wolfsburgers. Über die lassen sich der Bordcomputer, die Sprachsteuerung und der Abstandsregeltempomat samt Notbremsassistenten (555 Euro) bedienen. Auf letzteren muss der Octavia noch bis Mai dieses Jahres warten, bis dahin behält er den herkömmlichen, sehr einfach zu bedienenden Geschwindigkeitsregler am Blinkerhebel. Spurhalteassistent, Müdigkeitswarner und Tempolimitscanner gibt es allerdings schon jetzt optional.

Für 700 Euro extra bietet Opel einen kamerabasierten Abstandswarner an, inklusive Spurassistenten und Verkehrsschilderkennung. Bei Hyundai muss man auf solche elektronische Helfer komplett verzichten. Ärgern kann man sich im i30 zusätzlich über den selbst im Nachtmodus viel zu hellen Navi- Bildschirm. Da hilft nur der Tastendruck auf den Aus-Schalter.

KarosserieMax. PunkteSkoda Octavia 1.6 TDIVW Golf 1.6 TDI BlueMotion TechnologyHyundai i30 1.6 CRDiOpel Astra 1.7 CDTI ecoFLEX
Raumangebot vorn10072727070
Raumangebot hinten10068606055
Übersichtlichkeit7039393634
Bedienung/ Funktion10089888683
Kofferraumvolumen10062333432
Variabilität10024373230
Zuladung/ Anhängelast8035343831
Sicherheit15076815467
Qualität/ Verarbeitung200150150144142
Kapitelbewertung1000615594554544
Bewertung aller Fahrzeuge ansehen

Inhaltsübersicht

Autos im Test

Skoda Octavia 1.6 TDI

PS/KW 105/77

0-100 km/h in 10.50s

Vorderrad, 5 Gang manuell

Spitze 195 km/h

Preis 24.855,00 €

VW Golf 1.6 TDI BlueMotion Technology

PS/KW 105/77

0-100 km/h in 10.30s

Vorderrad, 5 Gang manuell

Spitze 192 km/h

Preis 22.580,00 €

Hyundai i30 1.6 CRDi

PS/KW 110/81

0-100 km/h in 9.80s

Vorderrad, 6 Gang manuell

Spitze 185 km/h

Preis 21.940,00 €

Opel Astra 1.7 CDTI ecoFLEX

PS/KW 110/81

0-100 km/h in 11.00s

Vorderrad, 6 Gang manuell

Spitze 186 km/h

Preis 23.645,00 €