Auto Vergleichstest Flügelstürmer
Neuer Opel Meriva im ersten Vergleichstest
Citroën C3 Picasso VTi 120 | Kia Venga 1.6 CVVT | Nissan Cube 1.6 | Opel Meriva 1.4 Ecotec | Skoda Roomster 1.2 TSI
Aus AUTO ZEITUNG 13 / 2010
Fahrkomfort
Wer in den Ergonomiesitzen (500 Euro) des Opel Meriva Platz nimmt, fühlt sich gut aufgehoben. Angenehm breite Sitzflächen, viel Seitenhalt und eine pneumatisch einstellbare Rückenunterstützung lassen den Opel zum bequemen Partner auf Langstrecken werden. Das ebenfalls sportlich straffe, aber enger geschnittene Skoda-Gestühl bewegt sich auf ähnlich hohem Niveau. Citroën und Kia legen weniger Wert auf korrekten Seitenhalt, die Polster im Nissan sind schlichtweg zu weich.
Dies gilt auch für die Sitze im Fondbereich. Zudem sind hier die Kopfstützen im Japaner zu niedrig montiert. Eine einstellbare Lehnenneigung bieten Citroën, Kia, Nissan und Skoda – Opel leider nicht. Der bequeme Einstieg durch die hinteren Portaltüren des Meriva und die konturierten Polster der Einzelsitze entschädigen schnell dafür. Im Skoda sitzt man ebenso gut, der tiefe Fußraum sorgt hier wie im Opel für eine gute Oberschenkel-auflage. Angenehm straff gepolsterte Rücksitze finden Passagiere auch in Citroën und Kia, in beiden allerdings ohne ausgeprägte Konturierung.
Beeindruckend niedrig fällt das Geräuschniveau im Nissan Cube aus. Er belästigt die Insassen weder mit störenden Fahrwerks- oder Reifenabrollgeräuschen, noch mit einem dröhnenden Motorsound. Die beiden hubraumschwachen Turbomotoren von Opel und Skoda klingen dagegen in höheren Drehzahlbereichen angestrengt. Verwöhnpotenzial beweist der kantige Nissan selbst beim Federungskomfort. Er schluckt Unebenheiten elegant, kennt kein Nachzittern oder Wippen auf Bodenwellen.
Ähnlich komfortabel gibt sich der C3. Auf grobe Unebenheiten antwortet er aber mit ausgeprägten Vertikalbewegungen an der Hinterachse. Diese spüren die Insassen des straffer abgestimmten Kia schon beim Überfahren von Kanaldeckeln oder auch Schlaglöchern. Der Opel Meriva rollt harmonisch straff ab, ist aber auch dank der breiten Bereifung kein Komfortwunder. Sensibles Anfedern kennt er nur auf der Autobahn. Komfortabler geht es im Skoda zu. Das spürbare Nachzittern, verbunden mit kräftigem Pumpen an der Hinterachse beim Überfahren von großen Wellen, kostet jedoch Punkte. Bei voller Beladung gewinnt der Tscheche an Federungsqualität, alle anderen Testkandidaten verlieren hierbei jedoch an Komfort.
| fahrkomfort | |||||||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Max. Punkte | Skoda Roomster 1.2 TSI | Opel Meriva 1.4 Ecotec | |||||||
| Sitzkomfort vorn | 150 | 84 | 85 | ||||||
| Sitzkomfort hinten | 100 | 58 | 58 | ||||||
| Ergonomie | 150 | 115 | 115 | ||||||
| Innengeräusche | 50 | 34 | 30 | ||||||
| Geräuscheindruck | 100 | 70 | 74 | ||||||
| Klimatisierung | 50 | 31 | 33 | ||||||
| Federung leer | 200 | 119 | 120 | ||||||
| Federung beladen | 200 | 122 | 118 | ||||||
| Kapitelbewertung | 1000 | 633 | 633 | ||||||
Motor und Getriebe
Eines haben die Testwagen gemein: vorne, quer eingebaute Vierzylinder-Benziner. Darüber hinaus sind die Antriebsphilosophien aber verschieden. C3 Picasso, Venga und Cube saugen ihre Luft zum Atmen an, der neue Meriva und der Roomster hingegen werden von Turboladern unterstützt. Die sorgen für hohe Verbräuche (Meriva: 8,6 Liter Super, Roomster: 8,0 Liter), aber vor allem für einen kräftigen Durchzug. Mit maximal 200 Newtonmeter Drehmoment ist der Opel in den Disziplinen Beschleunigung und Zwischenspurt der Schnellste.
Kein Wunder, denn mit 140 PS ist er auch der Stärkste im Testfeld. Dagegen sieht der 35 PS schwächere Skoda auf dem Papier beinahe blass aus. Trotzdem passiert seine Tachonadel die 100- km/h-Marke nur zwei Zehntel später. Abgesehen davon, dass unser Testwagen sehr gut lief, überzeugt der Roomster mit einer feinen Getriebeabstimmung. Schnell und sauber lassen sich die fünf Gänge durchschalten, und nach dem Wechsel in die nächste Fahrstufe baut der kleine 1.2 TSI-Direkteinspritzer sofort wieder viel Druck auf. Das gelingt dem Opel Meriva nicht ganz so gut. Sein Lader gönnt sich nach dem Schaltvorgang eine Gedenksekunde, bis er dem 1,4-Liter-Aggregat wieder Luft zuführt. Als einziger im Test ist der Meriva mit einem Sechsganggetriebe ausgestattet, das in punkto Präzision aber der Skoda-Schaltung deutlich unterlegen ist.
In Sachen Beschleunigung, Elastizität und Höchstgeschwindigkeit müssen sich Citroën, Kia und Nissan hinten anstellen. Allerdings überzeugt der Cube mit guter Laufkultur und dem niedrigsten Verbrauch. 7,4 Liter Super genehmigte sich der ungewöhnlich gestylte Japaner.
Das beschert ihm mit dem 52 Liter fassenden Tank außerdem die größte Reichweite. Der Venga setzt zwar keine Bestmarken, ist den Konkurrenten aber immer dicht auf den Fersen. Vor allem auf der AZ-Verbrauchsrunde machte der Zweitstärkste im Test (125 PS) mit 7,5 Liter eine gute Figur. Er profitiert auch vom serienmäßigen Start-Stopp-System.
Der flotte C3 Picasso kann in diesem Kapitel mit den anderen nicht ganz mithalten, weil er wegen seiner Schaltung wichtige Punkte verliert. Ihr mangelt es an Präzision, sodass es – vor allem beim zügigen Wechsel von der ersten in die zweite Fahrstufe – schon mal im Getriebe kratzt, das zudem sehr beansprucht und ausgeleiert wirkte. Nicht akzeptabel ist auch, dass selbst bei voller Fahrt keine Sperre verhindert, irrtümlich in den Rückwärtsgang zu geraten.
| motor und getriebe | |||||||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Max. Punkte | Skoda Roomster 1.2 TSI | Opel Meriva 1.4 Ecotec | |||||||
| Beschleunigung | 150 | 102 | 104 | ||||||
| Elastizität | 100 | 71 | 73 | ||||||
| Höchstgeschwindigkeit | 150 | 41 | 50 | ||||||
| Getriebeabstufung | 100 | 78 | 78 | ||||||
| Kraftentfaltung | 50 | 30 | 29 | ||||||
| Laufkultur | 100 | 74 | 75 | ||||||
| Verbrauch | 325 | 230 | 218 | ||||||
| Reichweite | 25 | 12 | 11 | ||||||
| Kapitelbewertung | 1000 | 638 | 638 | ||||||
Autos im Test
Skoda Roomster 1.2 TSI
Opel Meriva 1.4 Ecotec
Kia Venga 1.6 CVVT
Citroën C3 Picasso VTi 120
Nissan Cube 1.6


















































