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Neuer Ford Focus Turnier im Vergleichstest

Ford Focus Turnier - Opel Astra Sports Tourer - Renault Mégane Grandtour - VW Golf Variant

Fahrkomfort

Im Komfortkapitel sieht es für den Renault Megane sogar noch düsterer aus. Vor allem mit seinem sportlichstraff abgestimmten Fahrwerk muss er sich hinter den Rivalen einreihen. Die Vorderachse federt auf langen Bodenwellen, topfebenen Straßen und sogar Kopfsteinpflaster ordentlich. Mehrere kurz aufeinander folgende Querkanten in Form von Asphaltflicken versetzen den Mégane aber in Bewegung und man hört, wie das Fahrwerk arbeitet. Fahrbahnvertiefungen kann das Grandtour-Fahrwerk gut verarbeiten – solange diese rund ausgeformt sind. Denn über Fugenabsätze poltert die Vorderachse unangenehm, taucht tief ein und kommt schnell an ihr Limit.

Auch der Opel Astra hat eine straffe Grundabstimmung und wirkt sogar im „Tour“-Modus des „Flex- Ride“-Fahrwerks (980 Euro) aus geprägt sportlich. Die Vorderachse des Rüsselsheimers dürfte etwas weicher abgestimmt sein, denn auf Kopfsteinpflaster versetzt sie den Opel in Nickbewegungen und stößt auf Buckelpisten an ihre Grenzen. Beladen (524 Kilogramm Zuladung) wirkt der Opel nochmal eine Spur straffer, die Abrollgeräusche sind lauter und die Vibrationen auf Kopfsteinpflaster ausgeprägter.

Einen entspannteren Eindruck hinterlässt der Ford Focus, der meist sensibel über Vorder- und Hinterachse anfedert. Einfache Querfugen, Kanten oder Buckel schluckt er sauber weg. Geht es aber über kleinere Unebenheiten, wirkt er etwas zittrig. Dafür ist er hervorragend gedämmt, sodass kaum Abrollgeräusche in den Fahrgastraum durchdringen. 490 Kilo schwerer, kommt der Turnier seinem Limit deutlich näher, wirkt auf groben Asphaltflicken poltrig und überrascht die Fondpassagiere mit ausgeprägten Ausfederbewegungen an der Hinterachse.

Der VW Golf Variant macht seine Sache deutlich besser und liefert leer wie beladen (1980 Kilogramm Maximalgewicht) eine souveräne Vorstellung ab. Zwar sind die Abrollgeräusche im Wolfsburger lauter als im Kölner Kombi, doch der VW hat große Reserven und wirkt trotzdem auf keinem Fahrbahnuntergrund überfordert. Auch der Sitzkomfort im Variant ist klasse, denn die Bestuhlung bietet einen ausgezeichneten Kompromiss für kleine und große Personen. Zudem holt der Golf der sechsten Generation weitere Zähler mit niedrigem Geräuschpegel und guter Ergonomie. Beim letzten Punkt wird er nur vom Opel übertroffen, der deutlich mehr praktische Ablagen bietet als seine Konkurrenten.

FahrkomfortMax. PunkteVW Golf Variant 1.6 TDIOpel Astra Sports Tourer 1.7 CDTIFord Focus Turnier 1.6 TDCiRenault Mégane Grandtour dCi 130
Sitzkomfort vorn150135135128127
Sitzkomfort hinten10070657069
Ergonomie150132134128128
Innengeräusche5032282928
Geräuscheindruck10064596362
Klimatisierung5035343533
Federung leer200138137140135
Federung beladen200137135134132
Kapitelbewertung1000743727727714
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Motor & Getriebe

Weil bei der Zusammenstellung dieses Testfelds der Preis ausschlaggebend war, hat der 130 PS starke Mégane bei den Fahrleistungen einen leichten Vorteil. Mehr als eine Sekunde fehlt dem Opel als Zweitschnellstem beim Sprint bis Tempo 100 auf den Grandtour, der mit kurz übersetztem Sechsgang-Getriebe und höchstem Drehmoment (300 Newtonmeter) auch die besten Durchzugswerte zeigt. Dafür muss der Renault Mégane mit seinem kultivierten Motor beim Verbrauch Federn lassen: Fast einen Liter Diesel mehr (6,7 Liter) schluckt der Franzose in diesem Test auf unserer Normrunde. Besonders der knapp 1,6 Tonnen schwere Opel Astra überrascht hier mit seinem sehr sparsamen CDTIMotor (5,8 Liter auf 100 km). Diesen zunächst guten Eindruck des Turbodiesels machen seine mäßige Drehfreude und die schlechte Laufkultur wieder zunichte. Selbst nach der Warmlaufphase nagelt der Common-Rail-Diesel unüberhörbar wie ein altes Taxi. Der Motor zeigt nicht nur eine ausgeprägte Anfahrschwäche, sondern nervt auch mit einem Turboloch. So dauert es nach dem Schaltvorgang eine gefühlte Ewigkeit, bis der Lader wieder Druck aufgebaut hat und das volle Drehmoment zur Verfügung steht.

Lediglich 0,1 Liter Dieselkraftstoff mehr (5,9 Liter) als der Rüsselsheimer brauchen Focus und Golf, wobei nur der Ford eine serienmäßige Start-Stopp-Automatik an Bord hat. Ein kurzer Druck auf den Startknopf genügt, und der 1,6 Liter kleine TDCi schnurrt angenehm ruhig, ist bei Bedarf drehfreudig und gibt seine Leistung gleichmäßig ab. Im Alltag erfreut das Sechsgang-Getriebe im Ford mit kurzen Wegen, exakt definierten Gassen und weichen, aber knackigen Schaltübergängen.

Das Golf-Getriebe – das einzige mit fünf Gängen im Test – ist minimal knorriger, im Renault wirkt die sportliche Schaltung etwas ausgeleiert. Negative Kritik bekommt wieder der Opel Astra Sports Tourer, dessen hakelige Schaltung im Alltag manchmal nervt.

Motor und getriebeMax. PunkteVW Golf Variant 1.6 TDIOpel Astra Sports Tourer 1.7 CDTIFord Focus Turnier 1.6 TDCiRenault Mégane Grandtour dCi 130
Beschleunigung150849492102
Elastizität10069676976
Höchstgeschwindigkeit15046474857
Getriebeabstufung10083818582
Kraftentfaltung5032273129
Laufkultur10054455553
Verbrauch325270272270254
Reichweite2518191717
Kapitelbewertung1000656652667670
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Inhaltsübersicht

Autos im Test

VW Golf Variant 1.6 TDI

PS/KW 105/77

0-100 km/h in 12.40s

Vorderrad, 5 Gang manuell

Spitze 190 km/h

Preis 22.700,00 €

Opel Astra Sports Tourer 1.7 CDTI

PS/KW 125/92

0-100 km/h in 11.00s

Vorderrad, 6 Gang manuell

Spitze 192 km/h

Preis 24.650,00 €

Ford Focus Turnier 1.6 TDCi

PS/KW 116/85

0-100 km/h in 11.30s

Vorderrad, 6 Gang manuell

Spitze 193 km/h

Preis 22.850,00 €

Renault Mégane Grandtour dCi 130

PS/KW 131/96

0-100 km/h in 9.90s

Vorderrad, 6 Gang manuell

Spitze 205 km/h

Preis 22.590,00 €