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Sportliche Kleinwagen im Vergleichstest: 7 Fruchtzwerge

Fahrkomfort

So viel vorweg: Durch die grundsätzlich harsche Feder-Dämpfer-Abstimmung beherrscht keiner der sieben Minisportler die komfortablen Gangart. Und so wird man spätestens auf schlechten Straßen mächtig durchgeschüttelt.

Citroën und Nissan kaschieren diesen Umstand durch große, weich gepolsterte Sitze, die einige der harten Schläge wirkungsvoll dämpfen. Das DS3-Gestühl überzeugt zudem mit gutem Seitenhalt bis hoch zum Schulterbereich. Diesbezüglich kann höchstens der Ford mithalten. Die anderen konzentrieren sich vor allem auf die Abstützung im Nieren- und Beckenbereich, wobei die Polster in Mini und Peugeot etwas zu weich sind. Allerdings gibt sich der 208 GTi – serienmäßig mit 2-Zonen-Klimaautomatik und Sitzheizung ausgestattet – auf der Straße verhältnismäßig moderat. Autobahnquerfugen und kleine Unebenheiten steckt der Franzose noch am besten weg. Da wirken die anderen meist nervöser und zappeliger.

Ein Umstand, der nur im Ford mit zunehmender Beladung nachlässt. Hier scheint das Fahrwerk für höhere Gewichte ausgelegt zu sein, denn mit voller Besatzung und Ballast im Kofferraum beruhigt sich die Fuhre spürbar. Überragend präsentiert sich beim Komforttest zudem die Karosseriequalität des Kölners. Zittert, knarzt oder klappert es bei der Konkurrenz hier und da, gibt die feste Struktur des Fiesta keinen Mucks von sich. Das ist umso erstaunlicher, weil der Fiesta das leichteste Auto im Testfeld ist (1177 kg). Jedoch ist dafür der kernige Motorsound im Innenraum ständig präsent. Was auf der Rennstrecke und bei sportlicher Fahrweise gefällt, kann auf langen Autobahnstrecken bei konstantem Tempo leicht anstrengend werden. Die Dämmung von Wind- und Abrollgeräuschen haben die Ford-Ingenieure indes wirkungsvoll gelöst. Wegen seiner aufrechten Frontscheibe und der rahmenlosen Seitenscheiben hat der ansonsten absolut stimmige Mini bei den Innengeräuschen die schlechtesten Karten. Im ausgewogenen Seat geht es auch bei hohem Tempo am ruhigsten zu.

FahrkomfortMax. PunkteFord Fiesta STSeat Ibiza CupraRenault Clio R.S.Peugeot 208 GTiNissan Juke NismoCitroën DS3 RacingMini John Cooper Works
Sitzkomfort vorn15090878886889486
Sitzkomfort hinten10048404848474243
Ergonomie150123116120118118110110
Innengeräusche5026312630302519
Geräuscheindruck10066666664626561
Klimatisierung5024272432282724
Federung leer200106110105110112105108
Federung beladen200108105105108110102102
Kapitelbewertung1000591582582596595570553
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Motor & Getriebe

Die Zeiten, in denen kleine Sportmotoren frei durchatmen dürfen, sind jetzt endgültig vorbei. Selbst Renault setzt im Clio R.S. der neuesten Generation auf weniger Hubraum und Turboaufladung. Die Zwangsbeatmung steht den Zwergen aber nicht schlecht, schließlich lässt sie in der Regel auch zügiges Beschleunigen aus niedrigen Drehzahlen – und damit komfortables Überholen – zu.

Bestes Beispiel ist der kraftstrotzende Mini, der übrigens als einziger mit einem Start-Stopp-System ausgerüstet ist. Als John Cooper Works setzt er auf den 1,6 Liter großen Turbomotor, den BMW zusammen mit PSA entwickelt hat und der auch den Citroën DS3 Racing sowie den Peugeot 208 GTi befeuert. Im Engländer leistet er stramme 211 PS und schickt schon bei 1850 Umdrehungen dank Overboost volle 280 Newtonmeter an die Vorderräder. So reicht auch wegen des kurz übersetzten Getriebes der sechste Gang ab Tempo 60 für alle Aufgaben absolut aus. Und wer die Sport-Taste aktiviert hat, darf sich beim Beschleunigen an einem Auspuffkonzert erfreuen, das über das gesamte Drehzahlband perfekt komponiert wurde. Dass der Mini die Kraft stets gut auf die Straße bringt, zeigen die Beschleunigungswerte. In 6,6 Sekunden fällt die 100er-Marke, nach nur 14,6 Sekunden ist Tempo 160 erreicht – viel schneller als bei der Konkurrenz.

Der deutsch-französische Gemeinschaftsmotor setzt sich auch beim Verbrauch gut in Szene (Mini: 8,9 Liter). Die beiden Franzosen führen das Feld mit 8,2 Litern im Schnitt an. Der Citroën profitiert von seiner langen Getriebeübersetzung, der Peugeot von den schmalen Reifen. Am durstigsten zeigt sich der Nissan, der im Gegensatz zum Renault Clio mit identischem Motor unter seinem hohen Aufbau und der kurzen Übersetzung leidet. Auf der AUTO ZEITUNG-Testrunde verlangt er nach 9,7 Liter Super je 100 km. Überraschend durstig ist auch der Seat. Trotz des kleinsten Hubraums von nur 1,4 Litern, aufwändiger Motorentechnik mit Turbolader und Kompressor sowie Siebengang-Doppelkupplungsgetriebe (serienmäßig) konsumiert er im Schnitt 9,3 Liter Kraftstoff. Und beim Sprint auf Landstraßentempo kann er nur den Juke Nismo und den Ford Fiesta knapp schlagen. Dass der Ibiza mit 180 PS der Schwächste im Feld ist, merkt man spätestens bei hohen Geschwindigkeiten. Hier ziehen ihm alle anderen davon.

Motor und getriebeMax. PunkteFord Fiesta STSeat Ibiza CupraRenault Clio R.S.Peugeot 208 GTiNissan Juke NismoCitroën DS3 RacingMini John Cooper Works
Beschleunigung150117119120121115120123
Elastizität100-------
Höchstgeschwindigkeit15070747575647981
Getriebeabstufung10088858884858284
Kraftentfaltung5035343234323437
Laufkultur10062606060606062
Verbrauch325211205211226197226213
Reichweite25778107109
Kapitelbewertung1000590584594610560611609
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Inhaltsübersicht

Autos im Test

Ford Fiesta ST

PS/KW 182/134

0-100 km/h in 7.40s

Vorderrad, 6 Gang manuell

Spitze 223 km/h

Preis 20.990,00 €

Seat Ibiza Cupra

PS/KW 179/132

0-100 km/h in 7.20s

Vorderrad, 7-Gang-Doppelkupplung

Spitze 228 km/h

Preis 24.725,00 €

Renault Clio R.S.

PS/KW 200/147

0-100 km/h in 7.00s

Vorderrad, 6-Gang-Doppelkupplung

Spitze 230 km/h

Preis 23.950,00 €

Peugeot 208 GTi

PS/KW 200/147

0-100 km/h in 6.90s

Vorderrad, 6 Gang manuell

Spitze 230 km/h

Preis 22.900,00 €

Nissan Juke Nismo

PS/KW 200/147

0-100 km/h in 7.70s

Vorderrad, 6 Gang manuell

Spitze 215 km/h

Preis 26.400,00 €

Citroën DS3 Racing

PS/KW 207/152

0-100 km/h in 7.00s

Vorderrad, 6 Gang manuell

Spitze 235 km/h

Preis 31.210,00 €

Mini John Cooper Works

PS/KW 211/155

0-100 km/h in 6.60s

Vorderrad, 6 Gang manuell

Spitze 238 km/h

Preis 29.500,00 €