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Sportliche Kleinwagen im Vergleichstest: 7 Fruchtzwerge

Fahrdynamik

Auch wenn die Kleinwagen mit rund 200 PS und Frontantrieb konzeptionell gleich scheinen, gehen sie fahrdynamisch eigene Wege. Am stärksten grenzt sich der Mini von der Truppe ab. Mit der ultradirekten Lenkung, dem niedrigen Schwerpunkt und dem gewaltigen Antritt fährt er den Mitstreitern sowohl im Slalom als auch auf dem Handlingparcours buchstäblich um die Ohren. Zackig wie kein Zweiter lässt sich der Mini zu Kurven überreden. Dabei kann der sensible Fahrer stets entscheiden, ob er das Heck zum Einlenken mitnutzen will. Die Bremsleistung des John Cooper Works haben wir aber besser in Erinnerung. Mit Bremswegen von 34,5 Metern (Renault) und vor 33,9 Metern (Seat mit optionaler Sportbremse) legen andere die Messlatte sehr hoch.

Auf der Rennstrecke hingegen trübt im Ibiza das 7-Gang-DSG mit verzögertem Ansprechen den Fahrspaß. Zudem überlagern sich manuelle und automatische Schaltimpulse. Hier hätte man sich eine für die Cupra-Version angemessenere Steuerung gewünscht.

Wie das funktionieren kann, zeigt Renault mit seinem ersten Doppelkupplungsgetriebe, das im Clio R.S. serienmäßig verbaut ist. Es besitzt zwar nur sechs Gänge, die lassen sich aber über lange Paddel hinterm Lenkrad bestens verwalten. Wer im manuellen Modus selbst die Kontrolle über das Getriebe übernimmt, kann den Motor sogar in den Drehzahlbegrenzer treiben, ohne dass die Elektronik eingreift. Allerdings wird das spektakulär blubbernde Röcheln aus dem Auspuff von einem völlig überflüssigen Warnpiepton gestört. Juke, 208 und DS3 setzen auf knackige Schaltgetriebe und wirken quicklebendig, wobei vor allem der Citroën bei Lastwechseln schnell mit dem Heck eindreht und der Juke das durch stärkere Seitenneigung entlastete Vorderrad beim Beschleunigen scheinbar haltlos durchdrehen lässt.

Von solchen Zickereien verschont bleibt man im Ford. Der Ford Fiesta ST ist so harmonisch abgestimmt, dass man jede Runde haargenau reproduzieren kann. Lenkung, Schaltung und Fahrwerk liefern dabei genau das richtige Maß an Rückmeldung, und selbst hart provozierte Lastwechsel lassen sich ohne Gefahr wieder ausbessern. Ohne Frage würde der Kölner auch mehr Leistung gut verkraften.

FahrdynamikMax. PunkteFord Fiesta STSeat Ibiza CupraRenault Clio R.S.Peugeot 208 GTiNissan Juke NismoCitroën DS3 RacingMini John Cooper Works
Handling15082757777687984
Slalom10075727277687278
Lenkung10067656465636368
Geradeauslauf5036343434383534
Bremsdosierung3020151818152022
Bremsweg kalt1509110710075888480
Bremsweg warm1508311110572909276
Traktion10037323430263434
Fahrsicherheit150125121118115115112117
Wendekreis2010141112101211
Kapitelbewertung1000626646633575581603604
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Umwelt & Kosten

Als erfolgreichster Automobilhersteller in der Rallyegeschichte darf man sicher selbstbewusst sein. Allerdings wirkt der Preis für den Citroën DS3 Racing von mindestens 31.210 Euro in diesem Umfeld dennoch übertrieben hoch. Für die Preisdifferenz von 11.220 Euro bleibt im Ford Spritgeld für etwa 80.000 Kilometer übrig. Im Kölner sollte man auf jeden Fall das ST-Leder-Sport-Paket für 1000 Euro dazubestellen. Das beinhaltet neben den Recaro-Sportsitzen auch Sitzheizung, Klimaautomatik und ein Sony-Soundsystem mit einem Notrufassistenten.

Überhaupt kommen die sieben Topmodelle der Kleinwagenriege schon serienmäßig mit viel Ausstattung daher. Eine Bluetooth-Freisprecheinrichtung kostet nur im teuren Mini extra (420 Euro), Tempomat, Licht- und Regensensor sowie eine Klimaautomatik sind bei den meisten von Haus aus an Bord. Beim 26.400 Euro teuren Juke Nismo ist sogar alles Serie, was die Preisliste hergibt – wohlgemerkt auch Navigationssystem, Rückfahrkamera, Metallic-Lackierung und 18-Zoll-Felgen. Und als einziger steht der Juke für drei Jahre unter Garantie-Schutz.

Weil Mini auch gebraucht gefragt sind, darf man sich im Engländer zumindest über den im Vergleich niedrigsten prozentualen Wertverlust freuen. Ansonsten macht der mindestens 29.500 Euro teure John Cooper Works in diesem Kapitel keinen Stich. Immerhin bleibt der Deutsch-Brite bei den Wartungskosten fair.

Citroën-Konzernpartner Peugeot beweist, dass man in Frankreich auch besser kalkulieren kann. Der 208 GTi ist schon für 22.900 Euro zu haben. Und dabei ist er bis auf das CD-Laufwerk des Radios genauso üppig ausgestattet wie der DS3 Racing.

Das Gesamtpaket im Renault Clio R.S. kann sich ebenfalls sehen lassen. Für 23.950 Euro sind hier schon vier Türen und ein Navigationssystem dabei. Für 590 Euro gibt es obendrein ein Online-Mediasystem mit 7-Zoll-Touchscreen und Streaming-Funktion. Überraschend hoch wird der Clio R.S. beim Vollkaskoschutz eingepreist. Durch die Typklasse 26 sind hier jährlich zusätzlich zur Haftpflicht etwa 1000 Euro einzuplanen.

Kosten / umweltMax. PunkteFord Fiesta STSeat Ibiza CupraRenault Clio R.S.Peugeot 208 GTiNissan Juke NismoCitroën DS3 RacingMini John Cooper Works
Bewerteter Preis675265234240248222194203
Wertverlust5027232424201820
Ausstattung2520202320252020
Multimedia5023222920282519
Garantie/Gewährleistung5027192728251920
Werkstattkosten2013161111141115
Steuer109999999
Versicherung4034343133353636
Kraftstoff5535343537333735
Emissionswerte2522202122222322
Kapitelbewertung1000475431450452433392399
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Inhaltsübersicht

Autos im Test

Ford Fiesta ST

PS/KW 182/134

0-100 km/h in 7.40s

Vorderrad, 6 Gang manuell

Spitze 223 km/h

Preis 20.990,00 €

Seat Ibiza Cupra

PS/KW 179/132

0-100 km/h in 7.20s

Vorderrad, 7-Gang-Doppelkupplung

Spitze 228 km/h

Preis 24.725,00 €

Renault Clio R.S.

PS/KW 200/147

0-100 km/h in 7.00s

Vorderrad, 6-Gang-Doppelkupplung

Spitze 230 km/h

Preis 23.950,00 €

Peugeot 208 GTi

PS/KW 200/147

0-100 km/h in 6.90s

Vorderrad, 6 Gang manuell

Spitze 230 km/h

Preis 22.900,00 €

Nissan Juke Nismo

PS/KW 200/147

0-100 km/h in 7.70s

Vorderrad, 6 Gang manuell

Spitze 215 km/h

Preis 26.400,00 €

Citroën DS3 Racing

PS/KW 207/152

0-100 km/h in 7.00s

Vorderrad, 6 Gang manuell

Spitze 235 km/h

Preis 31.210,00 €

Mini John Cooper Works

PS/KW 211/155

0-100 km/h in 6.60s

Vorderrad, 6 Gang manuell

Spitze 238 km/h

Preis 29.500,00 €