Neuer Audi A3: Erster Vergleichstest in der Kompaktklasse

Alfa Romeo Giulietta 1.4 TB 16V TCT | Audi A3 1.8 TFSI | BMW 118i

Alfa Romeo Giulietta 1.4 TB 16V TCT | Audi A3 1.8 TFSI | BMW 118i

Fahrkomfort

Weil das adaptive Dämpfersystem magnetic ride (1.200 Euro Aufpreis) für den Audi noch nicht zur Verfügung steht, tritt der A3 mit der Standardfahrwerksabstimmung an. Dass dies kein Nachteil sein muss, zeigt sich bereits nach den ersten Metern: Das feinfühlige Anfedern, ein extrem sattes Fahrgefühl und die in jedem Beladungszustand nur geringen Karosseriebewegungen sprechen eindeutig für den Audi.

Der BMW wirkt trotz adaptiver Dämpfer (1.100 Euro) auf Fahrbahnunebenheiten etwas taumeliger und liegt auch wegen stärkerer Ausfederungsbewegungen insgesamt nicht ganz so ruhig wie der A3. Das Ansprechverhalten auf Querfugen und Gullideckeln gelingt dem 1er trotz 18 Zoll großer Runflat-Mischbereifung aber gut – im Gegensatz zum ebenfalls mit 18-Zöllern ausgerüsteten Alfa Romeo Giulietta 1.4 TB 16V TCT.

Die Giulietta filtert Fugen und Kanten deutlich unsouveräner. Verantwortlich dafür ist die straffe Abstimmung des optionalen Sportfahrwerks (230 Euro). Auch die darin enthaltenen Ledersitze bringen dem Italiener kaum Vorteile. Zwar bieten sie passablen Halt, doch die stark nach unten abfallende Sitzfläche sowie die zu weit in den Fußraum hineinragende Pedalerie vereiteln eine dauerhaft bequeme Sitzposition.

Die ebenfalls optionalen Sportsitze in BMW (580 Euro) und Audi (235 Euro) verwöhnen hingegen mit toller Seitenführung und straffer Polsterung. Dem Münchner fehlt allerdings eine Gurthöheneinstellung, dafür sind Seitenwangen und Beinauflage einstellbar. Im Audi-Fond sitzt man dank der gut konturierten sowie angenehm gepolsterten Rückbank am bequemsten.

Punktabzug gibt’s für den beschwerlichen Fond-Ein- und Ausstieg – trotz weit verschiebbarer Vordersitze. Nicht nur subjektiv, auch die gemessenen Phonwerte markieren den A3 als das leiseste Fahrzeug im Feld. Motor-, Fahrwerks- und Windgeräusche sind sehr dezent und erreichen Mittelklasseniveau.

Obwohl die Werte des BMW fast auf gleichem Niveau liegen, ist er subjektiv lauter als der Audi. Auf das Thema Geräuschkomfort scheinen die Italiener weniger Augenmerk gelegt zu haben. Besonders bei Geschwindigkeiten über 100 km/h sind im Alfa Motorund Windgeräusche deutlich präsenter als in Audi und BMW.

fahrkomfort
  Max.
Punkte
Audi A3 1.8 TFSI BMW 118i
Sitzkomfort vorn 150136134
Sitzkomfort hinten 1006062
Ergonomie 150128128
Innengeräusche 503635
Geräuscheindruck 1007369
Klimatisierung 503534
Federung leer 200135131
Federung beladen 200135128
Kapitelbewertung 1000738721
 

Motor und Getriebe

Mit der Kombination aus Saugrohr- und Direkteinspritzung sowie Turboaufladung fährt der neue A3 mit dem 1.8 TFSI vorne weg. Nicht nur beim Spurt auf 100 km/h nimmt er dem BMW mehr als eine halbe Sekunde ab, auch in Sachen Kraftentfaltung und Laufkultur muss sich der 1er mit seinem aufgeladenen 1,6-Liter-Aggregat hinter dem A3 einreihen.

Weil im Audi das maximale Drehmoment (250 Nm) über ein extrem breites Drehzahlband (1250 bis 5000 /min) bereit steht, kann man schon bei rund 60 km/h in den sechsten Gang schalten und mit 1100 Touren dahingleiten – oder zügig bis Tacho 240 beschleunigen. Abgeschlagen bleibt in diesem Kapitel der Alfa Romeo, der im Sprint auf Tempo 100 die Werksangabe um 1,2 Sekunden verfehlt und dessen Vortrieb bei 218 km/h endet.

Das Ansprechverhalten des Vierzylinder-Turbos, der im Dynamic- Modus 20 Extra-Newtonmeter entwickelt, ist etwas verzögert. Vor allem aber leidet die Giulietta gegenüber A3 und 1er unter ihrem trägen Doppelkupplungsgetriebe. Beim Anfahren dreht der Alfa in den ersten zwei Gängen stets bis knapp über 3000 Umdrehungen – wobei das Motorgeräusch sehr präsent ist. Erst ab der dritten Stufe nutzt er den Drehzahlbereich unter 2000 Touren.

Das manuelle Sechsgang-Getriebe des BMW ist zwar gewohnt sportlich-knackig, erfordert beim Gangwechsel aber mehr Kraft im rechten Unterarm. Das klappt mit dem Audi A3 deutlich lässiger, ohne dabei sportliches Flair einzubüßen. Für Benziner dieser Leistungsklassen gehen Verbräuche von knapp unter acht Litern in Ordnung. Auf der AUTO ZEITUNG-Normrunde (inklusive Vollgasanteil) braucht der A3 mit 7,8 Litern nur ein halbes Wasserglas mehr Super als der Münchener (7,7 Liter) – jeweils rund zwei Liter mehr, als die Hersteller versprechen.

Unser mit der Giulietta ermittelte Wert von 8,9 Litern auf 100 km zeigt aber, dass Theorie und Praxis noch deutlich weiter auseinander liegen können: Unglaubliche 5,2 Liter verspricht Alfa Romeo in Kombination mit dem automatisch schaltenden TCT-Getriebe, happige 8,9 Liter Super aber schluckt die schicke Italienerin im Test. Dank ihres 60-Liter-Tanks fährt sie mit einer Füllung jedoch genauso weit wie der BMW 118i.

motor und getriebe
  Max.
Punkte
Audi A3 1.8 TFSI BMW 118i
Beschleunigung 150122118
Elastizität 100--
Höchstgeschwindigkeit 1507772
Getriebeabstufung 1008582
Kraftentfaltung 503836
Laufkultur 1007168
Verbrauch 325234235
Reichweite 251112
Kapitelbewertung 1000638623
 

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