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Mercedes CLA Shooting Brake vs. Volvo V60 - Diesel-Kombis im Vergleich

Schöne Raumwagen

Das sportliche Äußere täuscht nicht – auch die Fahrwerke sind eher sportlich straff abgestimmt. Der Volvo V60 federt auf schlechterem Untergrund trotz der großen 18-Zoll-Bereifung allerdings sanfter an und wirkt dabei weniger zappelig als der Mercedes, dessen Vorderachse unnötige Unruhe erzeugt. Erst mit zunehmender Beladung geht es ruhiger über Schlaglöcher und Bodenwellen. Auf schnellen Autobahnstrecken oder ebenen Landstraßen glänzen aber beide mit gutem Komfort und sicherer Straßenlage. Bei ruhiger Fahrt bleiben sowohl Motor als auch Getriebe angenehm unauffällig. Nur wer die Dieselmotoren zu höheren Drehzahlen zwingt, muss beim Mercedes einen etwas raueren Lauf in Kauf nehmen. Auch im Stand klingt er subjektiv kerniger.

Motor / Getriebe: CLA Shooting Brake vs. Volvo V60

Seinen Hubraum-Vorteil kann der 177 PS starke Schwabe nur auf dem Papier mit einem sehr breiten Drehmomentplateau ausspielen. Zwischen 1400 und 3400 Touren mobilisiert der 
gut 2,1 Liter große Selbstzünder 350 Newtonmeter. Bei den Fahrleistungen liegen beide Kontrahenten dennoch absolut gleichauf. Aus dem Stand geht es hier wie da in 7,9 Sekunden auf Tempo 100. Das Mehrgewicht von 111 kg kaschiert der Volvo mit seinem Zweiliter-Diesel dank zweier Turbolader mit etwas mehr Leistung (181 PS) und Drehmoment (400 Nm). Nur bei der Verbrauchsmessung machen sich der zusätzliche Ballast und die breiteren Reifen bemerkbar. Hier begnügt sich der Mercedes im Schnitt mit einem halben Liter weniger Diesel je 100 Kilometer (6,3 zu 6,7 Liter). Und das, obwohl die ultrasanfte Achtstufen-Automatik 
im Volvo-Kombi einen Gang mehr zu bieten hat als 
das Siebengang-Doppelkupplungsgetriebe 
von Mercedes. Dafür garantiert der üppigere 
Kraftstoffvorrat im Heck (68 zu 50 Liter) des Schweden eine größere Reichweite.

Wer Kombi bietet mehr Fahrdynamik?

Auch wenn die Rennstrecke sicher nicht das bevorzugte Revier der Diesel-Kombis ist, langsam geht es in CLA und V 60 nicht zur Sache. Vor allem der Volvo mit den breiten Conti-Sportreifen macht auf engem Kurvengeschlängel richtig Spaß. Die Lenkung ist direkt, und die harmonisch straffe Fahrwerksabstimmung erzeugt ein ungemein sicheres Fahrgefühl. Nur die Bremse müsste sich bei harter Beanspruchung besser dosieren lassen. Die Verzögerungsleistung ist aber selbst mit heißen Bremsscheiben mit knapp 34 Meter Bremsweg aus Tempo 100 dennoch tadellos. Selbst deutlich mehr Leistung dürfte den V 60 also nicht aus der Ruhe bringen. Kleiner Hinweis für 
Volvo-Traditionalisten: Noch gibt es den V 60 D5 mit dem legendären Fünfzylinder-Diesel und 215 PS (ab 37.150 Euro).

Souverän und sicher geht es zwar auch im Mercedes CLA Shooting Brake zu, doch so hohe Kurvengeschwindigkeiten wie im Volvo sind hier schon wegen der eher auf Komfort ausgelegten Michelin-Reifen nicht drin. Die geschärften CLA-Sportversionen mit 18-Zoll-Conti-Sportreifen gibt es nur für die kräftigen Benziner (CLA 250). Dennoch setzt der Schwabe Lenkbefehle sehr direkt um und kann sich sogar die Slalomwertung sichern.

Kapitel: Umwelt / Kosten
Den Zusatz „Shooting Brake“ lässt sich Mercedes gut bezahlen. Denn mit 39.062 Euro ist der CLA nur rund 1000 Euro günstiger als das ebenfalls brandneue C-Klasse T-Modell mit gleichem Motor (C 220 BlueTEC T-Modell, ab 40.341 Euro), aber deutlich mehr Nutzwert. 
Immerhin gibt es das Siebengang-Doppelkupplungsgetriebe und eine Bluetooth-Freisprecheinrichtung beim stärksten Diesel im CLA-Sortiment serienmäßig. Aber auch Volvo-Fahren ist nicht günstiger. In der Basisausstattung (35.350 Euro) sind hier nicht einmal Leichtmetallräder inklusive. Zusammen mit dem 18-Zoll-Radsatz klettert der Grundpreis des V 60 D4 mit Achtstufen-Automatik auf exakt 40.000 Euro. Freuen darf man sich nur über etwas günstigere Versicherungskosten. Bei Ausstattung, Garantie und Wertverlust hat der Mercedes die Nase leicht vorn.

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Markus Schönfeld