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Mercedes CLA, Audi A3, Ford Focus und Mazda 3: Kompaktlimousinen im Test

Eine Stufe weiter

Fahrdynamik

Vor schnellen Runden auf dem abgesperrten Handlingparcours scheut sich keiner der vier Kandidaten. Straffe Fahrwerke, knackige Sechsgang-Getriebe und die Sportbereifung sprechen für sich. Dass der Ford das Schlusslicht bei den Rundenzeiten bildet, wird seinem Charakter nicht ganz gerecht. Er ist ein lupenreiner und sehr harmonischer Fahrdynamiker. Spielerisch lenkt er in Kurven ein, gibt jederzeit perfekte Rückmeldung und reagiert gut dosierbar mit dem Heck auf Lastwechsel. Das griffige Lenkrad liegt dabei sehr gut in der Hand, und der Schalthebel lässt sich präzise durch die Gassen führen. Das einzige, was ihm zu besseren Rundenzeiten fehlt, ist Leistung. Das Traktionsund Federungsvermögen käme jedenfalls auch mit deutlich mehr Power klar. Und so fühlt man sich im Focus schnell unterfordert. Ein ähnliches Bild liefert der CLA ab, der wegen seiner strafferen Abstimmung noch deutlicher auf Fahrdynamik ausgerichtet wurde. Das merkt man vor allem im Slalom, wo er ohne starke Seitenneigung um die Pylonen wieselt. Allerdings neigt die Lenkung bei schnellen Richtungswechseln zum Verhärten.

Der Mazda hingegen hat alle Mühe, seine Kraft über die Vorderräder auf den Boden zu bekommen. Weil sich seine Lenkung etwas leicht anfühlt und das Fahrwerk nicht ganz so ausgeglichen abgestimmt ist wie das des Ford, kann er den Leistungs- und Drehmomentvorteil kaum umsetzen. Dafür glänzt er mit hervorragenden Bremswerten. Das Gefühl im mittleren Pedal wirkt zwar wie im Mercedes etwas synthetisch, dafür steht der Mazda 3 mit kalten und heißen Bremsscheiben bei einer Vollbremsung aus 100 km/h nach 34 Metern.

So bissig verzögert allenfalls der Audi mit warmen Bremsen. Überhaupt gibt sich der Ingolstädter auf dem Asphalt sehr souverän und zackig. Jede Lenkbewegung wird unmittelbar umgesetzt, und das imposante Traktionsvermögen lässt den Wunsch nach einem quattro-Antrieb gar nicht aufkommen. Vor allem bei hohen Geschwindigkeiten vermittelt der Audi A3 ein so sicheres Gefühl, als sei er auf die Fahrbahn geklebt. Dass dieser Eindruck nicht nur subjektiv ist, zeigen die Rundenzeiten, die im Schnitt gut zwei Sekunden kürzer ausfallen als bei den Konkurrenten. Eine Erklärung liefert der Blick auf die Waage: Der Audi ist mit 1409 Kilogramm der Leichteste dieses Quartetts.

FahrdynamikMax. PunkteAudi A3 Limousine 2.0 TDIMazda 3 Skyactiv-D 150Ford Focus Limousine 2.0 TDCiMercedes CLA 200 CDI
Handling15065575556
Slalom10061525565
Lenkung10085808283
Geradeauslauf5041394040
Bremsdosierung3021192019
Bremsweg kalt150911109691
Bremsweg warm1501151129292
Traktion10044394341
Fahrsicherheit150130125128128
Wendekreis2012101213
Kapitelbewertung1000665643623628
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Umwelt & Kosten

Das extravagante Äußere und den Stern im Grill lässt sich Mercedes gut bezahlen. Für einen CLA müssen mindestens 29.215 Euro hingelegt werden (CLA 180, Benziner), beim 200 CDI aus diesem Test sind es sogar 33.945 Euro. Gegen solch hohe Preise wirkt selbst der Audi A3 2.0 TDI für 28.100 Euro wie ein Schnäppchen. Die Ingolstädter verlangen für den Bürzel der Limousine übrigens 600 Euro mehr als für den Fünftürer Sportback.

Bei Audi und Mercedes schnellen die Anschaffungskosten schon durch ein paar Kreuzchen in der langen Aufpreisliste zügig in die Höhe. Das Intelligent Light System mit Bi-Xenon-Licht kostet bei Mercedes beispielsweise 1666 Euro, das große Navigationssystem 3487 Euro. Den Audi gibt es wahlweise mit Xenon- (920 Euro) oder LED-Scheinwerfern (1690 Euro). Das MMI-Navi mit Touchpad schlägt hier mit 2725 Euro zu Buche.

Auf der Habenseite des Mercedes liegen von Haus aus immerhin eine umfangreiche Sicherheits- und Multimediaausstattung. Doch damit kostet er in der Basisausstattung immer noch gut 10.000 Euro mehr als der Günstigste im Testfeld, der Focus 2.0 TDCi.

Ford lässt sich die schicke Stufe im Heck mit 500 Euro (Vergleich zum Fünftürer) bezahlen. In seiner Basisvariante Trend müssen viele Extras wie hintere elektrische Fensterheber oder Leichtmetallräder zusätzlich bezahlt werden. Für den Kölner empfiehlt sich daher in jedem Fall die 2350 Euro teurere Titanium-Version. Als Preis-Leistungs-Sieger entpuppt sich hier der Mazda 3. Für 24.890 Euro ist er bereits mit Klimaautomatik, Bluetooth-Freisprecheinrichtung, Online-Anbindung und sogar dem Notbremsassistenten bestückt. Weil die Japaner zusätzlich eine Dreijahresgarantie gewähren und die Versicherungseinstufungen günstig sind, gewinnt der Mazda das Kostenkapitel klar.

Kosten / umweltMax. PunkteAudi A3 Limousine 2.0 TDIMazda 3 Skyactiv-D 150Ford Focus Limousine 2.0 TDCiMercedes CLA 200 CDI
Bewerteter Preis675204227231174
Wertverlust5021232118
Ausstattung2523231723
Multimedia5024251927
Garantie/Gewährleistung5028332728
Werkstattkosten2016131412
Steuer108878
Versicherung4034353533
Kraftstoff5545444445
Emissionswerte2521222222
Kapitelbewertung1000424453437390
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Inhaltsübersicht

Autos im Test

Audi A3 Limousine 2.0 TDI

PS/KW 150/110

0-100 km/h in 8.10s

Vorderrad, 6 Gang manuell

Spitze 224 km/h

Preis 29.385,00 €

Mazda 3 Skyactiv-D 150

PS/KW 150/110

0-100 km/h in 8.10s

Vorderrad, 6 Gang manuell

Spitze 213 km/h

Preis 25.630,00 €

Ford Focus Limousine 2.0 TDCi

PS/KW 140/103

0-100 km/h in 9.00s

Vorderrad, 6 Gang manuell

Spitze 209 km/h

Preis 25.070,00 €

Mercedes CLA 200 CDI

PS/KW 136/100

0-100 km/h in 8.80s

Vorderrad, 6 Gang manuell

Spitze 220 km/h

Preis 35.516,00 €