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Mercedes CLA 2015 Sport, Citroen DS5, Mini JCW & VW Beetle: Vergleich

Keine Hausmannskost

Fahrkomfort

Obwohl nur der DS5 Hybrid ohne Sportfahrwerk zum Test antrat, sammelt er beim Federungskomfort die wenigsten Zähler. Dafür verantwortlich ist neben der großen 19-Zoll-Optionsbereifung das verbesserungswürdige Ansprechverhalten der Federelemente. Unebenheiten werden nicht nur zu direkt weitergegeben, was sich unter hoher Zuladung noch verschlechtert.

Das Ganze wird auch noch von lauten Fahrwerksgeräuschen begleitet. Wie es besser geht, zeigt vor allem der CLA 250 Sport. Trotz der bei diesem Modell serienmäßigen Tieferlegung werden Fahrbahnschäden sauber verarbeitet. Einzig bei kurzen und tiefen Bodenwellen zeigt er Schwächen – hier mangelt es ihm schlicht an Federweg. Der Beetle 2.0 TSI in der Sport-Ausführung ist ebenfalls recht straff abgestimmt, die Insassen sind aber stets stärker in Bewegung als im CLA. Obwohl es sich beim John Cooper Works um die schärfste Paceman-Version handelt, lässt es sich mit dem Federungskomfort durchaus leben.

Der Mini profi tiert hier von den üppigeren Federwegen seines Fahrwerks. Dafür muss das SUV-Coupé in Sachen Geräuschkomfort einige Federn lassen: Nicht nur die Messwerte outen den Briten als das lauteste Auto, auch das subjektive Empfinden lässt daran keinen Zweifel aufkommen. Und auch wenn CLA und Beetle hier als Sportvarianten antreten, dürften viele den kräftige Basston der Sportauspuffanlagen selbst bei gemächlicher Fahrt auf Dauer als störend empfinden, zumal sich der kräftige Klang nicht abstellen lässt. Den besten Geräuschkomfort sowie die bequemsten Sitze vorn wie hinten bringen dem DS5 den Kapitelsieg – mit hauchdünnem Vorsprung vor dem Mercedes CLA.

Motor / Getriebe

Leistungsmäßig liegen die vier Designer-Stücke eng zusammen. An der Spitze rangiert der Paceman JCW, der aus seinem 1,6-Liter- Turbobenziner satte 218 PS holt. Doch trotz des leichten PS-Vorteils muss er sich beim Sprint auf Tempo 100 CLA und Beetle, die aus zwei Liter Hubraum 211 beziehungsweise 210 PS schöpfen, geschlagen geben. Obwohl der VW im Gegensatz zum CLA 250 Sport 4Matic die Kraft nur über die Vorderräder auf die Straße bringt, kann er den Benz um zwei Zehntel distanzieren.

Verantwortlich dafür ist neben dem offensichtlich sehr gut im Futter stehenden Turbomotor das sehr schnell schaltende Doppelkupplungsgetriebe, das die Gänge ruckfrei wechselt. Der CLA hat ebenfalls ein Doppelkupplungsgetriebe, allerdings schaltet es nicht ganz so zackig hoch wie das Beetle-DSG. Dafür senkt der zusätzliche siebte Gang die Drehzahlen im oberen Geschwindigkeitsbereich. Als einziger setzt der Mini hier auf ein Schaltgetriebe – und das ist keinesfalls von Nachteil.

Die Kupplung lässt sich perfekt dosieren, die sechs Gänge rasten auf kurzen Wegen exakt ein - viel besser geht es nicht. Vollkommen andere Wege bestreitet der DS5 HYbrid4. Unter der Motorhaube treibt ein 163 PS leistender Zweiliter-Turbodiesel die Vorderräder an, auf die Hinterräder wirkt ein E-Motor mit 37 PS – ergibt in der Summe 200 PS. Verwaltet wird die Kraft von einem automatisierten Schaltgetriebe. Doch Vorsicht: Auch wenn Sie imGeiste schon mit dem Kopf nach vorn wippen, sei gesagt, dass die Schaltvorgänge hier kaum zu spüren sind – zumindest bei gemächlicher Fahrt.

Während der Schaltpausen powert nämlich komfortfördernd der E-Antrieb und verhindert somit das unschöne „Headbangen“. Das gibt es nur bei vollem Leistungseinsatz, wenn das Getriebe nach einer gewissen Verzögerung herunterschaltet und den Gang erst nach einer gefühlten Ewigkeit einlegt. Auch die Fahrleistungen leiden unter den trägen Schaltvorgängen: Mit 8,9 s ist der Citroën knapp zwei Sekunden langsamer als der Paceman, auch die Höchstgeschwindigkeit ist mit 211 km/h die niedrigste. Vollkommen entlarvt wird das Hybridkonzept dann auf der Verbrauchsrunde: Mit 7,4 l/100 km ist der DS5 nur 1,2 Liter sparsamer als der VW Beetle und meilenweit entfernt von der vollkommen realitätsfernen Herstellerangabe von 3,3 l/100 km.

Alexander Lidl