Mercedes A-Klasse 2012: Erster Vergleich mit Audi A3 und BMW 1er

Neues Spiel

Derlei Pingeligkeit tut Not, denn schließlich parkt nebenan der ebenfalls vollkommen neue Audi A3 1.8 TFSI mit 180 PS– ein Spross der auf sichtbare Qualität geeichten Firma mit den vier Ringen. Klinisch sauber präsentiert sich der kompakte Audi, der mit dem aufpreispflichtigen S-Line-Paket (1900 Euro) antritt.

Er glänzt mit millimetergenau parallel verlaufenden Ziernähten und raffiniert konstruierten Lüftdungsdüsen, die sich von gezieltem auf diffusen Luftstrom umstellen lassen. Auch der mit feiner Rastung arbeitende Dreh-/ Drücksteller des zentralen Bediensystems MMI (Multi Media Interface) und das wohl satteste Türschließgeräusch in der Kompaktklasse untermauern das hohe Niveau, dessen Spitze der auf dem neuen "Modularen Querbaukasten" des VW-Konzerns basierende A3 markiert.

Da kommt auch der insgesamt solide BMW 1er nicht mit, dessen Kunststoffe teils weniger hochwertig wirken. Die einfach mattlackierten Innenseiten von Motorhaube und Heckklappe stören zwar nicht die Funktion, trüben aber den Premium-Eindruck. Ohne Tadel ist dafür die Bedienbarkeit des kleinsten Münchners, der als BMW 118i zur Gegenüberstellung erschienen ist. Die Schalter sind logisch gruppiert und befinden sich am richtigen Platz, und der präzise geführte Schalthebel liegt bestens zur Hand.

Premium-Kompaktklasse: Der Audi A3 bietet den meisten Platz

Das Raumgefühl auf den vorderen Plätzen fällt dafür aber weniger luftig aus als im neuen A3, der trotz seiner hohen Bordwand die beste Rundumsicht bietet. Auch auf der Rücksitzbank markiert der neue, derzeit nur als Dreitürer lieferbare Ingolstädter den Stand der Dinge.

Enger geht es hinten im BMW zu, und auch der kleinste, grundsätzlich viertürige Mercedes muss Federn lassen, denn der Drang zu neuer Sportlichkeit führt zu Kompromissen. So muss wegen der coupéhaft abfallenden Dachlinie der Kopf beim Einsteigen ein gutes Stück weiter in Deckung gehen als etwa beim BMW. Obgleich die Kopffreiheit hinten durchaus befriedigend ausfällt, finden sich die Fondpassagiere in einer Art Höhlenatmosphäre wieder. Grund ist die Kombination aus tiefer Sitzposition, stark ansteigender Fensterlinie sowie den raumgreifenden Integralsitzen vorn und hinten. Sie gehören in drei von vier Ausstattungslinien zum Serienprogramm.