Mercedes A-Klasse 2012: Erster Vergleich mit Audi A3 und BMW 1er

Neues Spiel

Die Zeit des Bayern-Duopols ist vorbei, Mercedes greift in der Premium-Kompaktklasse an. Erster Vergleich des neuen A 200 mit BMW 118i und Audi A3 1.8 TFSI

Audi A6, Mercedes E-Klasse, BMW 5er – diese kleine Aufzählung klingt nach deutscher Oberklasse, nach Technik, Qualität und Renommee. Man könnte ähnliche Grüppchen bilden, eine Klasse darüber oder auch darunter. Audi A3, Mercedes A-Klasse und BMW 1er hingegen klang bislang nach Himbeer, Knoblauch, Nuss, nach Harmonie mit schwerster Schlagseite.

Kompaktklasse-Vergleich: Die A-Klasse will sportlich sein

Verantwortlich dafür war der Knoblauch, pardon, die A-Klasse. Während Audi mit dem A3 (Debüt: 1996) und BMW mit dem 1er (2004) schon früh das Image ihrer Marken auf halbwegs bezahlbare Produkte übertrugen und zu Geld machten, zuckelte Mercedes mit der A-Klasse hinterher. A-Klassen gibt es zwar schon seit 1997, dennoch waren die kurz geratenen Hochsitzer aus Rastatt keine Konkurrenz für die Bayern.
Die A-Daimler profitierten vom Stern, ließen ihn aber nicht heller strahlen. Das dürfte sich nun ändern – mit der schärfsten A-Klasse aller Zeiten. Zum ersten Mal messen sich die deutschen Prestigemarken buchstäblich auf Augenhöhe. Ein neues Spiel beginnt.

Sportlich – ein bislang mit der A-Klasse unvereinbares Attribut führt wie ein roter Faden durch die erste Begegnung. Der Neue ist 160 Millimeter flacher als sein Vorgänger und liegt damit auf Klassen-Niveau. Der Schwerpunkt wurde um 40 Millimeter abgesenkt. Die Sitzposition ist sogar um 178 Millimeter nach unten gewandert.

Der zum Kennenlernen bereitgestellte, 156 PS starke A 200 BlueEFFICIENCY ist mit einem AMG-Sportpaket (2987 Euro) ausgerüstet. Es umfasst ein Sportfahrwerk, eine besonders direkt ausgelegte Lenkung, Alu-Räder mit Reifen der Dimension 225/40 R 18, Sportsitze mit Ledernachbildung, eine spezielle Pedalerie sowie jede Menge Zielteile in Karbonoptik. Besonders deutlich wird deren Einsatz am sogenannten "Muskel", dem dominierenden Bauteil des Armaturenträgers, in dem insgesamt fünf große Runddüsen integriert sind. Das Karbon-Imitat ist an der Oberfläche leicht strukturiert und griffsympathisch.

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Traditionelle Holzdekore jedweder Art wird es in der neuen A-Klasse nicht geben. Alle Tasten und Schalter sind sauber eingepasst und arbeiten mit angenehmen Widerständen. Der vordere Dachhimmel liegt bündig am Frontscheibenrahmen an, und auch beim Griff in den unsichtbaren Bereich hinter dem Armaturenträger im Fußraum offenbaren sich weder Kabelsalate noch scharfe Clips oder Schrauben. Einzig eine umlaufende Schweißnaht auf der Innenseite der mit sattem Klang ins Schloss fallenden Heckklappe weist mit kleinen Nasen auf das Frühserienstadium des in Jupiterrot lackierten Erstlings hin.