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Vergleich Mittelklasse-Kombis: Mazda 6 gegen Ford, Mazda, Toyota und VW

Tourenwagen

Fahrkomfort

VW war unter den ersten, als adaptive Fahrwerke mit veränderbarer Dämpfercharakteristik in die Mittelklasse einzogen. Im Passat arbeitet das 1100 Euro teure DCC-System (Dynamic Chassis Control). Im Comfort-Modus bügelt der Passat Variant Unebenheiten aller Art sehr souverän aus und neigt nur bei voller Beladung zu schrofferen Reaktionen, wenn es durch tiefe Schlaglöcher geht. Besser macht das in dieser Runde keiner. Doch der Mondeo Turnier, ganz konventionell gefedert und gedämpft, ist dem Variant aus Wolfsburg dicht auf den Fersen. Der Kölner Kombi zeigt, wie mit sauberer Ingenieursarbeit ohne teure Technik sehr gute Ergebnisse erreicht werden können.

Das trifft für die asiatischen Konkurrenten auch zu, denn weder Hyundai i40cw noch Mazda 6 Kombi oder Toyota Avensis Combi - ja, mit keckem C - leisten sich inakzeptable Schnitzer. Doch die drei Asiaten gehen grundsätzlich härter über Querrillen, Bodenwellen oder andere Straßenverwerfungen und liegen auf Kopfsteinpflaster nicht so ruhig. Am dichtesten rückt dem Ford noch der Hyundai auf den Pelz, bei der Zuladung verliert er aber am stärksten an Geschmeidigkeit. Der 6, den Mazda als Fahrspaßauto verstanden wissen möchte, geht noch einen Tick straffer ans Werk und neigt im Extremfall der maximalen Zuladung zu leicht katapultartigen Ausfederbewegungen der Hinterachse.

Als wolle er dafür entschädigen, sammelt der Neue aus Hiroshima eifrig Sympathien beim Geräuschkomfort. Die bei Konstantfahrt gemessenen Phonwerte sind gar nicht einmal so gut, da punkten die vier Konkurrenten allesamt besser. Doch bei schnellerer Fahrt entwickelt der Mazda erfreulich geringe Wind- und Abrollgeräusche, und der neue SKYACTIV-Diesel gefällt mit seinem homogenen, warmen Klang. Der nasal klingende VW-Diesel und auch der leicht brummelige Toyota-Diesel melden sich präsenter zu Wort, beim Avensis fallen außerdem weniger gut gedämmte Fahrgeräusche aus den hinteren Radhäusern auf.

Auch was den Sitzkomfort angeht, hat der Toyota trotz modifizierter Polster keine Chance auf viele Sympathiepunkte. Großzügig dimensioniert sind die Vordersitze mit ihren angenehm hoch reichenden Lehnen zwar. Doch die Lehne bietet sehr wenig Seitenhalt, und die hohe Sitzposition vereitelt das angenehme Gefühl, richtig ins Auto integriert zu sein. Der Mazda gefällt in dieser Beziehung klar besser, seine Kopfstützen drücken jedoch - ebenso wie die des Hyundai - je nach Sitzposition schnell an den Hinterkopf. Das finden nicht nur Damen mit teuren Frisuren störend. Am besten sitzt es sich - auch hinten übrigens - auf den straffen, üppigen Polstern von Ford Mondeo Turnier und VW Passat Variant. Der getestete Mondeo, mit Lederbezügen ausstaffiert, ließ allerdings die angenehme Seitenführung früherer Testwagen mit stoffbezogenen Sitzen vermissen.

FahrkomfortMax. PunkteVW Passat Variant 2.0 TDI BMTMazda 6 Kombi 2.2 Skyactiv-DFord Mondeo Turnier 2.0 TDCiToyota Avensis Combi 2.2 D-4DHyundai i40cw 1.7 CRDi
Sitzkomfort vorn150115107112102109
Sitzkomfort hinten1006866706467
Ergonomie150125118120119118
Innengeräusche503432373334
Geräuscheindruck1007577767174
Klimatisierung503432333738
Federung leer200148142146140144
Federung beladen200146137142140139
Kapitelbewertung1000745711736706723
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Motor & Getriebe

Diesel ist nicht gleich Diesel. Für den Antrieb der Mittelklassekombis setzen die Hersteller auf unterschiedliche Rezepte. Mazda verwendet zum Beispiel im Gegensatz zur Konkurrenz einen neuen, zweistufig aufgeladenen 2,2-Liter-SKYACTIV-Diesel, der mit 14:1 ein ausgesprochen niedriges Verdichtungsverhältnis aufweist. Damit reduzieren die Japaner insbesondere Stickoxide und hieven den 150 PS starken Mazda 6 ohne NOx-Nachbehandlung über die Euro-6-Abgasnorm, die der Kombi übrigens als einziger des Testfeldes erfüllt. Im Alltag gefällt das Aggregat dank üppiger 380 Nm Drehmoment mit Durchzug und homogener Leistungsentfaltung sowie hervorragender Drehfreude. Wenn es sein muss, dreht der Nippon-Diesel bis 5500 /min, ohne dass dabei Abstriche an seiner gediegenen Laufkultur in Kauf zu nehmen sind. Mit 210 km/h Höchstgeschwindigkeit und einer Beschleunigung von null auf 100 km/h in nur 9,0 Sekunden sind hohe Reiseschnitte möglich. Mit einem Testverbrauch von nur 5,3 Liter Diesel auf 100 Kilometern sorgt der Japaner als Sparsamster im Test zudem für Freude beim Fahrer und Verdruss beim Tankwart. In der Summe dürfte es schwierig sein, in dieser Leistungsklasse derzeit einen besseren Antrieb zu finden.

Der hubraum- und leistungsgleiche Toyota-Motor liegt zwar in den Fahrleistungen mit dem Mazda nahezu gleichauf, kann dem 6 aber ansonsten nicht das Wasser reichen. Beim morgendlichen Kaltstart nagelt er vernehmlich, und auch seine Drehfreude fällt geringer aus. Außerdem konsumiert er mit einem Testverbrauch von 6,4 Litern von allen Konkurrenten am meisten. Der dritte Asiate im Bunde überrascht: Obwohl nur 1,7 Liter Hubraum messend, hinkt der mit 136 PS schwächste Kandidat im Test bei den Fahrleistungen weniger hinterher als erwartet. Den Standardsprint bis zur 100-km/h-Marke erledigt er mit 9,9 Sekunden gar 0,7 Sekunden schneller als vom Werk angegeben. Bei Vergleichsfahrten im Verkehrsalltag hält er trotz seines leichten Leistungsdefizits gut den Anschluss. Das 140 PS starke Ford-Aggregat kämpft dagegen fühlbar mit dem hohen Fahrzeuggewicht von 1671 Kilogramm. So erscheint die Leistungsentfaltung zäher als bei der Konkurrenz, was keineswegs dem Motor anzulasten ist. Schließlich zeigt die Erfahrungen, dass dieser Motor in leichteren Ford-Modellen deutlich munterer zu Werke geht. Mit 10,5 Sekunden von null auf 100 km/h trägt er im Kombi-Vergleich aber die rote Laterne.

Immerhin fällt seine Laufruhe passabel aus, und auch der Verbrauch liegt mit 6,3 Litern auf dem Niveau des zweiten Deutschen im Bunde, des VW Passat Variant. Abgesehen von dem unter Last etwas nörgelnden Ton seines 2,0-Liter-TDI legt er im Vergleichstest einen gelungenen Auftritt hin. Unter Volllast schraubt er sich zügig durchs Drehzahlband, das allerdings nicht so breit ausfällt wie das des neuen Mazda 6 Kombi. Die blitzschnellen Gangwechsel seines optionalen Sechsgang-Doppelkupplungsgetriebes unterstreichen den Eindruck der Agilität nachhaltig und lassen die 2175 Euro Aufpreis gegenüber den handgeschalteten Versionen als durchaus sinnvolle Investition erscheinen, zumal die Schaltbox im Stop-and-go-Verkehr einen beträchtlichen Gewinn in puncto Antriebskomfort darstellt. Die per Tastendruck aktivierbare Freilauffunktion, die dazu führt, dass der VW im Schiebebetrieb ausgekuppelt bei Leerlaufdrehzahl "segelt“, soll beim Kraftststoffsparen helfen. Trotzdem kann sich der Wolfsburger mit einem Durchschnittsverbrauch von 6,3 Liter Diesel nicht absetzen.

Doch auch die Fahrzeuge mit Schaltgetriebe innerhalb des Tests hinterlassen einen überwiegend positiven Eindruck. Allen voran sind hier Ford Mondeo Turnier und Hyundai i40cw zu nennen, deren Kraftübertragungen mit mustergültiger Präzision überzeugen. Hinter dieses hohe Niveau fallen Mazda 6 Kombi leicht und der Toyota Avensis Combi doch etwas stärker zurück.

Motor und getriebeMax. PunkteVW Passat Variant 2.0 TDI BMTMazda 6 Kombi 2.2 Skyactiv-DFord Mondeo Turnier 2.0 TDCiToyota Avensis Combi 2.2 D-4DHyundai i40cw 1.7 CRDi
Beschleunigung1501021059410599
Elastizität100-----
Höchstgeschwindigkeit1505960576053
Getriebeabstufung1008381827682
Kraftentfaltung503536333534
Laufkultur1006668656364
Verbrauch325262281262260264
Reichweite252324231823
Kapitelbewertung1000630655616617619
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Inhaltsübersicht

Autos im Test

VW Passat Variant 2.0 TDI BMT

PS/KW 140/103

0-100 km/h in 9.40s

Vorderrad, 6-Gang-Doppelkupplung

Spitze 208 km/h

Preis 29.300,00 €

Mazda 6 Kombi 2.2 Skyactiv-D

PS/KW 150/110

0-100 km/h in 9.00s

Vorderrad, 6 Gang manuell

Spitze 210 km/h

Preis 28.490,00 €

Ford Mondeo Turnier 2.0 TDCi

PS/KW 140/103

0-100 km/h in 10.50s

Vorderrad, 6 Gang manuell

Spitze 205 km/h

Preis 33.215,00 €

Toyota Avensis Combi 2.2 D-4D

PS/KW 150/110

0-100 km/h in 9.00s

Vorderrad, 6 Gang manuell

Spitze 210 km/h

Preis 33.420,00 €

Hyundai i40cw 1.7 CRDi

PS/KW 136/100

0-100 km/h in 9.90s

Vorderrad, 6 Gang manuell

Spitze 200 km/h

Preis 32.580,00 €