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Mazda 2 vs. Hyundai i20, Skoda Fabia, VW Polo und Renault Clio

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FAHRDYNAMIK

Die am höchsten entwickelten fahrdynamischen Fähigkeiten bringt einmal mehr der VW Polo mit. Die von den adaptiven Dämpfern begünstigten geringen Karosseriebewegungen, die präzise und direkte Lenkung sowie das hohe Gripniveau der vergleichsweise breiten Bereifung bescheren ihm die Bestzeit auf unserem anspruchsvollen Handlingkurs. Erwartungsgemäß knapp dahinter sortiert sich der Skoda Fabia ein. Gerade einmal 0,2 Sekunden trennen die beiden am Ende der Runde. Wie schon der Polo verfügt der Tscheche über eine tolle Lenkung und feinfühlige Regelsysteme, die dem Fahrer nie das Gefühl der Bevormundung geben.

Zwischen die beiden Konzerngenossen schiebt sich allerdings der neue Mazda 2. Trotz ausgeprägter Karosseriebwegungen und der schmalsten Bereifung im Feld ist auch der Mazda flott auf der Strecke unterwegs und hinkt dem VW Polo gerade einmal um eine Zehntelsekunde hinterher. Die präzise wie rückmeldungsfreudige  Lenkung und das zurückhaltende ESP helfen dem Fahrer maßgeblich dabei, eine saubere Linie zu fahren. Dafür büßt der Japaner Punkte durch die mittelmäßige Bremsleistungen ein.

Im kalten wie warmen Betriebszustand der Stopper kommt der Mazda nach rund 36 Metern aus 100 km/h zum Stehen. Zum Vergleich: Der VW Polo, der Rivale mit der besten Bremsperformance in diesem Vergleich, steht dann bei warmer Anlage schon fast drei Meter früher. Dafür kann der gutmütige Koreaner auf unserem Handlingkurs nicht sonderlich glänzen. Größere Lenkwinkel und das früh eingreifende, dafür aber deaktivierbare ESP lassen den Hyundai behäbiger wirken.

Das spiegelt sich auch in der Rundenzeit wider. Auf den VW Polo verliert der Asiate immerhin eine ganze Sekunde. Dem Renault Clio fehlt das letzte Quäntchen Präzision, um auf der Strecke mithalten zu können. Sowohl die weiche Lenkung als auch das softe Fahrwerk vermitteln beim energischen Kurvenfahren einen eher schwammigen Eindruck. Hinzu kommt, dass das ESP des Franzosen nicht nur früh, sondern zuweilen auch vehementer als nötig eingreift.

UMWELT/KOSTEN

Es gibt wohl kaum eine Fahrzeugklasse, die derart preissensibel wie das Kleinwagensegment ist. Entsprechend interessant ist der Blick in die jeweiligen Preislisten. So lockt Skoda im Fall des Fabia 1.2 TSI mit einem Kampfpreis von 13.740 Euro. In der Basis gibt es allerdings weder elektrische Fensterheber noch eine Fernbedienung für die Zentralverriegelung oder gar ein Radio. Interessenten sollten daher in jedem Fall zur 2080 Euro teuren Ausstattung Ambition greifen, die zudem überhaupt erst die Eintrittskarte zum Erwerb manch weiterer Extras ist, etwa Berganfahrassistent (70  Euro), Müdigkeitswarner (50 Euro) oder Einparkhilfe (ab 490 Euro).

Hyundai zeigt sich beim i20 1.2 spendabler und rüstet den Neuling grundsätzlich mit Radio samt USB-Anschluss,  Bordcomputer und Klimaanlage mit gekühltem Handschuhfach aus. Dennoch empfiehlt es sich, zur nächsthöheren Ausstattung (Trend) zu greifen, denn für moderate 1200 Euro Aufpreis bietet sie einen beträchtlichen Mehrwert und beinhaltet Goodies wie Freisprecheinrichtung oder Lenkradheizung.

Der Renault Clio, der in der getesteten Motorisierung erst ab der Ausstattung Dynamique erhältlich ist, versteht sich dagegen beinahe als Komplettangebot. Als solches enthält der Franzose für 15.590 Euro unter anderem ein Multimedia-System mit 7-Zoll-Touchscreen und Freisprecheinrichtung oder eine Armaturentafel mit Softtouch-Oberfläche. Der neue Mazda 2 steht ab 15.290 Euro in der Preisliste. Auch er ist erst ab einer gehobenen Ausstattung (Center-Line) erhältlich und demzufolge ordentlich ausgestattet. Tempomat, beheizbare Außenspiegel und Freisprecheinrichtung zählen bei ihm zum Serienumfang.

Für schlanke 1000 Euro mehr gibt es den Japaner in der Exclusive-Line, die zudem einen Spurhalteassistenten, Leichtmetallräder oder ein onlinefähiges multimedia-Modul an Bord hat. Mit einem Grundpreis von rund 17.000 Euro ist der VW Polo 1.2, der ab der Ausstattung Comfortline inklusive Leichtmetallräder sowie Einparkhilfen an Front und Heck beim Händler steht, das teuerste Angebot im Feld. Dann hat er allerdings schon die beiden hinteren Türen, die sonst 800 Euro kosten an Bord – im Gegensatz zu den Wettbewerbern ist der Polo auch als Dreitürer erhältlich.

Marcel Kühler, Paul Englert