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Luxuslimousinen-Vergleichstest: Audi S7, Porsche Panamera, Mercedes CLS 500 Shooting Brake

Feiner Zwirn

Fahrkomfort

Premium-Marken wie Audi, Mercedes oder Porsche bieten in Sachen Komfort alles, was das Herz begehrt. Zum Beispiel adaptive Fahrwerke mit Luftfederung, die in Audi S7 Sportback und Mercedes CLS 500 Shooting Brake zum Standard gehören. Per Knopfdruck können die Dämpferkennlinien von komfortabel auf sportlich gestellt werden – wobei die Audi-Abstimmung per se straff ausgelegt ist. Der Mercedes bügelt Unebenheiten souveräner aus, Karosserie und Fahrwerk wirken besser entkoppelt – und je schneller man unterwegs ist, desto besser federt der Daimler. Bei niedrigem Tempo spricht sein Fahrwerk steifbeiniger an, und die Abrollgeräusche der 19-Zöller sind präsenter.

Im Panamera 4S berechnet Porsche für die Luftfederung 1952 Euro, die Wankstabilisierung mit aktiven Stabis im Testwagen kostet noch einmal 4701 Euro extra. Dank dieses Pakets schafft der Zuffenhausener den nahezu perfekten Spagat zwischen Reiselimousine und Sportwagen. Vor allem bei hohem Autobahntempo liegt der Panamera sehr satt und pariert Querkanten oder Fugen lässig. Das spürt man auch im Fond, wo man auf üppig dimensionierten Einzelsitzen Platz nimmt, die für jede Statur taugen und guten Seitenhalt bieten. Dasselbe Bild vorn, wobei die Multikontursitze des Mercedes (619 Euro) noch vielfältigere Einstellmöglichkeiten erlauben.

Mit zahlreichen praktischen Ablagen und Fächern sowie einer niedrigen Ladekante ist der S7 Sportback besonders ergonomisch konzipiert, außerdem fällt er – auch wegen der Doppelverglasung für 1190 Euro – durch ein sehr niedriges Geräuschniveau im Innenraum auf. Der Klang des V8-Biturbo geht dabei fast unter.

FahrkomfortMax. PunkteAudi S7 SportbackPorsche Panamera 4SMercedes CLS 500 Shooting Brake 4MATIC
Sitzkomfort vorn150131130134
Sitzkomfort hinten100848884
Ergonomie150122111120
Innengeräusche50443538
Geräuscheindruck100878284
Klimatisierung50474745
Federung leer200166174176
Federung beladen200169174176
Kapitelbewertung1000850841857
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Motor & Getriebe

Bei Porsche setzt sich das Downsizing-Prinzip immer weiter durch. An die Stelle des großvolumigen V8-Saugers tritt nun ein Dreiliter-Biturbo, der es auf 420 PS und 520 Nm bringt. In Audi und Mercedes CLS 500 Shooting Brake sorgt jeweils ein V8-Biturbo für reichlich Qualm an der Kette, mit 420 zu 408 PS liegt der Audi leistungsmäßig knapp vorn. Dafür schickt der Mercedes mit bis zu 600 Nm noch mehr Kraft an die Siebenstufen-Automatik, die im Vergleich zu den beiden Doppelkupplungsgetrieben betont komfortabel, zuweilen aber etwas zu bedächtig zu Werke geht. Im Audi missfällt das harsche Einkuppeln beim Anfahren, was das Rangieren in Parklücken etwas unkomfortabel gestaltet. Das Porsche-Getriebe verfügt als einziges über eine so genannte Segel-Funktion. Dabei wird der Motor vom Antrieb getrennt, sobald der Fahrer vom Gas geht, und der Wagen rollt ohne die Wirkung der Motorbremse reibungsarm weiter. Alle drei sind mit einer spritsparenden Start-Stopp-Automatik ausgestattet, wobei vor allem das Mercedes-System besonders ruckarm arbeitet.

Auf der Verbrauchsrunde liegt das Trio mit 12,1 (Audi) bis 12,9 Litern pro 100 km (Mercedes) recht nahe zusammen. Der Motor im S7 Sportback deaktiviert bei niedriger Drehzahl und geringer Last sogar vier der acht Zylinder – offensichtlich mit Erfolg. Dem Panamera verhilft der im 4S serienmäßige 100-Liter-Tank zu einer sehr guten Reichweite von mehr als 800 Kilometern, Audi und Mercedes kommen jeweils bis zu 620 Kilometer weit.

Doch bei diesen potenten Motoren haben die Käufer wohl weniger die Spar- als vielmehr die Sprintqualitäten im Sinn. Und hier bleiben kaum Wünsche offen. Die drei Süddeutschen unterbieten die prestigeträchtige Fünf-Sekunden Marke für den Standardsprint auf Tempo 100, mit 4,4 Sekunden liegt der Porsche auch dank der Launch-Control (Bestandteil des Sport Chrono-Pakets für 1226 Euro) vorn. Und da nur er ohne elektronischen Zügel auskommt und bis zu einer Höchstgeschwindigkeit von 286 km/h weiterstürmt, sammelt er hier noch weitere Zähler.

Die Turbomotoren legen sich bereits knapp oberhalb der Leerlaufdrehzahl energisch ins Zeug und wuchten die knapp zwei Tonnen schweren Allradler mit einer beeindruckenden Mühelosigkeit nach vorn. Die Antriebseinheit im CLS gefällt mit ihrem lässig-souveränen Charakter, der Motor singt unter Last das klassische V8-Lied, während der S7 nicht auf Anhieb als Achtzylinder zu identifizieren ist. Der einzige Sechszylinder stimmt im Porsche Panamera 4S zwar andere Töne an, bietet aber dank der knapp 3000 Euro teuren Sportabgasanlage vor allem Außenstehenden ein beeindruckendes Klangerlebnis.

Motor und getriebeMax. PunkteAudi S7 SportbackPorsche Panamera 4SMercedes CLS 500 Shooting Brake 4MATIC
Beschleunigung150137140136
Elastizität100---
Höchstgeschwindigkeit1509011790
Getriebeabstufung100889085
Kraftentfaltung50454345
Laufkultur100908790
Verbrauch325152146136
Reichweite25111511
Kapitelbewertung1000613638593
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Inhaltsübersicht

Autos im Test

Audi S7 Sportback

PS/KW 420/309

0-100 km/h in 4.80s

Allradantrieb, permanent, 7-Gang-Doppelkupplung

Spitze 250 km/h

Preis 92.650,00 €

Porsche Panamera 4S

PS/KW 420/309

0-100 km/h in 4.40s

Allradantrieb, permanent, 7-Gang-Doppelkupplung

Spitze 286 km/h

Preis 130.017,00 €

Mercedes CLS 500 Shooting Brake 4MATIC

PS/KW 408/300

0-100 km/h in 4.90s

Allradantrieb, permanent, 7-Stufen-Automatik

Spitze 250 km/h

Preis 86.835,00 €