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Auto Vergleichstest Audi A8 und Porsche Panamera

Luxusklasse: Audi A8 und Porsche Panamera

Audi A8 4.2 FSI quattro | Porsche Panamera 4S
Luxusklasse: Audi A8 und Porsche Panamera im Vergleichstest

Luxusklasse: Audi A8 4.2 FSI quattro und Porsche Panamera 4S im Test

Audi A8 und Porsche Panamera wollen die sensible Kombination aus Komfort und Fahrdynamik in der Luxusklasse auf eine neue Perfektionsstufe bringen. Wer schafft den Spagat souveräner?

Wer vor rund 20 Jahren vorausgesagt hätte, dass die Ingolstädter einmal in der automobilen Champions League mitspielen werden, wäre vermutlich ausgelacht worden. Und zwar ähnlich hämisch wie jemand, der noch vor wenigen Jahren am Stammtisch laut über eine luxuriöse Limousine aus dem Hause Porsche nachgedacht hätte. Doch die Realität im Jahr 2010 gibt beiden Orakeln recht. Denn hier treten der Audi A8 4.2 FSI quattro und der Porsche Panamera 4S gegeneinander an, die erst kürzlich in Vergleichstests der AUTO ZEITUNG das Establishment der Luxusklasse – BMW 750i xDrive und Mercedes S 500 4Matic – besiegen konnten.

Dabei wirken die beiden Stiefbrüder aus dem Volkswagenkonzern, trotz vergleichbarer Abmessungen im Fünfmeterbereich, schon auf den ersten Blick sehr unterschiedlich. Hier die kühle, schnörkellose Eleganz des A8, dort die dynamisch- durchtrainierte Ausstrahlung des Panamera.

OPTIK UND HAPTIK
Doch schon beim Einsteigen nivellieren sich die Unterschiede. Beide wirken wie aus dem Ei gepellt: Feinste Materialien, hochwertige Oberfl ächen, üppiges Leder – ein optischer wie haptischer Genuss. Wobei der Audi in der Verarbeitung noch einen Tick makelloser daherkommt und in Sachen Bedienung etwas perfekter ist. Dafür sorgen auch das serienmäßige ausfahrbare Acht-Zoll-Farbdisplay und ein komfortables Touchpad, über das sich mit den Fingern Buchstaben oder Zahlen in das Navigationsgerät MMI Navi plus (Aufpreis: 2900 Euro) eingeben lassen. So kann man unterwegs problemlos ein neues Ziel festlegen, ohne den Blick von der Fahrbahn abwenden zu müssen.

Auch das Platzangebot im luftiger geschnittenen Innenraum des A8 ist größer. Doch dafür glänzt der Porsche dank seiner großen Heckklappe und der umlegbaren Rücksitzlehnen mit erheblich höherer Variabilität. Und seine beiden Fondpassagiere können sich in ihren prima konturierten Einzelsitzen über einen hervorragenden Seitenhalt freuen, wenn der Fahrer mal das dynamische Potenzial des Panamera ausloten möchte.

Antriebsseitig haben es sowohl der Zuffenhausener als auch der Ingolstädter faustdick unter der Haube: Im A8 arbeitet ein 372 PS starker 4,2-Liter-V8-Motor, während sich der 400-PS-Achtzylinder des Panamera gar auf 4,8 Liter Hubraum stützen kann.

Dabei beherrscht der Audi-Motor das ganze Spektrum vom sanften, nahezu lautlosen Dahingleiten bis zum aggressiven Erstürmen der Drehzahlleiter, untermalt von kraftvollem V8-Sound. Die neue ZF-Achtstufen-Automatik harmoniert prächtig mit diesem Charakter, hat immer den passenden Gang parat und wechselt dabei so schnell und ruckfrei, dass es der Fahrer kaum bemerkt.

Auch mit dem Panamera ist geruhsames Rollen möglich. Doch wer genau hinhört, spürt immer einen leicht grollenden Unterton: Hier döst ein Raubtier, das sich mit einem Tritt aufs Gaspedal wecken lässt. Dann wird die bisher so distinguiert auftretende Nobellimousine plötzlich zum Racer, springt ansatzlos nach vorn, und das Aggregat macht deutlich, wie sehr es diese Art von Bewegung schätzt; ja, der Porsche brüllt seine Freude geradezu heraus. Das ohne Zugkraftunterbrechung schaltende Siebengang-Doppelkupplungsgetriebe – ebenfalls von ZF – macht die Beschleunigung fast zur Orgie. So braucht der Panamera keine fünf Sekunden, um die 100-km/h- Marke zu überschreiten. Nur zur Erinnerung: Wir sprechen hier nicht von einem leichtgewichtigen Supersportler, sondern von einer Zwei-Tonnen-Limousine.

Dabei steht der Audi, obwohl er viel ziviler auftritt, dem Porsche in Sachen Fahrleistungen kaum nach. Für den Sprint auf Tempo 100 benötigt er gerade mal 5,5 Sekunden. Möglich werden diese exzellenten Werte nicht zuletzt durch den Allradantrieb, den beide Autos an Bord haben, und der einen nahezu schlupffreien Vortrieb gewährleistet.

Angesichts ihrer Fahrleistungen und ihres hohen Gewichts sind auch die Verbrauchswerte der beiden großen Limousinen durchaus annehmbar: Der A8 begnügt sich mit 12,8 Liter, der Panamera verlangt gerade mal drei Zehntelliter mehr.

MAKELLOSE MANIEREN
Doch nicht nur die Motoren schaffen den Spagat zwischen Komfort und Sportlichkeit. Auch die Fahrwerke decken eine enorme Bandbreite ab. Mit Hightech-Applikationen wie Luftfederung (serienmäßig beim Audi), adaptiven Dämpfern oder aktiven Stabilisatoren (Option beim Porsche) legen sie die untadeligen Manieren einer Vorstands-Limousine an den Tag, die den Chef entspannt zur nächsten Vorstandssitzung bringt. Auf der anderen Seite bereitet es Vergnügen, auf kurvenreichen Strecken zügig voranzukommen. Beide Autos folgen den Zielvorgaben ihres Fahrers absolut präzise und bleiben bis in den hohen Grenzbereich sicher beherrschbar. Zudem besitzen der Audi A8 und der Panamera sehr gut dosierbare und standfeste Bremsen; der Porsche gegen Aufpreis sogar mit innenbelüfteten Karbon-Keramik-Scheiben.

Diese Option könnte man fast für eine Ermunterung der Zuffenhausener halten, den Panamera zum Spaß einmal auf eine Rennstrecke zu entführen. In diesem Vergleich liegt er jedoch insgesamt mit dem A8 gleichauf.


Fazit - Gebhard Cramm

AUDI A8
Der A8 bietet unter den etablierten Luxuslimousine momentan den ultimativen Fahrkomfort. Doch gleichzeitig lässt sich der große Audi mit sehr viel Agilität und Präzision auch ausgesprochen sportlich bewegen.

PORSCHE PANAMERA
Genetisch bedingt nähert sich der Panamera der Synthese von Komfort und Dynamik von der sportlichen Seite. Die beherrscht er perfekt, doch auch auf dem Komfortsektor kann er in der Luxusliga erstaunlich gut mithalten.

MARKENVERGLEICH: AUDI GEGEN PORSCHE

>> Erster Teil: Audi RS 5 gegen Porsche 911 Carrera S
>> Zweiter Teil: Audi R8 Spyder gegen Porsche 911 Turbo Cabrio
>> Vierter Teil: Audi Q7 gegen Porsche Cayenne

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